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Frei, Adolf #

* 18. 3. 1872, Weisslingen (Schweiz)

† 30. 11. 1946, Zürich


Generaldirektor der Simmeringer Waggonfabrik


Dr. h.c. Adolf Frei trat nach Schul- und Lehrjahren und einem kurzen Dienstverhältnis bei Gebr. Sulzer AG, Winterthur, 1894 in die Brünner Firma F. Wanniek & Cie ein. Er wurde vorwiegend im Außendienst eingesetzt und erhielt schon bald verantwortungsvolle Aufgaben. 1900/1901 hatte er die Inbetriebsetzung einer 4000-HP-Dampfmaschine des E-Werkes Simmering zu leiten. Als es zu einer Fusion der Firma Wanniek & Cie mit der Ersten Brünner Maschinenenfabrik kam, wurde Frei ihr Oberingenieur.


Als "Reiseingenieur" überwachte er den Probebetrieb der elektrischen Zentralen in Europa, 1903 übergab er vier 1700 PS-Maschinen an die Anglo Argentina in Buenos Aires. Aufgrund seiner internationalen Erfahrungen befasste sich Adolf Frei zunehmend mit Innovationen. So entwarf er Abwärme-Kraftanlagen, die in allen Papierfabriken der Monarchie zum Einsatz kamen. Ebenfalls für eine Papierfabrik baute er den Prototyp einer Wechsel-Gleichstrom-Dampfmaschine. Frei, inzwischen zum Direktor avanciert, verließ 1915 das Unternehmen. Er übernahm die Leitung der Brünn-Königsfelder Maschinenfabrik, die 1903 von der "Maschinen- und Waggonbau-Fabriks AG in Simmering" übernommen worden war. 1916 richtete Adolf Frei eine Destillationsanlage und Paraffinfabrik in Sachsen-Altenburg ein, das Werk erzeugte aus Braunkohlenteer Treibstoff und Schmiermittel.


Für die Entwicklung der Kohlenstaubfeuerung erwarb er einige Patente. 1919 wurde Frei Generaldirektor des Gesamtkonzerns, der nach dem Ersten Weltkrieg Spezialerzeugnisse, wie Gaserzeugungsanlagen, weltweit exportierte. Er führte die Fusionspolitik des Konzerns weiter fort und sicherte dadurch wertvolle Patente. 1933 ernannte ihn die Deutsche Technische Hochschule in Brünn zum Doktor h.c. der technischen Wissenschaften. Bis zu seiner Pensionierung 1936 blieb Frei Generaldirektor des Simmeringer Konzerns. Danach war er noch Präsident der Schweizer Handelskammer in Wien und kehrte 1943 in die Schweiz zurück, wo er drei Jahre später starb. Seinem Wunsch gemäß wurde die Urne in Wien beigesetzt.

Quelle#

© TMW
  • Technisches Museum Wien, Archiv (Personenmappe)


Redaktion: hmw