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Dorf Hard und Burg Sand#

Im Dreieck Dobersberg - Raabs - Thaya finden sich zwei tief in den Wäldern verborgene Ausgrabungsstätten: Die Ruinen des ehemaligen Dorfes Hard südlich der Landesstraße 8122 und einige wenige Überreste der einst hoch über der Deutschen Thaya liegenden Burg Sand westlich von Raabs.

Das Dorf Hard#

Dorf Hard
Die Lage des verlassenen Dorfes Hard - Bild: Openstreetmap

Das Mittelalterdorf Hard entstand nach der Aufgabe von Kleinhard um 1250. Hard bestand aus zehn Bauernhäusern und einem großen Herrenhaus im Süden. Auf beiden Seiten der Dorfstraße standen je fünf Bauernhäuser. Am Ende der Dorfstraße findet sich eine ummauerte Quelle und ein nachgebauter Brunnen. Im Herrenhof lebte der Verwalter des Grundherrn, und hierher lieferten die Bauern ihre Abgaben. Ein Graben mit Erdbrücke trennte den Herrenhof von den Bauernhäusern. Der Herrenhof war an drei Seiten bebaut. Es gab auch einen Turm - ein besonderes Gebäude, das es sonst nur auf Burgen gab. Unter dem Turm lag ein Erdstall. Nicht weit vom Herrenhaus, an einem relativ tief eingeschnittenen Bach, lag die Dorfschmiede. Hard wurde um 1400, zur Zeit der Klimaverschlechterung, verlassen.

--> Alle Fotos: P. Diem

Backofen
Backofen
Bauernhäuser
Die Bauernhäuser
Backofen
Backofen
Herrenhof
Der Herrenhof
.Blick zum Herrenhof
Blick zum Herrenhof
Blick vom Herrenhof
Blick vom Herrenhof

Brunnen
neu aufgebauter Brunnen
Schmiede
Reste der Schmiede
Quellfassung
Quellfassung

Die Burg Sand#

Burg Sand
Die Lage der ehemaligen Burg Sand - Bild: Openstreetmap
Die frühmittelalterliche Burg Sand war eine 0,7ha große und um das Jahr 930 erbaute Befestigung. Sie bestand auf der Flur Sand aus dem Nordwall, dem Burghügel und zwei befestigten Siedlungssterrassen. Das Gelände fiel zur Thaya steil ab. Auf dem mächtigen Burghügel, gut 100m über der Deutschen Thaya, stand einst ein Haus aus Holz und Stein. Besondere Funde wie eine Trense, ein Hufeisen und Ringe eines Kettenhemdes zeigen seine damalige Bedeutung. Hier war der Sitz des Burgherrn von Sand, von dem nur wenig bekannt ist. Den Norden der Burg sicherte der mächtige Nordwall, den Süden schützten die Siedlungsterrassen.

Erklärungstafel Nordwall
Erklärungstafel Nordwall
Steine
Nur wenige Überreste
Blick hinunter zur Deutschen Thaya
Blick hinunter zur Deutschen Thaya
Redaktion: P. Diem