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Eiszeit #

geologisch: Pleistozän


Abschnitt des Quartärs, jüngste geologische Zeit, wahrscheinlich bis 2,4 Millionen Jahre vor der Gegenwart zurückreichend. In den Alpen bis 700.000 Jahre zurück nachweisbar, wird sie in Österreich traditionell in die 4 Abschnitte Günz, Mindel, Riß und Würm unterteilt, in denen die Alpen nach einer längeren kühlen Periode größtenteils durch extreme Vergletscherungen und ein Eisstromnetz bedeckt waren. Die Eiszeit war von längeren Warmzeiten (Interglazialzeiten, Höttinger Brekzie) unterbrochen. Sie endete vor rund 11.600 Jahren nach mehreren Abschmelz- und Vorstoßphasen, die nach Tiroler Tälern (zum Beispiel Gschnitztal) benannt sind. Seither herrscht ein mit heute vergleichbares Klima (Nacheiszeit, Postglazialzeit, geologische Gegenwart, geologisch: Holozän).

In der Eiszeit wurde die heutige alpine österreichische Landschaft geformt. Zum eiszeitlichen Formenschatz zählen unter anderem rundgebuckelte Höhen, Kare, Trogtäler (mit Talstufen, Wasserfällen und Klammen), Seen und Moränenlandschaften. In der Nacheiszeit erfolgte, wieder in mehreren Phasen, der Übergang zum heutigen Stand der Alpenvergletscherung. In die letzte Zwischeneiszeit (Altpaläolithikum, Ältere Altsteinzeit; etwa 180.000-20.000 v. Chr.) fällt die erste menschliche Besiedlung des österreichischen Raums. Am Beginn der letzten Eiszeitperiode (vor rund 50.000 Jahren einsetzend) herrschte in Österreich bereits die so genannte Klingen- und Faustkeilkultur. Funde aus dieser Zeit weisen auf eine schon hochentwickelte Kultur hin (Ausgrabungen in den Lössgebieten der Wachau - Venus von Willendorf - und am Rand des Waldviertels).

Literatur#

  • A. Penck und Eiszeit Brückner, Die Alpen im Eiszeitalter, 3 Bände, 1901-08
  • D. van Husen, Die Ostalpen in den Eiszeiten, 1987