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Bad Gleichenberg#

Bad Gleichenberg
Wappen von Bad Gleichenberg

Bundesland: Steiermark Bad Gleichenberg, Steiermark
Bezirk: Südoststeiermark, Gemeinde
Einwohner: 5.292 (Stand 2016)
Bevölkerungsentwicklung: Statistik Austria
Höhe: 317 m
Fläche: 38,76 km²
Postleitzahl: 8344, 8343
Website: www.bad-gleichenberg.at
Mit 1.1.2015 wurde im Rahmen der Gemeindestrukturreform des Landes Steiermark die Gemeinde Bad Gleichenberg mit den Gemeinden Merkendorf,
Bairisch-Kölldorf und Trautmannsdorf in Oststeiermark zusammengeschlossen. Die neue Gemeinde führt weiterhin den Namen Bad Gleichenberg.

Bad Gleichenberg (Bezirk Südoststeiermark) liegt am Fuß des Gleichenberger Kogels (598 m), am Ostrand des Steirischen Hügellandes, und ist der älteste Kurort im Steirischen Thermenland, schon die Römer wussten um die heilende Wirkung der Gleichenberger Quellen.

1170 wurde an einer strategisch günstigen Engstelle am südlichen Ausgang der Klausenschlucht die Burg Alt-Gleichenberg von den Herren von Wildon errichtet (1185 als "Glichenberch" erstmals urkundlich erwähnt), Überreste dieser Burg sind heute als "Meixnerstube" erkennbar. Im 14. Jahrhundert errichteten die Walseer gegenüber der alten Burgstelle die Burg "Neu-Gleichenberg", die im 17. Jahrhundert von der Familie Trauttmannsdorff zum Schloss ausgebaut wurde. (Leider wurde es im 2. Weltkrieg schwer beschädigt und 1983 durch Feuer endgültig zerstört.)


Bereits 1834 legte Graf von Wickenburg, Gouverneur der Steiermark, den Grundstein zur Gründung des "Curortes Gleichenberg": der Grazer Arzt Dr. Werlè, ein Schwager Erzherzog Johanns, hatte ihn auf die Quellen und ihre Heilwirkung aufmerksam gemacht und so beschloss er, diesen Schatz jedermann zugänglich zu machen. Zunächst gründete er zur Finanzierung der ersten Infrastruktur und zur Trockenlegung des einst sumpfigen Gebiets den "Gleichenberger Johannisbrunnen Actienverein". Bereits drei Jahre später, 1837, fand die erste Kursaison statt, in der 118 Gäste zur Erholung im Heilbad weilten. Rasch wurde der "Curort Gleichenberg" international bekannt und zum Luxuskurort der Monarchie - es gab edle Unterkünfte, wohltuende Behandlungen, Unterhaltung bei den täglichen Konzerten und einen 20 ha großen Kurpark. Diesen "Grünen Salon" legte 1837 Gräfin Emma von Wickenburg, die Gattin des Kurortgründers, an und bepflanzte ihn mit zahlreichen exotischen Bäumen und Sträuchern. Besonders bekannt ist der "Mammutbaum" mit seinen mächtigen Ästen.

Auch heute noch prägen dieser "grüne Salon" und die romantischen Herrschaftsvillen aus der Biedermeierzeit das Bild des ältesten steirischen Kurorts.

Seit Mai 2008 ist das neue Heilbad Bad Gleichenberg (das erste LifeMedicine-Resort) eröffnet. Nach wie vor steht die Behandlung von Erkrankungen der Luft- und Atemwege sowie der Haut im Mittelpunkt. Ein Novum stellt die Kältekammer zur Behandlung von Schmerzen des Bewegungsapparates und Migräne dar.

Sehenswert im Ort Gleichenberg und Umgebung sind u.a.

  • die Kirche: 1845, mit Hochaltar von J. Tunner
  • der Kurpark: im Park stehen das heutige Kurhaus, denkmalgeschützte Teile des alten Kurhotels, die (klassizistische) Villa Wickenburg, das Brunnenhaus (heute Curmuseum) und ein alter Eiskeller
  • Spätbiedermeierhäuser
  • das Freilichtmuseum Trautmannsdorf
  • Styrassic Park

Im Ort Trautmannsdorf findt man im Ortskern historischen Häuserbestand (18./19. Jh.); darüber hinaus sehenswert ist die Michaelskirche (1654–64) mit dekorativen Barockaltären und gotisches Steinrelief Maria mit Kind, schöne Grabplatten (14./16. Jh.), prächtiges Marmorepitaph (1614) und Prunkwappen der Familie Trautmannsdorff, Epitaph Adam von Langheims (1585).

Weiterführendes#

Literatur#

  • A. Fuksas, Bad Gleichenberg. Geschichte eines steirischen Heilbades, 1979
  • A. Fuksas, Bad Gleichenberg. Skizzen der Zeit, 1988