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Czech, Hermann#


* 10. 11. 1936, Wien


Architekt


Hermann Czech, Stadtparksteg in Wien, © Hermann Czech, Wien, für AEIOU
Hermann Czech, Stadtparksteg in Wien
© Hermann Czech, Wien, für AEIOU

Hermann Czech wurde am 10. November 1936 in Wien geboren, wo er aufwuchs und die Schule besuchte.

Er studierte zunächst zwei Jahre an der Schule für Filmgestaltung (Akademie für Musik und Darstellende Kunst in Wien) und begann mit dem Studium der Architektur an der Technischen Hochschule Wien. 1958/59 nahm er an der Sommerakademie Salzburg bei Konrad Wachsmann teil, besuchte philosophische Vorlesungen an der Universität Wien und wechselte später an die Akademie der bildenden Künste in die Meisterklasse von Ernst Anton Plischke (dessen Arbeitsamt Wien-Liesing er 1997 restaurierte). 1971 schloss er sein Studium mit dem Diplom ab.

Schon ab 1960 war Hermann Czech als Innenarchitekt tätig und arbeitete als Architekturkritiker bei der Zeitschrift "Die Furche". Von 1974 bis 1980 arbeitete er als Assistent von Hans Hollein und Johannes Spalt an der Hochschule für angewandte Kunst Wien. Seither war und ist er hauptsächlich als freier Architekt tätig.


In den 1970er Jahren war Hermann Czech Protagonist einer neuen "stillen" Architektur, die "nur spricht, wenn sie gefragt wird". Seine "Architektur als Hintergrund" orientierte sich immer ganz nah an den BenutzerInnen und kennzeichnete auch seine urbanistischen Projekte.

Zu seinen verwirklichten Bauten zählen die Blockbebauung an der Wendeanlage der U3 in Wien-Ottakring, eine Fußgängerbrücke im Wiener Stadtpark, die Rosa Jochmann-Schule in Wien-Simmering, das Hotel Messe Wien sowie ein Wohnbau in der Mustersiedlung internationaler Architekten in Wien-Hadersdorf; dazu kommen Umbauten wie die Winterverglasung der Loggia der Wiener Staatsoper.
Bekannt wurde Hermann Czech auch durch eine Vielzahl von Lokal-Architekturen wie das "Kleine Cafe", die "Wunder-Bar", das "Salzamt", das mittlerweile umgestaltete MAK-Cafe, das "Theatercafe" oder das Weinhaus PUNKT im Südtiroler Kaltern.

Arbeiten von Hermann Czech waren u.a. auf den Architekturbiennalen 1980, 1991 und 2000 in Venedig vertreten sowie bei Einzelausstellungen in London, Basel und Innsbruck.

Er hatte Gastprofessuren an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien, der Harvard Universität in den USA, an der ETH Zürich oder an der Akademie der bildenden Künste Wien inne. Czech gestaltete auch eine Reihe von Ausstellungen (u.a. "Wien 1938", Wiener Schubert-Schau 1997, die Schau "Der Wiener Kreis - Exaktes Denken am Rand des Untergangs" 2015), im MAK war bis April 2016 die von ihm co-kuratierte Ausstellung "Josef Frank: Against Design" zu sehen.

Auszeichnungen, Ehrungen (Auswahl)#

  • Preis der Stadt Wien für Architektur, 1985
  • Würdigungspreis des Landes Niederösterreich für Architektur, 1998
  • Kunstpreis Berlin, 2001
  • Goldene Ehrenmedaille der Stadt Wien, 2007

Werke (Auswahl)#

Schriften

  • Das Looshaus, 1976 (mit W. Mistelbauer)
  • Zur Abwechslung. Ausgewählte Schriften zur Architektur, 1978
  • J. Frank 1885-1967, 1981 (mit J. Spalt)
  • Zur Abwechslung, 1996

Planungen, Wettbewerbsprojekte

Bauten

  • Kleines Café, Wien 1970 / 1974
  • Wohnung Klemmer, Wien 1971-72
  • Antiquariat Löcker & Wögenstein, Wien 1973/79
  • Wunder-Bar, Wien 1975-76
  • Haus M., Schwechat bei Wien 1977-81
  • Zubau Villa Pflaum, Altenberg bei Wien 1977-79
  • Wohnungseinrichtungen Monika P. und Hanno P., Wien 1978-80
  • Kunsthandlung Hummel, Wien 1978-80
  • Haus S., Wien 1980-83
  • Lokal Salzamt, Wien 1981-83
  • Souterrain-Umbau (Restaurant, Bar, Personalräume etc.) im Palais Schwarzenberg, Wien 1982-84
  • Stadtparksteg, Wien 1985-87
  • Wohnbau Petrusgasse, Wien 1985-89
  • Antiquitätengeschäft Kaesser, Wien 1985-86
  • Wohnbebauung Brunnergasse/Franz-Kamtner-Weg, Perchtoldsdorf bei Wien 1989/90-94
  • Geschäftslokal Arcadia in der Wiener Staatsoper (mit Stephan Seehof), Wien 1989
  • Blockbebauung an der Wendeanlage der U3-West, Wien-Ottakring 1990/92-97
  • Winterverglasung der Loggia der Wiener Staatsoper, Wien 1991-94
  • Volksschule Fuchsröhrenstraße (Rosa Jochmann-Schule), Wien-Simmering 1991-94
  • MAK Café im Museum für Angewandte Kunst 1993
  • Umbau Hauptgebäude der Bank Austria, Am Hof, Wien (ehem. Länderbank) 1992/93-97
  • Rekonstruktion und Neunutzung des ehemaligen Arbeitsamtes Liesing von Ernst Plischke 1994/96-97
  • Verkaufsfiliale und Zentrallager IKERA/Wein & Co, Wien 1996-97
  • Theatercafé, Wien 1998/2010
  • Umbau Haus Schwarzenberg, Turrach 1998-99
  • Ausstattung Seminarzentrum und Gästehaus Swiss Re, (mit Adolf Krischanitz), Zürich Rüschlikon 1998–2000
  • Wohnbau Geblergasse, Wien 1998–2003
  • Umbau Oetker, Dachgeschosse und Turm eines Altbaus ab dem 16.Jh., Wien 1999–2003
  • Gasthaus Immervoll, Wien 2000
  • Hotel Messe Wien 2002/03-05
  • Einrichtung Bundestheaterkassen, Wien 2003-04
  • Weinhaus PUNKT, Kaltern/Südtirol 25
  • Mustersiedlung 9=12, Wien 2007
  • Generationen-Wohnen am Mühlgrund, Wien 2011

Quellen#

Redaktion: I. Schinnerl