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Breth, Andrea#

* 31. 10. 1952, Rieden bei Füssen


Theaterregisseurin


Andrea Breth wurde am 31. Oktober 1952 in Rieden bei Füssen geboren und wuchs in Darmstadt auf.

Von 1970 bis 1972 absolvierte sie ein Studium der Germanistik und Anglistik an der Universität Heidelberg.
Von 1972 bis 1973 machte sie Regieassistenz am Heidelberger Theater; ihrer ersten Inszenierung "Die verzauberten Brüder" von Jewgenij Schwarz am Bremer Theater (1975) folgten weitere Inszenierungen in Bremen, Wiesbaden, Hamburg und Berlin, an der Züricher Schauspielakademie und am Theater Neumarkt in Zürich.


Von 1983 bis 1985 war sie am Freiburger Theater engagiert - hier gelang ihr 1985 auch der Durchbruch mit der Inszenierung von Federico García Lorcas "Bernarda Albas Haus".
Diese Inszenierung brachte ihr eine Einladung auf das Berliner Theatertreffen und die Auszeichnung der Zeitschrift Theater heute als "Regisseurin des Jahres".

Über Bochum und Wien kam sie an die Berliner Schaubühne am Lehniner Platz, deren künstlerische Leitung sie von 1992 bis 1997 innehatte.


1999 wechselte sie ans Wiener Burgtheater, wo sie bis 2006 Hausregisseurin war. Bei den Salzburger Festspielen inszenierte Andrea Breth Schnitzlers "Das weite Land" und "Verbrechen und Strafe" von Fjodor Dostojewski; 2009 inszenierte sie am Berliner Ensemble und bei der Ruhrtriennale, 2011 am Düsseldorfer Schauspielhaus.


Für die Oper inszenierte sie ab 2000 Glucks "Orfeo ed Euridice" (Leipziger Oper), Smetanas "Die verkaufte Braut" (Oper Stuttgart), Bizets "Carmen" (Styriarte, Graz), bei den Salzburger Festspielen 2007 "Eugen Onegin", 2010 Janáčeks Oper "Katja Kabanowa" im Brüsseler Théâtre de la Monnaie und 2012 "Lulu" von Alban Berg am Berliner Schillertheater.


Andrea Breth zählt zu den bedeutendsten Regisseurinnen des europäischen Gegenwartstheaters, deren künstlerisches Schaffen bereits mehrfach ausgezeichnet wurde (u.a. mit dem Wiener Nestroy-Preis und dem renommierten Berliner Theaterpreis) und ist seit 1994 Professorin für Regie an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" in Berlin.


In ihrer Arbeit widersetzt sie sich ästhetischen Konjunkturen und Moden, ihr Regiestil wird häufig als psychologisch-poetischer Realismus beschrieben. Vorzugsweise beschäftigt sie sich mit russischen Autoren (Gorki, Tschechow, Dostojewski, Charms) und deutschen Klassikern (Lessing, Schiller, Kleist).

Andrea Breth lebt in Wien.

