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Binzer, Carl von#

* 1824, Glücksburg, Schleswig, Deutschland

† 1902, Schwabach

Maler


Carl von Binzer, einer der Söhne von Emilie von Binzer und August Daniel Binzer, erbte nach dem Tod des Vaters die von ihm errichteten Häuser Fischerndorf Nr. 39 und Fischerndorf Nr. 59 in Altaussee.

Das Haus Fischerndorf 59, das sein Vater für ihn als Atelier erbauen hatte lassen, baute Carl von Binzer als Villa aus, damit er jedem seiner Söhne ein bewohnbares Haus hinterlassen konnte.

1849 wurde er in die Akademie der bildenden Künste München aufgenommen.

Er war seit 1860 mit Antonie Zwez, Tochter des Geheimen Justizrats in Weimar verheiratet. Zwei Söhne entsprossen dieser Ehe. 1861 kam Adolf Christian zur Welt, 1865 August. Nach der Geburt des jüngsten Sohnes starb die 24-jährige Mutter an Kindbettfieber.

Carl heiratete nicht wieder und begann 1866 ein Wanderleben, über das er später berichtete:

"Seit 25 Jahren durchstreife ich alle deutschen Gaue, dringe in die entlegendsten Dörfer ein, strauchle auf den schlüpfrigen Parketts vornehmer Paläste, werde dort Fürsten und hohen Herren vorgestellt, füge mich an die zufällige Gruppe lustiger Reisender, feiere Feste mit Künstlern und Dichtern, berühre die trauten Kreise gebildeter Männer, Stätten wahrer Kultur, begegne dem Jäger auf der hohen Alb, finde deutsche Kolonnien in Rom, Neapel, Venedig, in der Schweiz, Belgien, Lyon und Paris ..."

Seine dauernde Heimstatt behielt er aber in den "Binzer-Villen" in Altaussee und führte dort ein "offenes Haus". Er erwarb sich als Maler einen Namen, der ihm beachtliche Aufträge einbrachte. So verschaffte ihm Frau Goethe einen amerikanischen Mäzen, der drei große Bilderkopien und zwei Originalgemälde von ihm bestellte, die ihm ein Vermögen einbrachten. Einige Aufträge kamen auch von Kaiser Maximilian, dessen literarische Beraterin seine Mutter, Emilie von Binzer war.


Die große Stärke Binzers liegt im "Landschaftlichen", er war bestrebt, die Landschaft malerisch in allen Einzelheiten wiederzugeben. Dazu soll er ein froher, heller Mensch gewesen sein, der in späteren Jahren auch schriftstellerisch und journalistisch tätig war. Er war Mitarbeiter einiger Zeitungen und hinterließ seiner Nachwelt fünf Bände Lebenserinnerungen.

Das Haus Fischerndorf Nr. 59 wurde nach dem Tode Carl von Binzers am 22. Juli 1902 an seinen Sohn August von Binzer vererbst, sein Sohn Adolf Christian erhielt Fischerndorf Nr. 39.

Nach dem unglücklichen Ausgang des Ersten Weltkrieges und befürchteter Beschlagnahme allen ausländischen Vermögens für Reparationsleistungen, entschlossen sich die Brüder von Binzer, ihre Villen zu verkaufen. Ernst Königsgarten kaufte das einstige Atelier und die Villa erhielt den Namen "Villa Königsgarten".

Später bewohnte der Schriftsteller Friedrich Torberg viele Jahre diese Villa. Seit 1979 ist die "Villa Königsgarten" im Besitz des Künstlers Horst K. Jandl, der der sie liebevoll und stilgerecht renovierte. Sie diente als Arbeitsstätte und Wohnung des Künstlers.

Quellen#