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Bergmann, Kurt#


* 11. 5. 1935, Ebersberg bei Neulengbach (Niederösterreich)

† 15. 1. 2016, Wien


Journalist, Politiker (ÖVP)


Kurt Bergmann wurde am 11. Mai 1935 als Sohn eines Bäckers in Ebersberg bei Neulengbach (Niederösterreich) geboren. Nach dem Besuch der Volksschule in St. Pölten und der Matura am Jesuitenkollegium Kalksburg begann er zunächst in Wien ein Studium der Rechtswissenschaften und der Publizistik.

1960 begann er als Redakteur im ÖVP-Pressedienst zu arbeiten, 1964 wurde er Pressereferent des damaligen Bundesministers für Finanzen. 1968 wechselte Kurt Bergmann in den ORF, wo er Hauptabteilungsleiter der Öffentlichkeitsarbeit wurde. 1973 wurde er Intendant des ORF Landesstudios Niederösterreich. (Dort improvisierte er am 24. Dezember 1973 eine Anrufsendung, die Spenden für ein Sozialprojekt für Menschen mit Behinderung sammelte – dies war der Anfang von "Licht ins Dunkel".)


1976 ging Kurt Bergmann wieder in die Politik - er wurde Bundesgeschäftsführer der ÖVP. (1979 – als Wahlkampfleiter der ÖVP – war er in eine dubiose Spendengeschichte verwickelt, die erst später publik wurde: eine Aktentasche mit zehn Millionen Schilling Spenden wurde ihm von Bela Rabelbauer als Spende für die ÖVP übergeben.)
Von 1979 bis 1990 war Kurt Bergmann ÖVP-Nationalratsabgeordneter, 1980 wurde er außerdem politischer Direktor des ÖVP-Parlamentsklubs. Darüberhinaus war er ebenfalls bis 1990 Fachverbandsvorsteher für Verkehr in der Wirtschaftskammer Österreich, Generalsekretär des Österreichischen Wirtschaftsbundes und Mitglied des ORF-Kuratoriums.

1990 wechselte er von der Politik abermals zum Rundfunk, wo er Generalsekretär des ORF wurde. (Die Sendung "Licht ins Dunkel" war zu dieser Zeit schon langjährige Tradition; als Reaktion auf den Bürgerkrieg in Jugoslawien rief Kurt Bergmann 1992 – zusammen mit Caritas und dem Roten Kreuz - die große internationale ORF-Spendenaktion "Nachbar in Not" ins Leben.)

Nach seiner Ablöse durch Gerhard Zeiler 1994 wurde Kurt Bergmann mit der Leitung des ORF-Büros für humanitäre Angelegenheiten betraut; nur einige Monate später wurde er Intendant des ORF Landesstudios Steiermark. 1998 wurde er Chef der ORF-Abteilung für 'Humanitarian Broadcasting' und blieb es bis zu seiner Pensionierung 2003.

Auch von der Politik konnte Bergmann nie ganz lassen: 2004 war er Kampagnenleiter der ÖVP-Politikerin Benita Ferrero-Waldner im Präsidentschaftswahlkampf, 2009 trat er als Unterstützer des ÖVP-EU-Kandidaten Othmar Karas auf. Mitte der 2000er-Jahre war er ORF-Stiftungsrat; später machte er sich mit der Initiative "Rettet den ORF" für einen unabhängigen öffentlich-rechtlichen Rundfunk stark und war Mitglied in der Regierungs-Arbeitsgruppe zur ORF-Reform.

Kurt Bergmann war sowohl im Journalismus als auch in der Politik zu Hause und fungierte oft als Vermittler zwischen der politischen Welt und der Medienwelt. Auch in der Kulturpolitik hinterließ er viele Spuren: als Nationalratsabgeordneter und Kultursprecher der ÖVP hatte er an vielen Gesetzen in diesem Bereich mitgewirkt.


Kurt Bergmann starb am 15. Jänner 2016 in Wien.

Auszeichnungen, Ehrungen (Auswahl)#

  • Großes Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich, 1987
  • Silbernes Komturkreuz des Ehrenzeichens für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich, 2003
  • Vorarlberger Montfortorden
  • "Fundraiser des Jahres", 2009
  • Friedenspreis der Stadt Sarajevo, 2013
  • Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse, 2015

Quellen#


Redaktion: I. Schinnerl