unbekannter Gast

Bevölkerung#

Die Gesamtheit der in Österreich mit Hauptwohnsitz gemeldeten Personen. Im Rahmen der Bevölkerungsstatistik werden nur Personen mit einer Mindestaufenthaltsdauer von 90 Tagen erfasst. Zur österreichischen Bevölkerung zählen auch die anerkannten autochthonen Volksgruppen (Kroaten, Slowenen, Tschechen, Slowaken, Ungarn sowie Roma und Sinti) und ausländische Staatsangehörige.

Die Bevölkerungsentwicklung wird durch die drei demographischen Prozesse Fertilität (Entwicklung der Geburten), Mortalität (Entwicklung der Sterbefälle) und Migration (Zu- und Abwanderung) geprägt.

Die Bevölkerungsstruktur kann nach demographischen Merkmalen (Altersstruktur, Familienstand, Geschlechterproportion) und nach sozialen Merkmalen (Berufsstruktur, Erwerbsquote) gegliedert werden. Am 1.1.2011 umfasste die Bevölkerungszahl Österreichs insgesamt 8,404.252 Menschen. Davon waren 927.612 ausländische Staatsangehörige, was einem Ausländeranteil von 11% entsprach. Rund ein Fünftel der Bevölkerung Österreichs (1,714.142 Menschen) lebte am 1.1.2011 in der Bundeshauptstadt Wien. Weitere aktuelle statistische Informationen zum Bevölkerungsstand sowie zur regionalen Verteilung der Bevölkerung finden sich hier.

Bevölkerungsstatistik#

Bis 2001 wurde die Bevölkerungszahl Österreichs ausschließlich durch die – meist alle zehn Jahre stattfindenden – Volkszählungen erfasst, während in den Jahren zwischen den Volkszählungen die Bevölkerungszahl unter Berücksichtigung der Geburten, der Sterbefälle und der Ein- und Auswanderung fortgeschrieben wurde. Seit 2002 liefert die auf den Daten des Meldewesens beruhende Statistik des Bevölkerungsstandes quartalsweise aktuelle Einwohnerzahlen. Mit Stichtag 31.10.2011 findet die erste Volkszählung statt, welche ausschließlich auf einer Registerzählung basiert. Das Registerzählungsgesetz vom März 2006 ebnete den Weg für diese Umstellung und stellt eine Zäsur in der Geschichte der Volks-, Gebäude-, Wohnungs- und Arbeitsstättenzählungen in Österreich dar. Erstmalig werden die Informationen nicht von den Bürgern eingeholt, sondern den vorliegenden Verwaltungsregistern entnommen. Als Vorbereitung dazu wurde eine Probezählung mit Stichtag 31.10.2006 durchgeführt. Details siehe hier.

Bevölkerungsentwicklung#

Die Bevölkerungsentwicklung Österreichs ist durch ein langfristiges Wachstum gekennzeichnet. Seit 1869 (erste Volkszählung in Österreich) nahm die Bevölkerung von 4,9 Millionen auf 8,4 Millionen zu Jahresbeginn 2011 zu. Der Anstieg der Bevölkerung ergab sich einerseits durch die starke Zuwanderung nach Wien im 19. Jahrhundert bzw. bis 1914 sowie ab den 1960er Jahren dieses Jahrhunderts. Andererseits waren die steigende Lebenserwartung der Bevölkerung sowie hohe Geburtenzahlen, die mit Ausnahme der Zwischenkriegszeit bis zur 2. Hälfte der 1960er Jahre andauerten, für diese Entwicklung verantwortlich.

Bei der Betrachtung der Bevölkerungsentwicklung Österreichs spielen regionale Gegensätze eine wichtige Rolle. Die Komponenten der Bevölkerungsentwicklung können mit den amtlichen Daten für die Bundesländer, Politischen Bezirke und Gemeinden Österreichs ausgewertet werden. Über die nachstehende interaktive Karte können aktuelle statistische Informationen für jede Gemeinde Österreichs abgefragt werden:

