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Fürstenfeld#

Fürstenfeld
Wappen von Fürstenfeld.
© Verlag Ed. Hölzel, Wien.

Bundesland: Steiermark Fürstenfeld, Steiermark
Bezirk: Hartberg-Fürstenfeld
Einwohner: 8.452 (Stand 2016)
Bevölkerungsentwicklung: Statistik Austria
Höhe: 276 m
Fläche: 50,38 km²
Postleitzahl: 8280, 8362
Website: www.fuerstenfeld.at
Mit 1.1.2015 wurde im Rahmen der Gemeindestrukturreform des Landes Steiermark die Gemeinde Fürstenfeld mit
den Gemeinden Altenmarkt bei Fürstenfeld und Übersbach zusammengeschlossen. Die Gemeinde führt weiterhin den Namen Fürstenfeld.


Die Stadtgemeinde Fürstenfeld liegt im Bezirk Hartberg-Umgebung, an der Feistritz, nahe der Grenze zum Burgenland und ist das Zentrum der Thermenregion Oststeiermark.

Die Gegend rund um Fürstenfeld war bereits in der Jungsteinzeit besiedelt; später siedelten hier Römer, Slawen und Bajuwaren. Ungarische Einfälle im 9. und 10. Jahrhundert bedeuteten einen Rückschlag für die Besiedlung des Landes; erst im 12. Jahrhundert begannen die Traungauer den planmäßigen Ausbau des Landes.


Fürstenfeld wurde um 1170 von Markgraf Ottokar IV. als landesfürstliche Stadt zur Sicherung der Reichsgrenze gegen Osten und als Handelsstadt gegründet, die Landesfürstliche Burg wurde gebaut. (Die erste urkundliche Erwähnung Fürstenfelds stammt aus 1183.) Der Markt war durch Mauern und Türme geschützt und schmiegte sich an die hoch über der Feistritz angelegte Burg und an die Johanniter-Kommende. Die Johanniter waren auch im Besitz der Pfarrrechte von Altenmarkt und Übersbach und dominierten mit ihrer Präsenz sehr früh die Region an der Lafnitzgrenze.

Im 16. und 17. Jahrhundert wurde diese mittelalterliche Stadtbefestigung den Anforderungen der damaligen Zeit entsprechend ausgebaut und durch Basteien ergänzt. (Das Stadtbild wird heute noch von den imposanten Resten der alten Befestigungsanlagen geprägt. )

Nach mehreren Großbränden begann 1556 der neuzeitliche Festungsbau nach den Plänen des Italieners Domenico dell´Allio. Nach Hajducken-Einfällen und wegen der ständigen Türkengefahr wurden 1664 die Festungsanlagen verstärkt. 1691 begann Christoph Liscutin in Ungarn und um Fürstenfeld mit dem Tabakanbau und begründete 1693 in der Pfeilburg die 1. Tabakfabrik Österreichs – eine der weltweit ältesten.

1776 wurde die Festung aufgelassen, die Stadt erwarb das Gebäude der Pfeilburg und baute es zur Tabakfabrik um. Die "Fabrik" war bis in die 1950iger Jahre größter und wichtigster Arbeitgeber in der Region. (2005 wurde die Zigarrenproduktion ganz eingestellt.)


Für Tourismusaufschwung in der Region sorgten der Bau des Fürstenfelder Freibades (1966) und der Bau der Thermen in unmittelbarer Umgebung der Stadt. 1988 wurde der gegen Kriegsende zerstörte Zwiebelturm der Stadtpfarrkirche wieder errichtet, 1989 wurde unter dem Hauptplatz eine Tiefgarage errichtet und die Oberfläche des Platzes neu gestaltet, 1995/96 wurde die Hauptstraße zu einer "fußgängerfreudlichen Zone" umgebaut und von 1996 bis 1999 erfolgte die Revitalisierung der Pfeilburg sowie die Errichtung eines Museums.

Fürstenfeld ist heute eine Schul- und Tourismusstadt und "Thermenhauptstadt" - mit dem größten Beckenfreibad Europas und liegt inmitten der sechs Thermen im Thermenland Steiermark.


Sehenswert in der Stadt und Gemeinde sind u.a.

Fürstenfeld

  • Befestigung (1533 erneuert) teilweise erhalten (Stadtgraben, Mauerzug, Ungar-, Schloss- und Mühlbastei, Grazer Tor
  • barocke Pfarrkirche (1772-74)
  • ehemalige Kommende (nach 1200) des Johanniterordens (älteste in Österreich)
  • ehemalige Augustiner-Eremitenkirche (1365-68), -kloster (1956 abgebrochen)
  • evangelische Kirche (1908-10)
  • Pfeilburg mit Wohnturm als ältestem Teil aus dem 13. Jahrhundert: ehemalige landesfürstliche Burg, 1776 in die Tabakfabrik umgebaut; heute Museum
  • Freihaus Pfeilberg (14. und 16. Jahrhundert)
  • Freihaus der Wilfersdorfer (Altes Rathaus, 1570)
  • Mariensäule (1664) auf dem Hauptplatz

Altenmarkt bei Fürstenfeld

  • gotisch-barocke Pfarrkirche hl. Donatus: ehem. Marienwallfahrtskirche, mit wertvollen frühgotischen Fresken (um 1300) und spätbarockem Hochaltar (1797)
  • alte Kirchhofmauer mit Schießscharten (2. Hälfte 17. Jh.)
  • Pfarrhof (18. Jh.)
  • Mariensäule (17. Jh.) auf dem Kirchplatz

Übersbach

  • Kirche hl. Johannes der Täufer (Weihe 1197, barocker Neubau 17. Jahrhundert) mit barocken Seitenaltären(um 1700), gotisches Hochrelief (Ende 15. Jahrhundert) und Rokokokanzel (1783)
  • Gemeinde-Amt mit späthistoristischer Fassade (1895)
  • barocke Mariensäule und Johann-Nepomuk-Statue
  • im Ortskern geschlossene Verbauung mit Vierseithöfen

Zusätzlich zu Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen der Stadt laden Freibad und Thermalbäder und viele Ausflugziele in der Umgebung zu einem Besuch ein. Das oststeirische Hügelland - eine Landschaft mit einer Vielfalt von Grünland, Ackerflächen, Obst- und Weingärten bietet außerdem zahlreiche Rad- und Wanderwege.

Weiterführendes#

Literatur#

  • H. Pirchenegger und S. Reichl, Geschichte der Stadt und des Bezirks Fürstenfeld, 1952