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Fechtsport#

Dem modernen Fechtsport mit Florett, Degen und Säbel geht eine Entwicklung als Übung für den Ernstfall (Krieg, gerichtlicher Zweikampf, Duell) bei Adel und Bürgertum voraus. Eine erste zunftmäßige Organisation der Fechter wurde 1487 unter Kaiser Friedrich III. geschaffen. Die eigentliche Fechtkunst entwickelte sich erst, nachdem das Fechten seine kriegerische Bedeutung verloren hatte. In Wien erschien 1516 das erste gedruckte Fechtwerk (A. Paurnfeindt). Die Tradition des Fechtens wurde in der Folge von Adel, Offizieren, Kavallerie und Studenten (Mensurfechten) aufrechterhalten. Aus der Institution des landschaftlichen Fechtmeisters entstand als erster österreichischer Verein 1876 der Steiermärkische Landesfechtklub. Wichtige Impulse kamen mehrfach aus dem militärischen Bereich (ab 1852 Militär-Zentral-Fechtschule, ab 1881 k. u. k. Militär-Fecht- und Turnlehrerkurs in Wiener Neustadt). Um 1900 wurde die neue italienische Florett- und Säbeltechnik übernommen (L. Barbasetti). Die 1904 gegründete Akademie der Fechtkunst vereinigte zunächst Fechtmeister und Amateure. 1929 kam es zur Trennung in einen Fechtmeisterverband und einen Österreichischen Fechtverband der Amateure; dieser umfasst 51 Vereine mit 1506 Mitgliedern (Stand 2003).

Seit den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts entwickelten sich auch Ansätze zu einem weiblichen Fechtsport; 1932 errang Ellen Preis (verheiratete Müller-Preis) die Goldmedaille im Florett. Weitere Erfolge: Josef Losert (Weltmeister 1963, Degen), Michael Ludwig (Europameister 1992, Florett), Joachim Wendt (Europameister 1993, Florett), Elisabeth Knechtl (Weltcup 1993, Degen).

Literatur#

  • F. Chrudimak, Vom Duell zum Sport, Band 1, 1987