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Benedek (Benedec), Ludwig von#

* 14. 7. 1804, Ödenburg (Sopron, Ungarn)

† 27. 4. 1881, Graz (Steiermark)

General


Ludwig von Benedek
Ludwig von Benedek. Lithographie von E. Kaiser, 1860
© Ch. Brandstätter Verlag, Wien, für AEIOU

Kämpfte 1848/49 in Oberitalien und Ungarn, zeichnete sich 1859 in der Schlacht von Solferino aus (Kommandeur des Maria-Theresien-Ordens), Feldzeugmeister; 1860 Chef des Generalstabs und Oberkommandant in Venetien.

Benedek Büste
Benedek, Büste, Heeresgeschichtl. Museum
© Rainer Lenius


Verlor im preußisch-österreichischen Krieg 1866 als Kommandant der Nordarmee gegen H. von Moltke die entscheidende Schlacht bei Königgrätz (3. 7. 1866) und wurde daraufhin seines Amts enthoben; die kriegsgerichtliche Untersuchung schlug Kaiser Franz Joseph I. nieder.


Im Heeresgeschichtlichen Museum ist seine Büste zu sehen.


--> Historische Bilder zu Ludwig von Benedek Benedec (IMAGNO)

Literatur#

  • Karl Glaubauf: Bismarck und der Aufstieg des Deutschen Reiches in der Darstellung Heinrich Friedjungs, Historiographische Fallstudie, Phil. Diss.; Wien 1977.
  • Heinrich Friedjung : Benedeks nachgelassene Papiere, Wien 1901 .
  • Ders.: Der Kampf um die Vorherrschaft in Deutschland 1859 - 1866, zehn(!) Auflagen, Stuttgart - Berlin 1897 ff.
  • O. Regele, Feldzeugmeister Benedek, 1960
  • Österreichisches Biographisches Lexikon


Benedek musste im Gegensatz zu den Planungen das Kommando der Nordarmee gegen Preußen übernehmen, wofür eigentlich Erzherzog Albrecht vorgesehen war. Da aber eine Niederlage gegen Preußen befürchtet wurde, überredete Kaiser Franz Josef Benedek das Kommando zu übernehmen, was dieser nur mit Rücksicht auf die Habsburger-Dynastie tat, da er immer betonte, lediglich über Erfahrungen auf dem südlichen Kriegsschauplatz zu verfügen.

Das gegen ihn angestrengte Kriegsgerichtsverfahren entbehrte des Gegenstandes, da der Kommandant des rechten Flügels der Österreicher seine Stellungen verlassen hatte, ohne Benedek zu informieren, wozu er absolut verpflichtet gewesen wäre. Vielleicht könnte der aus dynastischen Gründen überraschend erfolgte Tausch der Kommandofunktionen zwischen Benedek und Albrecht kurz angesprochen werden, da Benedek an der Niederlage völlig unschuldig war und sich lediglich auf Drängen des Kaisers opferte.

--Glaubauf Karl, Dienstag, 14. September 2010, 07:58