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1849 gründeten Karl und Johann Backhausen, die Söhne eines aus Deutschland zugewanderten Webergesellen, die Firma "Karl Backhausen & Co.", ein Unternehmen zur Herstellung von Wohntextilien.
Bereits 1851 wurde das Unternehmen bei der Londoner Weltausstellung mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. 1860 wurde die Firma in "Joh. Backhausen & Söhne" umbenannt, 1864 eine Verkaufszentrale gegenüber der Wiener Staatsoper bezogen und 1870 eine Fabrik im Waldviertel errichtet.

Ab 1869 übernahm die Firma Backhausen die textile Ausstattung einer Vielzahl von Wiener Repräsentationsbauten, wie z.B. Staatsoper, Rathaus, Parlament oder Burgtheater. Aufgrund dieser außerordentlichen Leistungen und als Lieferant des Kaiserhauses, wurde der Firma Backhausen 1888 der Titel eines "k.u.k. Hoflieferanten" verliehen.

Als 1903 die "Wiener Werkstätte" gegründet wurde, verwirklichte das Unternehmen nahezu sämtliche Entwürfe für Stoffe und Teppiche der bekannten Künstler (Otto Wagner, Kolo Moser, Josef Hoffmann, Otto Prutscher und Dagobert Peche u.v.m.).

Diese enge Zusammenarbeit bereichert das Textildesign-Archiv des Unternehmens bis heute mit über 3500 Entwürfen, dem weltweit größten Archiv von Originalentwürfen des Wiener Jugendstils.


Trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten in Folge des ersten Weltkriegs konnte der Betrieb aufrecht erhalten werden; im Zweiten Weltkrieg musste ein großer Teil der Webstühle auf Kriegsproduktion umgestellt werden. 1945 wurden Geschäft und Fabrik schwer beschädigt bzw. geplündert.

Nach 1946 wurde die völlig verwüstete Fabrik allmählich wieder aufgebaut. 1948 war Backhausen - zusammen mit den Architekten, Künstlern und der Firma Lobmeyr Mitbegründer der Österreichischen Werkstätten. Ab den 1970er Jahren begann das Unternehmen auch wieder Stoffe nach den Originalentwürfen der Wiener Werkstätte zu produzieren und konnte diese in mehr als 40 Länder exportieren. Stoffe von Backhausen sind weltweit in Repräsentationsbauten, etwa Hotels, Schlössern, Cafés, Theater- und Konzerthäusern oder Schiffen zu finden.

Ende 2012 musste das Familienunternehmen Konkurs anmelden, wurde aber von der Hausbank übernommen. Der Betrieb konnte fortgeführt werden, das Geschäft in der Schwarzenbergstraße im 1. Bezirk wurde aufgelassen.


Im September 2014 wurde das Unternehmen von Frau Dr. Louise Kiesling gekauft und befindet sich seither wieder zur Gänze in Privateigentum.

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