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Frauenliteratur#

Im Allgemeinen die von Frauen verfasste Literatur; eine feministische Literatur bzw. Literaturkritik im engeren Sinn formierte sich im deutschsprachigen Bereich zu Beginn der 70er Jahre. Insbesonders thematisierte man die Rolle der Frau in der "Männergesellschaft" und das Geschlechterverhältnis. Unter amerikanischem und französischem Einfluss (B. Friedan, K. Millett, S. de Beauvoir) wurden Fragen der Emanzipation in Kultur und Gesellschaft bzw. einer weiblichen Gegenkultur (einer so genannten "weiblichen Ästhetik") aufgeworfen, wobei auch dem autobiographischen Schreiben von Frauen eine besondere Bedeutung zukommt.

Bis in das beginnende 20. Jahrhundert traten in Österreich nur vereinzelt Frauen als Schriftstellerinnen hervor: im Mittelalter Frau Ava, in der Barockzeit C. R. von Greiffenberg, im frühen 19. Jahrhundert K. Pichler und F. von Arnstein, die einen literarischen Salon in Wien führte; einen ersten Höhepunkt stellen die Werke von A. Christen und M. von Ebner-Eschenbach dar. M. Kautsky, die "rote Marlitt", plädierte in ihren Romanen für ein neues Selbstbewusstsein der Frau; Bestseller im Bereich der Unterhaltungsliteratur schrieben unter anderem V. Baum und G. Kaus, eine Bestsellerautorin der Gegenwart ist etwa S. Kubelka. Im 20. Jahrhundert erreichte I. Bachmann als Lyrikerin und Erzählerin Weltruhm. Als weitere Vertreterinnen im 20. Jahrhundert sind unter anderem I. Aichinger, C. Busta, J. Ebner, B. Frischmuth, G. Fussenegger, P. Grogger, E. Gerstl, E. von Handel-Mazzetti, M. Haushofer, E. Jelinek, M.-T. Kerschbaumer, C. Lavant, F. Mayröcker, C. Nöstlinger, E. Reichart, B. Schwaiger, H. Spiel und D. Zeemann zu nennen.

Literatur#

  • H. Blinn (Hg.), Emanzipation und Literatur, 1984
  • C. Gürtler (Hg.), Schreiben Frauen anders?, 1984
  • H. Gnüg und R. Möhrmann (Hg.), Frauen Literatur Geschichte, 1985
  • G. Brinker-Gabler (Hg.), Deutsche Literatur von Frauen, 2 Bände, 1988
  • T. Moi, Sexus Text Herrschaft. Feministische Literaturtheorie, 1989.