unbekannter Gast

Bacher, Ernst#

* 14. 11. 1935, St. Veit an der Glan (Kärnten)

Kunsthistoriker


Ab 1962 im Bundesdenkmalamt, 1982-2000 dort Generalkonservator (wissenschaftlicher Leiter der Denkmalpflege). Seit 1978 Lehrtätigkeit an der Universität Wien.

Werke (Auswahl)#

  • Aufsätze zu mittelalterlicher und österreichischer Kunstgeschichte, Denkmalschutz und Denkmalpflege


Ja den Herrn Dr. Bacher Ernst sollte zumindest jeder Österreicher gelesen haben, weil er in seinen Dokumentationen sehr tief den kunsthistorischen Zeitgeist mit einfachen und verständlichen Worten widerzugeben vermag.

Mir persönlich wäre es eine große Freude mal einen Dialog über die Romantischen Gärten Österreichs mit ihm führen zu können. Ich würde die Einblicktiefe eines Insiders erleben können, der diese Entwicklung sehr lange beobachtet und auch kommentiert hat. Im Dialog kämen dann zur Sprache: die Philosophie des Zeitgeistes der Aufklärung unter Berücksichtigung der Heraldischen Besonderheiten und der 3-D Darstellung eines Parks. Ein Park wie ein Bühnenstück, in dem sich Gartenszenen für fast ein Jahr aneinanderreihen und für jede Jahreszeit in den Focus gelangen, sozusagen nach dem Drehbuch der Menschheitsgeschichte. Ein solcher Dialog könnte vielleicht die seinerzeitigen Ideen dem Heute vielleicht ein weniger zugänglicher machen. Nur wenn man genau weiß wovor man eigentlich steht, im künstlerischen Sinne, kann das Interesse erweckt werden, dafür etwas zu tun oder gar wie ich ganz dafür zu leben.

Gruß

--Rosner Leo, Sonntag, 5. Dezember 2010, 13:03


Es ist ja nicht umsonst so schwer etwas über die damalige Zeit in das Heute gedanklich zu übertragen. Der folgende Vergleich soll versuchen, dies mal etwas darzustellen. Es gibt nichts was nicht versucht werden könnte,es in einer mathematischen Formel darzustellen. Diese Formel könnte Dank Exeldatei graphisch dargestellt werden. Die Besonderheit der Darstellung wäre eine doppelte kubische Matrix als Gleichung, wo die Zeit die Räumlichkeit der Entwicklung darstellt. Doch wer traut sich an dieses komplizierte Gebilde heran, wo quasi 2 Hyperbeln als Produkt der Kunst in den Gärten und Parks Österreichs als reale Objekte Pate stehen. Denn selbst Architekten die ja ausgebildet werden um die Landschaft zu gestalten, knicken mitunter bei der philosophischen Betrachtung im Abgleich mit der Zeit, wo der Umbruch zur Romantik erfolgte, ein. Man muss einerseits reale Entwicklung sehen und erhalten und andererseits fast unsichtbar Kunst durch die Handanlegung des Gestalters der Anlage mittels Zuordnung des Motiv erkennen können. Phantasie und Wirklichkeit verschmelzen in einem Romantiker in Dekadensprüngen geplant zusammen. Die Musen der Kunst stehen hier dabei dreidimensional Pate und begleiten gedanklich diesen Entwicklungsprozess. Wer dies versteht und nachvollziehen kann, dem ist es gegeben im Pool der Kunst dieses Segment der Menschheitsgeschichte, wie in einem Film oder Bühnenstück, wo sich die Handlung ja auch an der Zeit orientiert gezielt verändert, Zuschauer und Genießer zugleich zu sein.

Gruß _

--Rosner Leo, Samstag, 18. Dezember 2010, 08:43


Mal etwas was als Definition des Segmentes Romantik in der Gartenkunst gelten kann: Quelle: Geza Hajos

Romantische Gärten der Aufklärung

Englische Landschaftskultur des 18. Jhd in und um Wien

1989

Vorwort des Herausgebers

Univ.-Doz. Dr. Ernst Bacher

Generalkonservator des Bundesdenkmalamtes

"Der historische Garten nimmt in Österreich weder als Thema der Kunstgeschichte noch als Aufgabenbereich der Denkmalpflege jenen Raum ein, der ihm im Blickwinkel seiner historischen Bedeutung eigentlich gebuert.

...die Vergänglichkeit des Gartens, seine gefährdete Existenz im Werden und Vergehen der Geschichte.

...historische Wissenschaften, welchen die Aufgabe der Erforschung der geschichtlichen, kuenstlerischen und kulturspezifischen Blick fuer jenes größere Ganze mangelt, das der historische Garten als Zusammenhang verschiedener Kunstgattungen, und damit als eigenständige künstlerische Einheit repräsentiert."

Dem muss man nur hinzufuegen, das dies ein europaweites Problem ist und keines das nur in Österreich existiert.

Das Verfaelschen der urspruenglichen schöpferischen Kunstidee durch Architekten und selbst Kunsthistoriker folgt aus Unkenntnis in Disziplinen die ebenfalls Grundlage fuer einen Romantiker sind und zwingend in Wechselbeziehungen zum örtlichen Zeitgeist und zu realisierenden Traums in 3 D in diesem Garten war und heute noch sein sollte.

Es sind sehr viele Wissenschaften notwendig die in Harmonie möglichst in Personalunion greifen, um einen einzelen Romantiker realitätsgerecht dokumentieren zu können.

Von alleine daher ist Dr. Ernst Bacher neben Prof. Adrian von Buttlar, Dipl. Ing. W. Schwennecke und Prof. C.C.L. Hirschfeld in einem Atemzuge zu nennen.

--Rosner Leo, Samstag, 18. Dezember 2010, 08:53