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Donau-Oder-Kanal#

Schon Karl IV. hatte im 14. Jahrhundert die Vision einer Verbindung von der Ostsee zum Schwarzen Meer. Der großen Region im östlichen Europa (heute Tschechien und Slowakei) – fehlt ein schiffbarer Zugang zum Meer; die für eine Verbindung zu überwindende "Mährische Pforte" ist die niedrigste Wasserscheide in Zentraleuropa (jeweils nur 125 m Höhenunterschied auf der Oder- und der Donauseite ).


Immer wieder wurden im Laufe der Jahrhunderte Anläufe genommen, um das Projekt zu verwirklichen, doch erst im Großdeutschen Reich wurden die Pläne wieder aufgenommen. Es entstand das Projekt einer Wasserstraße von ca. 300 Kilometern Länge, die ihren Anfang an der Oder bei Cosel (Koźle) haben und in Wien enden sollte; im Dezember 1939 fand der Spatenstich statt.


Die Arbeiten wurden gleichzeitig an den beiden Enden der Wasserstraße begonnen; der österreichische Abschnitt von Wien bis Angern hätte ca. 40 km betragen - realisiert wurden davon jedoch nur einige Kilometer Kanalbett in der Lobau und im südwestlichen Teil des Marchfelds. 1943 schließlich stoppte der Kriegsverlauf sämtliche Arbeiten.


Ein kurzes Teilstück (ca. 100 m) ist heute am nordöstlichen Ufer des Tankhafens Wien-Lobau deutlich zu erkennen; die im Gemeindegebiet von Groß-Enzersdorf liegenden Abschnitte des Donau-Oder-Kanals dienen seit 1960 als Badegewässer - die Naturbadestrände liegen am Beginn des Nationalparks.


Die dynamische Entwicklung der Schifffahrt auf der Donau ab den 1950er Jahren ließ auch das Projekt des Donau-Oder-Kanals wieder aufleben.
Die Europäische Kommission widmet einer ausgewogenen Entwicklung im gesamten Verkehrssystem – darunter auch der Binnenschifffahrt – großes Augenmerk.

So wurde zwar 2010 auch von Österreich das Wasserstraßen-Abkommen (AGN) ratifiziert - ein EU-Vertrag, der den Ausbau europäischer Wasserwege regelt – doch das Projekt stößt beim World Wildlife Fund und österreichischen Umweltschützern auf große Gegenwehr.


So steht zur Zeit eine neue Variante in Zusammenarbeit von Polen, Tschechien und der Slowakei zur Debatte, wobei der Kanal der dann nicht in Wien sondern bei Bratislawa enden könnte.

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