Interaktive Karte "Regionale Gliederung" von Statistik Austria

Altersstruktur#

Die Altersstruktur gehört zu den wichtigsten Kennzeichen einer Bevölkerung, wobei eine Einteilung nach Altersjahrgängen vorgenommen wird. Anhand der Altersstruktur können Aussagen über die Anteile der sich im Pensionsalter befindenden Menschen, der schulpflichtigen Kinder, der Kinder im Kindergartenalter, der Frauen im gebärfähigen Alter und des Arbeitskräftepotentials gewonnen werden. Die demographischen Prozesse Fertilität, Mortalität und Migration beeinflussen die Altersstruktur einer Bevölkerung. Langfristig hat das niedrige Geburtenniveau der letzten Jahrzehnte in Österreich den größten Einfluss. Aber auch die steigende Lebenserwartung hat die Altersstruktur verändert. Wie auch in anderen europäischen Ländern und industrialisierten Staaten zeichnet sich in Österreich ein demographischer Alterungsprozess ab. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung ist zwischen 1970 und 2010 von 36,1 auf 41,6 Jahre angestiegen.

Aktuelle statistische Informationen über die Altersstruktur der Bevölkerung finden sich auf der Webseite von Statistik Austria

Fertilität #

Die Analyse der Fertilität bezieht sich auf das Reproduktionsverhalten einer Bevölkerung. Die Messung der Geburtenhäufigkeit erfolgt über die absolute und relative Anzahl von Geburten. Die Geburtenbilanz ist die Differenz von Geburten und Sterbefällen (vgl. Mortalität) und beschreibt somit die natürliche Bevölkerungsentwicklung. Übersteigt die Zahl der Geborenen jene der Gestorbenen, so spricht man von einem Geburtenüberschuss, im umgekehrten Fall von einem Geburtendefizit.

Die Geburtenentwicklung in Österreich ist seit den 1960er Jahren durch einen Rückgang gekennzeichnet. Dieser Prozess wird mit veränderten sozialen, ökonomischen und kulturellen Bedingungen (Verstädterung, Bildungsexpansion, Emanzipation der Frau) in Verbindung gebracht. Die absoluten Geburtenzahlen weisen unter jährlichen Schwankungen insgesamt einen abnehmenden Trend auf. In der ersten Hälfte der 1960er Jahre kamen noch rund 135.000 Kinder zur Welt, gegenwärtig sind es etwa 75.000 bis 80.000 pro Jahr.

Die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau (Gesamtfertilitätsrate) sank zwischen 1963 und 1973 von 2,8 auf 1,9, womit seit Mitte der 1970er Jahre nicht mehr hinreichend Kinder geboren wurden, um eine Elterngeneration vollständig zu ersetzen. Seit mehr als zwei Jahrzehnten stagniert die Gesamtfertilitätsrate auf einem niedrigen Niveau zwischen 1,4 und 1,5 Kindern pro Frau. Die Veränderungen der Geburtenentwicklung gingen vor allem mit einem Anstieg des durchschnittlichen Alters der Mutter bei der Geburt eines Kindes einher – dieses stieg zwischen 1970 und 2010 von 26,7 auf 29,8 Jahre an. Aktuelle statistische Informationen über die Geburtenentwicklung in Österreich finden sich hier.

Mortalität#

Untersuchungen zur Mortalität umfassen die Messung der Sterblichkeit in einer Bevölkerung, wobei verschiedene Maßzahlen wie zum Beispiel geschlechts- und altersspezifische Sterbeziffern oder die Lebenserwartung herangezogen werden. Aus dem zahlenmäßigen Verhältnis zwischen Sterbefällen und Geburten (vgl. Fertilität) ergibt sich die natürliche Bevölkerungsentwicklung. Übersteigt die Zahl der Geborenen jene der Gestorbenen, so spricht man von einem Geburtenüberschuss, im umgekehrten Fall von einem Sterbefallüberschuss oder Geburtendefizit. Die Zahl der jährlichen Sterbefälle blieb in der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts mit rund 74.000 bis 78.000 Gestorbenen pro Jahr relativ stabil. Die Lebenserwartung erhöhte sich zwischen 1970 und 2010 für Männer von 66,5 auf 77,7 Jahre und für Frauen von 73,4 auf 83,2 Jahre. Aktuelle statistische Informationen über die Entwicklung der Sterbefälle und der Lebenserwartung in Österreich finden sich hier

