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Französische Einflüsse#

Kulturelle und wirtschaftliche Kontakte mit dem Gebiet des heutigen Frankreich bestanden seit keltischer Zeit. Größere Bedeutung erlangten sie aber erst seit den Kreuzzügen ab 1098. Am Beginn des 13. Jahrhunderts kamen Künstler der Frühgotik von Burgund nach Österreich. Im 14. Jahrhundert entstanden dynastische Beziehungen durch eheliche Verbindungen (Rudolf III. heiratete 1300 Blanka von Frankreich). Die Kontakte verstärkten sich seit der Heirat Maximilians I. mit Maria von Burgund; ihre Enkel Karl V. und Ferdinand I. korrespondierten in französischer Sprache. Gleichzeitig entstanden Interessengegensätze, die oftmals in Kriegen ausgetragen wurden: Österreich und Frankreich führten die meisten ihrer Kriege gegeneinander. Der Wirtschafts- und Kultureinfluss nahm nach dem 30-jährigen Krieg zu, Französisch war in Österreich ab dem 17. Jahrhundert nach dem Lateinischen die wichtigste Kultursprache und wurde zunehmend zur Sprache der Oberschicht und der Diplomatie, im Zeitalter der Aufklärung auch zur Gesellschafts- und Gelehrtensprache. Die Französische Revolution (Emigranten), das Kaisertum Napoleons und die damit verbundenen politischen Bewegungen beeinflussten Österreich ebenso wie die folgende romantische Strömung. In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts standen besonders die kulturellen Einflüsse im Bereich der Malerei (Impressionismus), des Theaters und der Literatur im Vordergrund.

Im Sprachunterricht an den Schulen wurde um die Mitte des 20. Jahrhunderts Französisch durch Englisch zurückgedrängt; seit der Einführung der neusprachlichen Gymnasien nimmt die Verbreitung des Französischen wieder zu.