Werke (Auswahl)#

  • "Emilia Galotti" von Gotthold Ephraim Lessing - Freie Volksbühne Berlin, 1981
  • "Eisenherz" von Gerlind Reinshagen - Uraufführung am Schauspielhaus Bochum, 1982
  • "Bernarda Albas Haus" von Federico Garcia Lorca - Städtische Bühnen Freiburg, 1985
  • "Süden" von Julien Green - Schauspielhaus Bochum, 1987
  • "Sommer" von Edward Bond - Schauspielhaus Bochum, 1987
  • "Die Letzten" von Maxim Gorki - Schauspielhaus Bochum, 1989
  • "Der zerbrochne Krug" von Heinrich von Kleist - Burgtheater Wien, 1990
  • "Der einsame Weg" von Arthur Schnitzler - Schaubühne Berlin, 1991
  • "Das Ende vom Anfang" von Sean O'Casey - Burgtheater Wien, 1992
  • "Letzten Sommer in Tschulimsk" von Alexander Wampilow - Schaubühne Berlin, 1992
  • "Von morgens bis mitternachts" von Georg Kaiser - Schaubühne Berlin, 1993
  • "Hedda Gabler" von Henrik Ibsen - Schaubühne Berlin, 1993
  • "Die Familie Schroffenstein" von Heinrich von Kleist - Schaubühne Berlin, 1997
  • "Onkel Wanja" von Anton P. Tschechow - Schaubühne Berlin, 1998
  • "Die See" von Edward Bond - Burgtheater Wien, 2000
  • "Das Käthchen von Heilbronn" von Heinrich von Kleist - Burgtheater Wien, 2001
  • "Maria Stuart" von Friedrich Schiller - Burgtheater Wien, 2001
  • "Letzter Aufruf" von Albert Ostermaier - Uraufführung am Burgtheater Wien, 2002
  • "Emilia Galotti" von Gotthold Ephraim Lessing - Burgtheater Wien, 2002
  • "Die Ziege oder Wer ist Sylvia?" von Edward Albee - Akademietheater Wien, 2004
  • "Don Carlos" von Friedrich Schiller - Burgtheater Wien, 2004
  • "Carmen" von Georges Bizet - Styriarte Graz, 2005
  • "Die Katze auf dem heißen Blechdach" von Tennessee Williams - Burgtheater Wien, 2005
  • "Der Kirschgarten" von Anton P. Tschechow - Burgtheater Wien, 2005
  • "Nach den Klippen" von Albert Ostermaier - Burgtheater Wien, 2005
  • "Minna von Barnhelm" von Gotthold Ephraim Lessing - Burgtheater Wien, 2006
  • "Eugen Onegin" von Peter Tschaikowsky - Salzburger Festspiele, 2007
  • "Motortown" von Simon Stephens - Akademietheater Wien, 2008
  • "Schuld und Sühne" nach Fjodor M. Dostojewski (Bühnenfassung Andrea Breth) - Salzburger Festspiele, 2008
  • "Der zerbrochene Krug" von Heinrich von Kleist - Salzlager, Kokerei Zollverein, Essen, Ruhrtriennale 2009
  • "Quai West" von Bernard-Marie Koltès - Burgtheater Wien, 2010
  • Szenen von Cami, Charms und Courteline "Zwischenfälle" - Burgtheater (Akademietheater) Wien, 2011
  • "Wozzeck" von Alban Berg - Staatsoper im Schiller Theater Berlin, 2011
  • "Marija" von Isaak Babel - Düsseldorfer Schauspielhaus, 2012
  • "Lulu" von Alban Berg - Staatsoper Unter den Linden, Berlin, 2012
  • "Prinz Friedrich von Homburg oder die Schlacht bei Fehrbellin" von Heinrich von Kleist - Salzburger Festspiele / Burgtheater Wien, 2012

Auszeichnungen, Ehrungen (Auswahl)#

  • Theater heute: Regisseurin des Jahres, 1985
  • Deutscher Kritikerpreis, , 1986
  • Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen, 1986
  • Fritz-Kortner-Preis, 1987
  • Aufnahme in die Akademie der Darstellenden Künste, Frankfurt am Main, 1990
  • Aufnahme in die Akademie der Künste (Berlin), 1993
  • Nestroy-Theaterpreis-Auszeichnung für die Beste Regie für die Inszenierung von Emilia Galotti, 2003
  • Hessischer Kulturpreis, 2004
  • Theaterpreis Berlin, 2006
  • Nestroy-Theaterpreis-Auszeichnung für die Beste Regie für die Inszenierung von Zwischenfälle, 2011
  • Ehrenkreuz 1. Klasse für Wissenschaft und Kunst

Weiterführendes#

Quellen#



Redaktion: I. Schinnerl