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Bauhütte#

Mittelalterlicher Werkstattverband der an einem größeren Kirchenbau tätigen Steinmetze, Bildhauer und Bautechniker; straff organisiert mit eigenen Hüttenordnungen. Hochblüte im 13./14. Jahrhundert, Reorganisationsversuche auf dem Regensburger Hüttentag von 1459; 1731 Auflösung als privilegierte Korporation (ihre Bräuche und Symbole übernahmen zum Teil die Freimaurer). Von großer Bedeutung für die österreichische Baukunst des 14. und 15. Jahrhunderts war die Dombauhütte von St. Stephan in Wien mit ihrem Einfluss auf weitere untergeordnete Bauhütten in Österreich (Admont, Salzburg, Hall in Tirol, Lienz), Ober- und Niederbayern, Böhmen, Mähren sowie donauabwärts. Mitglieder und Werkmeister der Wiener Hütte (unter anderen M. Chnab, H. Puchspaum) errichteten zahlreiche Kirchenbauten, unter anderem in Pulkau, Eggenburg, Baden, Deutsch-Altenburg, Perchtoldsdorf, Mödling und Steyr.

Literatur#

  • G. Binding, Bauhütte, Lexikon des Mittelalters, Band 1, 1980
  • G. Brucher, Gotische Baukunst in Österreich, 1990