unbekannter Gast

Alt, Jakob#

* 27. 9. 1789, Frankfurt am Main (Deutschland)

† 30. 9. 1872, Wien


Maler und Lithograph


Jakob Alt. Foto, 1870
Jakob Alt. Foto, 1870
© Bildarchiv der ÖNB, Wien, für AEIOU
Jakob Alt, Ausblick vom Fenster. Aquarell, 1836
Jakob Alt, Ausblick vom Fenster. Aquarell, 1836 (Historisches Museum der Stadt Wien).
© Historisches Museum der Stadt Wien, für AEIOU

Vater von Franz Alt und Rudolf von Alt.

Jakob Alt wurde am 27. September 1789 in Frankfurt am Main geboren.

Seinen ersten Kunstunterricht erhielt er in Frankfurt, ab 1811 studierte Jakob Alt an der Wiener Akademie bei Friedrich August Brand und Martin von Molitor die Historienmalerei und bildete sich auf vielen Reisen in die österreichischen Donau- und Alpengegenden selbst als Landschaftsmaler aus.

1811 heiratete er Anna Schaller und 1812 erblickte Rudolf als erstes von acht Kindern das Licht der Welt.

Er beschäftigte sich in den nächsten Jahren vor allem mit der Anfertigung von Vorlagen für lithographische Landschaftszyklen, die zu dieser Zeit sehr beliebt waren. 1818 bereiste er im Auftrag Adolf Friedrich Kunikes die Donau, um Vorlagen für eine lithografische Serie, die den Lauf der Donau vom Ursprung bis zur Mündung ins schwarze Meer darstellen sollte, zu liefern. Ab 1828 arbeitete Jakob Alt an der Serie "Bilder aus den Alpen der österreichischen Monarchie", ab 1832 für die lithographische Serie "Wiens Plätze und Umgebungen".


Vermutlich aufgrund des großen Erfolgs dieser Serien wurde Alt in den Jahren 1833 bis 1848 gemeinsam mit Eduard Gurk und Leander Ruß beauftragt, Aquarelle aus allen Teilen der Monarchie sowie der angrenzenden Länder für den Hohlspiegel-Guckkasten des späteren Kaisers Ferdinand anzufertigen

Mit dieser Guckkastenserie erwarb Jakob Alt neben dem Prestige, den dieser Auftrag einbrachte, auch ein Einkommen, das die Existenzgrundlage einer Familie sichern konnte. Auf seinen Reisen wurde Jakob oft von seinem Sohn Rudolf von Alt begleitet, auch die Kinder Karl und Lidwina halfen in der Werkstatt des Vaters mit, seine Lithographien zu kolorieren.

Ab 1849 widmete sich Jakob Alt der botanischen Darstellung: der größte Teil des in den folgenden Jahren entstandenen fast 400 Blatt umfassenden Herbariums befindet sich heute in der Sammlung des Niederösterreichischen Landesmuseums.

Eine letzte Reise führte Jakob Alt nach Mähren und Schlesien, wo eine noch lithografische Serie mit Industriemotiven entstand. 1872 starb Jakob Alt kurz nach seiner Frau.


Jakob Alt ist mit seinem Sohn Franz in einem Ehrengrab auf dem Zentralfriedhof (Gr.17G/2/66) bestattet.

Literatur#

  • W. Koschatzky, R. von Alt, 1975
  • G. Gmeiner-Hübel, Jakob Alt, Dissertation, Graz 1990

Weiterführendes#

Quellen#


Redaktion: I. Schinnerl