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Alpinismus#

Die Alpen wurden seit der Altsteinzeit bis über 2000 m Seehöhe begangen; das sportliche Motiv dazu hat (neben dem wissenschaftlichen) erst seit Beginn der Neuzeit und verstärkt seit dem 18. Jahrhundert Bedeutung. Seit 1862 organisieren sich Bergsteiger in Vereinen (Österreichischer Alpenverein, Österreichischer Touristen-Klub, Österreichischer Alpenklub, Österreichischer Gebirgsverein, Österreichische Naturfreunde, Touristenverein), durch die eine rege Erschließertätigkeit (Wege, Hütten, Landkarten, Bergführer, Publikationen) begonnen wurde. Das Bergsteigen erfolgte bis in das 19. Jahrhundert meist mit Führern. Der alpine Skisport gab ab etwa 1890 auch dem Bergsteigen neue Impulse. In der Zwischenkriegszeit stand das Bergsteigen oft unter dem Eindruck politischer, teilweise antisemitischer Ideologien.

In der sportlichen Ausübung des Bergsteigens wurde in den letzten Jahrzehnten der Gipfel- vom Schwierigkeitsalpinismus abgelöst, dabei nahm der Einsatz von technischen Mitteln (Haken, Bohrhaken und anderen) beim Klettern zu. Seit den 70er Jahren besteht ein Trend zum "Freiklettern" ("Sportklettern", Thomas Bubendorfer), auch Wettklettern etablierte sich als Sportart.

Der Massentourismus und das "Massenbergsteigen" nach dem 2. Weltkrieg bewirkten - über den älteren Naturschutzgedanken hinaus - die Forderung nach einem umweltverträglichen "sanften Tourismus" und einem Ende der Erschließung durch Aufstiegshilfen usw.; in Vereinsbestimmungen (Hütten-Entsorgung, Solarenergie und andere) und durch internationale gesetzliche Regelungen (Rahmenkonvention zum Schutz der Alpen) werden diese Forderungen zunehmend berücksichtigt.

In der Geschichte des Bergsteigens wurden durch Österreicher bedeutende Leistungen erbracht: 1800 wurde erstmals der Großglockner bestiegen, 1804 der Ortler. Ein beträchtlicher Anteil an Erstbesteigungen der 14 Achttausender im Himalaya erfolgte zwischen 1950 und 1964 durch österreichische Bergsteiger (Hermann Buhl, Kurt Diemberger, Fritz Moravec, M. Schmuck, Herbert Tichy).

Der Südtiroler Reinhold Messner und die Österreicherin Gerlinde Kaltenbrunner gehören zur kleinen Gruppe von Menschen, die ohne Sauerstoff alle 14 Achttausender bestiegen haben und haben damit den Ruf Österreichs als Land der Alpinisten bestätigt.

Der Österreeichische Alpenverein ÖAV ist mit rund 489.000 Migliedern (Stand Juli 2015) der größte alpiner Verein und die größte Jugendorganisation Österreichs. Er ist Anwalt der Alpen und gesetzlich anerkannte Umwelt-Organisation.

Weiterführendes#

Publikationen#

Literatur#

  • E. Koblmüller: Griffig (2015) (zum Gedenken an den Tod von Koblmüller 2015)
  • J. Hemmleb, H. Göschl-Grünwald: Gerfried Göschl- Spuren für die Ewigkeit (2014)
  • G. Kaltenbrunner, R. Dujmovits: 2 x 14 Achttausender (2013)
  • R. Messner, Die Freiheit, aufzubrechen, wohin ich will: Ein Bergsteigerleben (2012)
  • H. Höfler (Hrsg.): Das kleine Handbuch des Alpinismus (2009)
  • M. Kiefer"Hartes" vs. "sanftes" Reisen - Zum Konzept des "Sanften Tourismus" (2013)
  • K. Ziak, Der Mensch und die Berge (1983)