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Generallandtag#

Für das Jahr 1518 berief Kaiser Maximilian I. einen Ausschusslandtag nach Innsbruck ein, der von Jänner bis Mai tagte und von den Ständen der Erbländer (Österreich unter und ob der Enns, Steiermark, Kärnten, Krain, Tirol und Vorlande) beschickt wurde. Nach den Ausschusslandtagen von Mürzzuschlag 1508 und Augsburg 1510 war es der 3. Versuch des Kaisers mit dem Ziel, durch eine gemeinsame Regierung, gemeinsame Verteidigung und gemeinsame Finanzen für Österreich und das Reich sein Lebenswerk zu sichern. Die 70 Teilnehmer tagten unter dem Vorsitz des Landeshauptmanns von Tirol. Am 18. Mai wurden die Ergebnisse über Hofordnung, Rüstung und allgemeine Beschwerden in 3 Libelle zusammengefasst. Der Kaiser versprach die gute Verwendung der Hilfsgelder, den Ständen wurde eine verbesserte Stellung zugesagt. Dieser Generallandtag war ein erstes gesamtösterreichisches Parlament und ein wichtiger Schritt zur Bildung eines österreichischen Gesamtstaats.

Literatur#

  • A. Nagl, Der Innsbrucker Generallandtag vom Jahre 1518, Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich 18/19, 1919
  • H. Wiesflecker, Kaiser Maximilian I., Band 4, 1981
  • G. Burkert, Die österreichischen Ausschußlandtage, Bericht des 18. Historikertags Linz, 1990
  • A. Widowitsch-Ziegerhofer, Die österreichischen Ausschußlandtage, Diplomarbeit, Graz 1989