!!!KURORT VÖSLAU


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Zu den landschaftlichen Perlen Niederösterreichs, die durch ihre Schönheit und durch die  Heilkraft ihrer Quellen besonders reich begnadet sind, gehört das malerisch am Rande des herrlichen Wienerwaldes gelegene Vöslau.

In einer vor einiger Zeit erschienenen Monographie über den Kurort hat dessen schriftstellerisch tätiger Schlossherr Moriz Ritter von Guttmann, dem schönen Ort ein warm empfundenes Vorwort gewidmet, um zu zeigen, welche prächtigen und noch immer viel zu wenig gewürdigten Reize Vöslau bietet.

Vöslau umgeben von  Wein begrenzten Hügeln und Bergen, liegt vor den Toren Wiens und ist trotzdem von den Wienern nicht so geschätzt, wie dieses gesegnete Stück Erde es verdient. 

Der Frühling hier lange vor  dem offiziellen Kalenderdatum; schon im Jänner und in den ersten  Februartagen sprießen Schneeglöckchen, Primeln und Veilchen aus der Schneedecke hervor, liebenswürdige Beweise eines fruchtbaren, vom Thermalwasser gespeisten Bodens.

Das Bad  bewährt sich als Verjüngungs- und Verschönerungsmittel; vor dem Bad wird  sogar der verwöhnte Wiener für seinen Ringstraßenkorso entschädigt. .Die Kurmusik  und kleinere Kapellen spielen auf. Nachtigall, Amsel und andere  gefiederte Sänger geben ihr Bestes. Dazu kommt, dass die schöne Rennbahn im benachbarten Kottingbrunn und die populäre Traberbahn in Baden. Die Jagd auf Hoch- und  Rehwild, auf Fasane, Hühner und Hasen ist außerordentlich lohnend. Es gibt fischreiche Teiche und in den Wäldern lauern Edelmarder, Füchse, Hermeline und Haselhühner.

Nach Konzerte und Tanzunterhaltungen, hübsch arrangierte  Wohltätigkeitsfeste auf der Waldwiese und in den  Parkanlagen des Kurortes sowie Theatervorstellungen  sorgen für eine  abwechslungsreichen Aufenthalt des Kurgastes.

Doch für Bad Vöslau ist die Zeit des Herbstes  bis in den Winter  die poetische Jahreszeit, denn die Weinlese ist hier ein Fest, welches fast einen Monat dauert

Der Name des Kurortes erscheint in Urkunden und Schriften schon im 12. Jahrhundert und knüpfte sich an das Geschlecht derer von  Fousele oder Veuselo, auch Veusel. Der Ort war jedoch klein und wenig beachtet.

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[{Image src='Bad Vöslau Anlage.png'class='image_block'height='400' caption='Thermalanlage' alt='Vöslau' width='553' popup='false'}]
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Ärztliche Koryphäen, in erster Linie die beiden großen Kliniker Oppolzer und  Skoda fanden in dem emporwachsenden  Vöslau mit seinen herrlichen Badequellen und unübertroffenen landschaftlichen Schönheiten alsbald den Platz, der sich vorzüglich zur Heilung der mannigfachsten Übel und Krankheiten eignet. So wurde Vöslau bevölkert, nicht nur von Kühlung suchenden Sommergästen, sondern auch von einer großen Anzahl  Heilung oder Erholung bedürftiger Patienten.


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[{Image src='Bad Vöslau Friseursalon.png'class='image_block'height='300' caption='Friseur' alt='Kuranlage' width='454'}]
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Die Hauptförderer Vöslaus waren Graf Moritz von Fries und seine Gemahlin Flora, geborene Freiin von Pereira-Arnstein, welche vom Jahr  1837 an Besitzer der Herrschaft Vöslau waren. Graf Moritz von Fries war der Schöpfer des Bades in der Form  wie dasselbe noch heute besteht. Er ließ die  Thermalquelle fassen,  regulierten den oberen Schwimmteich, schuf das Vollbad und anschließend das Badehaus  für die Wannenbäder, ließ auch den unteren Badeteich ausheben und erbaute um denselben eine Kabinenanlage nach dem Plan des Architekten von Hansen. Sein letztes Werk war die Erbauung des Kursalons auf der Waldwiese.


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Nachdem Graf Moritz von Fries die vorhandenen Kurmittel dem Publikum zugänglich gemacht hatte, regte er durch Schaffung von Straßen und Promenade Anlagen, durch unentgeltliche Überlassung von Baugründen, durch Herstellung von Mustervillen usw., die Baulust an.  Der Erfolg war ein überraschender. Im Laufe von wenigen Jahren entstanden  ewa 300  neue  Villen und Wohnhäuser, mehrere große Hotels und Gasthöfe, welche einem zahlreichen Publikum von Kur- und Sommergästen bequeme und  und angenehme Unterkunft gewährten.

Im Jahr 1888 gelangten der Bäderschatz von Vöslau und sämtlichen Kuranlagen durch Kauf in den Besitz der Gemeinde, unter deren zielbewusster und energischer Verwaltung an der Vervollkommnung und Vermehrung der Heilmittel ebenso, wie an deren Verschönerung stetig  fort gearbeitet wird.

Eine der vorzüglichsten Eigenheiten besitzt Vöslau in seinen fast nirgends fehlenden großen und schattigen Hausgärten und in seinen ausgedehnten Promenade Anlagen bis zu den Waldwegen die in die angrenzenden Bergwälder erstrecken.

Da der größere Teil des Kurortes am waldreichen Abhang des Harzberges gelegen ist, erfreut sich Vöslau der würzigen Waldluft und bietet infolge der Harz duftenden Kieferwälder vielen Kurgästen heilsamen und angenehmen Aufenthalt.


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[{Image src='Bad Vöslau Großer Schwimmteich.png'class='image_block'height='500' caption='Großer Schwimmteich' alt='Vöslau' width='675' popup='false'}]
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Zunächst der Ursprungquelle ist der große   obere Schwimmteich welcher einen Fassungsraum von 19.000 Hektolitern besitzt und eine Sehenswürdigkeit  allerersten Ranges bildet. Ferner die Vollbadquelle der untere große Schwimmteich, das Sturz- und Wellenbad, Duschbäder mit Thermalwasser, Wannenbäder mit Thermalwasser, deren Temperatur nach ärztlicher  Ordination erfolgt, und Badekammer für medizinische Bäder. 

Heilgymnastik unter der Leitung des Dr. Chimani kann man ebenfalls in Anspruch nehmen. Es gibt Tennisplätze und der neu  erbauten romantisch  gelegenen Schießstätte im Wald.

 Am Harzberg wurse die von den Badegästen mit Vorliebe besuchte Kaiser Franz Joseph  Jubiläumswarte erbaut, von der man eine überraschende Fernsicht genießt. Auch Kaiserin Elisabeth hatte Vöslau besucht und die Warte , sowie eine Konditorei 
aufgesucht.

Das Thermalwasser  wurde zum Trinkgebrauch mit etwas Kohlensäure versetzt auf Flaschen abgefüllt und unter dem Namen „Vöslauer Thermal Tafelwasser“ in den Handel gebracht.

Wer damals  Bad Vöslau besuchen wollte dem standen täglich  38 Personen- und Eilzüge zur Verfügung die mit der in Baden elektrischen Bahn verbunden, alle 10 Minuten hin und zurück verkehren.

__QUELLE:__  verschiedene Reise Zeitungen der ÖNB



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