Migration #

Migration bezeichnet die räumliche Mobilität von Personen, also Wanderungsbewegungen, bei denen es zur Verlegung des Hauptwohnsitzes kommt. Unterschieden werden Wanderungen innerhalb der Grenzen Österreichs (Binnenwanderungen) sowie Wanderungen über die Staatsgrenze Österreichs hinweg (Außenwanderungen oder internationale Wanderungen). Bei Wanderungen unterscheidet man zwischen Zuzügen (Immigration) und Weg- oder Fortzügen (Emigration), welche eine Wanderungsbewegung (einen Wanderungsstrom) abbilden und jeweils für den Ziel- bzw. Herkunftsort der Wanderungsbewegung bestimmt werden. Wanderungen innerhalb einer räumlichen Einheit (z.B. Gemeinden) bezeichnet man als Umzüge. Wanderungen werden in Österreich seit 1996 statistisch detailliert erfasst; für die Zeit davor existieren nur Schätzungen. So kamen zwischen 1945-91 rund 3,8 Millionen Menschen als Aussiedler, Flüchtlinge, Transmigranten, angeworbene Arbeitskräfte oder Familienangehörige nach Österreich. Für sie war Österreich Immigrationsziel, Gastland oder Durchgangsstation. Rund 1,2 Millionen blieben in Österreich und sorgten seit etwa 1960 für kontinuierliche Überschüsse (einen positiven Wanderungssaldo) der Zuzüge aus dem Ausland gegenüber den Wegzügen in das Ausland. Die Wanderungsgewinne der letzten 50 Jahre konzentrierten sich nahezu ausschließlich auf ausländische Staatsangehörige, wogegen stets mehr Österreicher in das Ausland abwanderten als zurückkehrten. Am Ende der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts lebten rund 430.000 Österreicher im Ausland. Die meisten Auslandsösterreicher lebten in Deutschland (175.000) und in der Schweiz (37.000).

Familienstand#

Der Familienstand einer Person ist ein rechtliches und soziales Differenzierungsmerkmal. Traditionell wurde dabei zwischen den Formen ledig, verheiratet, geschieden und verwitwet unterschieden. Seit 2010 werden in der amtlichen Statistik auf Basis der Standesfälle auch gleichgeschlechtliche eingetragene Partnerschaften in folgenden Formen berücksichtigt: in eingetragener Partnerschaft lebend, aufgelöste eingetragene Partnerschaft, Hinterbliebener einer eingetragenen Partnerschaft. Die Betrachtung der Familienstandsgliederungen erlaubt Rückschlusse auf die Veränderung der Lebensformen. Regional variiert die Familienstandsgliederung erheblich.

Berufsstruktur#

Die Gliederung der Erwerbstätigen nach einem systematischen Verzeichnis der Berufe. Erfasst durch die Volkszählung und den Mikrozensus, liefert sie wichtige Hinweise auf die gesellschaftliche Struktur und deren Veränderungen. Aus der Stellung im Beruf (Selbständige, mithelfende Familienangehörige, Beamte, Angestellte, Arbeiter) wird die soziale Struktur beschrieben. Von rund 4,08 Millionen Berufstätigen in Österreich (Jahresdurchschnitt 2009) sind 3,53 Millionen unselbständig Erwerbstätige.

Langfristig geht der Anteil der Selbständigen zurück, hauptsächlich verursacht durch den Rückgang der Landwirtschaft, der Anteil der Unselbständigen steigt dagegen an. In dieser Gruppe wiederum sinkt die Zahl der Arbeiter, während Angestellte und Beamte zunehmen.

Erwerbsperson#

Als Erwerbspersonen zählen alle unselbständig beschäftigten und alle selbständig tätigen Personen sowie Arbeitslose. 2010 betrug die Zahl der Erwerbspersonen im Jahresdurchschnitt 4,284.600 Personen (2,302.200 Männer und 1,982.400 Frauen). Die Zahl der Erwerbspersonen ist in Österreich innerhalb des letzten Jahrzehntes kontinuierlich angestiegen. Der Anteil der Erwerbspersonen an der Wohnbevölkerung derselben Altersgruppe ergibt die Erwerbsquote.

Erwerbsquote#

Anteil der Erwerbspersonen an der Wohnbevölkerung. Die Erwerbsquote wird häufig alters- und geschlechtsspezifisch differenziert und ist ein wichtiger Indikator für die Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarkts und für das kulturell und sozial geprägte Erwerbsverhalten einzelner Bevölkerungsgruppen.

Die Erwerbsquote der 15- bis 64- Jährigen lag 2010 in Österreich insgesamt bei 75,1%. Bei den Männern wurde in der gleichen Altersgruppe eine Erwerbsquote von 80,9% und bei den Frauen von 69,3% ermittelt.