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Eberhard II. von Regensberg (Schweiz)#

(auch: Eberhard Graf von Waldburg; Eberhard II. Erzbischof von Salzburg)


* um 1170

† 30. 11. 1246, Friesach (Kärnten)


Er war einer der bedeutendsten Reichsfürsten seiner Zeit.
Nach seinem Studium war er Kanoniker in Konstanz und wurde wegen seiner stauferfreundlichen Gesinnung bereits 1196 Bischof von Brixen. Am 20. 4. 1200 wurde er zum Erzbischof von Salzburg gewählt. 1215 nahm er am Laterankonzil teil. Er gründete die Salzburger Eigenbistümer Chiemsee (Bayern) 1215, Seckau 1218, Lavant 1228 sowie die Kollegiatsstifte Völkermarkt und Friesach, dort 1217 auch ein Prämonstratenserkloster.

Als einflussreiche und auch sehr aktive Hauptstütze der Staufer reiste er 1227, 1230 und 1239 zu Vermittlungsversuchen zwischen Kaiser und Papst nach Italien. Durch sein diplomatisches Gescick wurde er auch zum Vermittler zwischen Kaiser Friedrich II. und dem letzten Babenbergerherzog Friedrich II. von Österreich.

Im immer stärker werdenden Gegensatz zwischen Papsttum und Staufern wurde er von dem fanatischen päpstlichen Legaten Albert Beheim am 10. 9. 1240 gebannt. Eberhard starb im Exil, sein Leichnahm wurde erst 1288 nach Salzburg gebracht.

Durch seine kluge und erfolgreiche landeskirchliche Politik wurde er zum "Gründer des Landes Salzburg". Mit der Erwerbung der Grafschaften Pongau und Lungau schuf er ein geschlossenes Territorium und damit die Voraussetzung für die Landeshoheit des geistlichen Fürstentums.

Dem kulturellen Leben ebenfalls verpflichtet, sangen an seinem Hof nachweislich die österreichischen Minnesänger Ulrich von Liechtenstein, Herrand von Wildon, und Konrad von Sonneck.

Literatur#

  • C. Stöllinger, Erzbischof Eberhard II. von Salzburg, Dissertation, Wien 1972
  • Das große Buch der Österreicher – 4500 Personendarstellungen in Wort und Bild (1987), ed. W. Kleindel & H. Veigl, Verlag Kremayr & Scheriau, Wien, 615 S.