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Bodentypen#

Karte zu Bodentypen
Bodentypen
© Verlag Ed. Hölzel, Wien.

Boden ist der oberste Bereich der Erdkruste, der durch Verwitterung, Um- und Neubildung (natürlich oder anthropogen verändert) entstanden ist und weiter verändert wird; er besteht zu zirka 50 % aus festen anorganischen (Mineral-) und organischen Teilen (Lebewesen und Humus) und 50 % Poren, die mit Wasser, den darin gelösten Stoffen und mit Luft gefüllt sind, und steht in Wechselwirkung mit Lebewesen.

Unter Bodentypen als Oberbegriff werden Böden zusammengefasst, die durch die am jeweiligen Standort wirksamen Bodenbildungsfaktoren entstanden und durch charakteristische Bodenhorizonte und deren Abfolge sowie spezifische Merkmale und Eigenschaften gekennzeichnet sind. Der Bodentypus ist der zentrale Begriff der Bodensystematik. Zu den bodenbildenden Faktoren zählen Gestein, Relief, Klima, Pflanzenwelt, Tierwelt, Menschen und Zeit.

Die Böden in Österreich weisen ein Alter von rund 6000 Jahren auf, daher muss der Bodenerhaltung besondere Beachtung geschenkt werden, da verunreinigte Böden nach dem derzeitigen Wissensstand nicht in ihren ursprünglichen Zustand zurückgeführt werden können und andererseits erodierte oder abgeschobene Böden sehr lange Zeit benötigen, um sich zu regenerieren (falls dies überhaupt möglich ist). Dem Bodenschutz kommt deshalb im Sinne der Erhaltung der Fruchtbarkeit und der Landschaft eine steigende Bedeutung zu. Die Hauptfunktionen des Bodens sind Produktion, Filter und Infrastruktur. Für die Landwirtschaft stellt der Boden einen kurzfristig nicht erneuerbaren Rohstoff dar.

Bedingt durch den sehr heterogenen lithologischen Aufbau Österreichs, die starken Reliefgegensätze und das unterschiedliche Klima wechseln auch die Bodentypen sehr kleinräumig. Stark verallgemeinernd findet man im Wald- und Mühlviertel überwiegend silikatische Braunerden, podsolige Braunerden und Podsole, im nördlichen Alpenvorland Parabraunerden, vergleyte Parabraunerden und Pseudogleye und im südöstlichen Alpenvorland Pseudogleye. Hochwertige Tschernoseme (Steppenschwarzerden) finden sich im Wiener Becken, namentlich nördlich der Donau, im südlichen Teil überwiegen Feuchtschwarzerden und Rendsinen auf Schotter. Rendsinen bedecken auch weite Flächen der Nördlichen und der Südlichen Kalkalpen, während die Zentralalpen meist von podsoligen Braunerden und Semipodsolen bedeckt sind. In den breiten Tallandschaften finden sich großflächig Auböden. Im Bereich des Seewinkels, des tiefsten Gebiets Österreichs, finden sich Salzböden.