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Brixen, Bistum#

Folgte seit dem 10. Jahrhundert dem Bistum Säben, das angeblich bereits im 4. Jahrhundert durch den heiligen Kassian gegründet worden war; erster historisch nachgewiesener Bischof von Säben war der 588/89 genannte heilige Ingenuin. Säben war Suffragan von Aquileia, seit 798 von Salzburg. Ludwig der Deutsche verlieh 845 dem Besitz Immunität. Der heilige Albuin verlegte den Bischofssitz nach Brixen.

Durch die Kaiser Otto II., Heinrich II., Konrad II. (1027 Grafschaften im Inn- und Eisacktal), Heinrich III. und Heinrich IV. (1091 Grafschaften im Pustertal) wurde der Besitz erweitert. Bischof Poppo (1039-44) war 23 Tage lang Papst (Damasus II.). 1179 erhielt der Bischof von Brixen von Friedrich Barbarossa das Zoll- und Münzrecht. Nutznießer dieser Rechte wurden aber die Vögte (Grafen von Andechs, nach 1241 Grafen von Tirol). Im 15. Jahrhundert gab es wiederholt Konflikte mit den Landesfürsten von Tirol wegen verschiedener Hoheitsrechte (Nikolaus von Cues 1450-64). Als Folge des Friedens von Lunéville kam das weltliche Gebiet 1803 an die österreichische Monarchie.

Die Diözese umfasste ganz Nord-, Ost- und Südtirol sowie Vorarlberg; 1902 gehörten 422.000 Katholiken, 1362 Welt- und Ordenspriester, 502 Seelsorgestellen (davon 377 in Tirol und 125 in Vorarlberg) sowie die theologische Fakultät der Universität Innsbruck zu ihr. Der Bischof wurde vom Kaiser ernannt.

Nach 1919 wurde für die Gebiete in Tirol ein Administrator bestellt, 1964 kam es zur Errichtung der Diözese Innsbruck, das Bistum Brixen wurde nach Bozen verlegt. Vorarlberg hatte seit 1818 einen Generalvikar in Feldkirch, der Weihbischof von Brixen war, 1968 wurde Feldkirch zum Bistum.