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Bezirke#

Die räumlichen Verwaltungseinheiten, die zwischen dem Bundesland und den Gemeinden stehen. Im Gegensatz zu diesen sind sie keine Körperschaften und haben an ihrer Spitze keine demokratisch gewählten, sondern ernannte berufsmäßige Organe.


1. Die politischen Bezirke: Österreich ist in 15 Stadtbezirke (Statuarstädte) und 83 Landbezirke eingeteilt. Die Stadtbezirke (Städte mit eigenem Statut) werden von einem gewählten Bürgermeister mit dem Magistrat geleitet. Die Landbezirke bilden die Sprengel der Bezirkshauptmannschaften, an deren Spitze der Bezirkshauptmann steht.

Sie umfassen jeweils den Bereich aller Gemeinden, für die eine bestimmte Bezirkshauptmannschaft als Verwaltungsbehörde zuständig ist. Bei gleich- bzw. ähnlich lautenden Politischen Bezirken wurden – um Verwechslungen zu vermeiden – in Klammer die Zusätze „Stadt“ bzw. „Land“ angefügt. Diese Zusätze stellen jedoch keinen Bestandteil des offiziellen Namens dar. Die 3-stellige Kennziffer des Politischen Bezirkes setzt sich zusammen aus einer Stelle für das Bundesland (1 für Burgenland, 2 für Kärnten, 3 für NÖ, 4 für OÖ, 5 für Salzburg, 6 für Steiermark, 7 für Tirol, 8 für Vorarlberg und 9 für Wien) plus 2-stelliger

Zusammenführung von weiteren Politischen Bezirken und Gemeinden in der Steiermark

Bezug nehmend auf die Verordnung der Steiermärkischen Landesregierung vom 20. September 2012 über Sprengel, Bezeichnung und Sitz der Bezirkshauptmannschaften in der Steiermark (Steiermärkische Bezirkshauptmannschaftenverordnung) über die Zusammenführung der Politischen Bezirke Bruck an der Mur und Mürzzuschlag zum neuen Bezirk „Bruck-Mürzzuschlag“, Hartberg und Fürstenfeld zu „Hartberg-Fürstenfeld“ und Feldbach und Radkersburg zu „Südoststeiermark“, wird die endgültige Neufestsetzung der Bezirkskennziffer und Gemeindekennziffern vorgenommen.

Die Liste der Bezirke nach Einwohnerzahlen (Stand 1.1.2013) ist nach der STATISTIK AUSTRIA im folgenden PDF File ersichtlich

Zusätzlich werden die Gemeinden Gai, Hafning bei Trofaiach und Trofaiach (Pol. Bezirk Leoben) zur Stadtgemeinde Trofaiach (LGBl. Nr. 107/2012 Stück 42 vom 25. Oktober 2012) sowie Buch-Geiseldorf und Sankt Magdalena am Lemberg (Pol. Bezirk Hartberg-Fürstenfeld) zur Gemeinde Buch-St. Magdalena (LGBl. Nr. 106/2012 Stück 42 vom 25. Oktober 2012) zusammengeführt.

2. Die Gerichtsbezirke: Die meisten politischen Bezirke sind in Gerichtsbezirke unterteilt. Sie bilden den Sprengel der Bezirksgerichte. Österreich zählt 200 Gerichtsbezirke

3. Der Gemeindebezirk: Wien, das als Gemeinde ein Bundesland ist und gleichzeitig einen politischen Bezirk umfasst, setzt sich aus 23 Bezirken zusammen, an deren Spitze gewählte Bezirksvorstehungen mit geringen Kompetenzen stehen. In den Bezirken sind rechtlich unselbständige, ausgegliederte Dienststellen des Magistrats, die Magistratischen Bezirksämter, eingerichtet. Sie besorgen ausgewählte Angelegenheiten des Magistrats. Diese Bezirke sind traditionsreiche historische Gebilde und - im Gegensatz zu den Bezirken in anderen Großstädten Österreichs - außergewöhnlich stark individualisiert und im Bewusstsein der Bevölkerung verankert.


Dass die Wiener Bezirke stark im Bewusstsein der Öffentlichkeit stehen, hängt vor allem mit den Bezirksvertretungen und den dort tätigen Bezirksräten zusammen. Bekanntlich hat jeder WienerIn im Gegensatz zu den Bundesländern bei der Gemeinderats-/Landtagswahl sogar zwei Stimmen, wovon eine für die Wahl der Bezirksräte dient, die dann ihrerseits bei der konstituierenden Sitzung der Bezirksvertretung den Bezirksvorsteher und seine Stellvertreter wählen.

Das politische Systems Wiens ist also jenem der Bundesländer weit überlegen, da dort die Bezirkshauptleute durch den Landeshauptmann ernannt werden und deshalb auch seiner Partei angehören. Die Bezirksvertretungen beschließen unter anderem das Bezirksbudget und sind für die Schulen der Bundeshauptstadt und Verkehrsprobleme etc. verantwortlich. Da die Bezirksvorsteher in der Regel auch im Gemeinderat/Landtag vertreten sind, ist ihr Einfluss etwa bei der Wohnungs- oder Arbeitsplatzvergabe etc. enorm. Ihre Kompetenzen und jene der Bezirksvertretungen und der Bezirksräte sind in der Wiener Stadtverfassung geregelt. Die Bundeshauptstadt selbst ist übrigens kein Bezirk sondern ein eigenes Bundesland, wie ja einleitend völlig richtig festgestellt !

Möglicherweise hat Graz ein ähnliches System der Bezirksvertretungen, was sich aber leider meiner Kenntnis entzieht. Vielleicht könnte mir da jemand etwas Nachhilfe geben ? Herzlichsten Dank ! Angesichts der bevorstehenden Wiener Wahlen ist das Thema ja nicht unaktuell....

--Glaubauf Karl, Dienstag, 21. September 2010, 18:22