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Glattauer, Daniel#


* 19. 5. 1960, Wien


Schriftsteller


Daniel Glattauer wurde am 19. Mai 1960 in Wien geboren und wuchs in Wien-Favoriten auf. Nach der Matura absolvierte er ein Studium der Pädagogik, das er 1985 abschloss (Diplomarbeit "Das Böse in der Erziehung").

Er war zuächst Hobby-Literat, -Liedermacher und Kellner, arbeitete später als Journalist, u.a. 3 Jahre bei der Presse.

Ab 1989 war er 20 Jahre lang Autor beider Tageszeitung "Der Standard", wo er u.a. unter dem Kürzel "dag" Kolumnen und Gerichtsreportagen schrieb. (Sammlungen seiner besten Kolumnen sind in Buchform unter den Namen 'Die Ameisenzählung', 'Die Vögel brüllen', 'Schauma mal' und 'Mama, jetzt nicht!' erschienen.)

Mit seinen beiden Romanen, Gut gegen Nordwind (2006) und Alle sieben Wellen (2009), gelangen ihm zwei Bestseller, die in zahlreiche Sprachen übersetzt und auch als Hörspiel, Theaterstück und Hörbuch zum Erfolg wurden.


Daniel Glattauer ist verheiratet, hat einen erwachsenen Sohn und lebt seit 2009 als freier Schriftsteller mit Familie in Wien und im Waldviertel.

Auszeichnungen, Ehrungen (Auswahl)#

  • Nominierung Deutscher Buchpreis, 2006

Werke (Auswahl)#

  • Theo und der Rest der Welt, 1997
  • Bekennen Sie sich schuldig? Geschichten aus dem grauen Haus, 1998
  • Der Weihnachtshund. Roman, 2000
  • Die Ameisenzählung. Kommentare zum Alltag, 2001
  • Darum. Roman. Wien, 2003
  • Die Vögel brüllen. Kommentare zum Alltag. 2004
  • Gut gegen Nordwind. Roman, 2006
  • Rainer Maria sucht das Paradies, 2008
  • Alle sieben Wellen. Roman, 2009
  • Schauma mal. Kolumnen aus dem Alltag, 2009
  • Der Karpfenstreit. Die schönsten Weihnachtskrisen, 2010
  • Theo. Antworten aus dem Kinderzimmer. Roman, 2010
  • Mama, jetzt nicht! Kolumnen aus dem Alltag, 2011
  • Ewig Dein. Roman, 2012
  • Die Wunderübung. Theaterkomödie, 2014
  • Geschenkt. Roman, 2014


Leseprobe#

Daniel Glattauer - "Gut gegen Nordwind."


Vier Stunden später
AW:
Liebe Emmi von der Außenwelt, ich genieße Ihre E-Mails. Ich bin wirklich dankbar dafür. Richten Sie Ihren Möbeln aus, dass ich ihre Haltung bewundere und ihren Teamgeist schätze. Ich werde kein Eindringling im Hause Rothner sein, die Emmi okkupiere ich nur auf dem Bildschirm! Besonderes Kompliment an den Weinschrank: Vielleicht legen wir drei wieder einmal ein Mitternachts-Happening ein. (Ich verspreche, nicht wieder so ergiebig vorzutrinken.)

Besonders entzückend finde ich, dass Sie mit dem Gedanken spielen, mich zu verkuppeln. Welche Frauen mir gefallen? Frauen, die so aussehen, wie Sie schreiben, Emmi. Und Frauen, bei denen ich die Chance wittere, auch einmal Innenwelt zu sein, nicht nur Außenwelt. Kurzum Frauen, die nicht unbedingt bereits "glücklich verheiratet" sind, in eine Familienfestung eingebunden sind und von den Möbeln ihrer Wohnung bewacht werden. Bis mir so eine über den Weg läuft, komme ich gerne auf ihr Angebot zurück, bewusst an Sie zu denken, bevor ich an Marlene denke. - Wird mir nicht immer gelingen, aber wenn Sie mich weiter so mit E-Mails verwöhnen, werde ich mich dem Ziel sukzessive annähern.

(S. 106 f)
© 2006, Deuticke Verlag, Wien. Publikation mit freundlicher Genehmigung des Verlags.
LITERTURHAUS

Weiterführendes#

Quellen#


Redaktion: I. Schinnerl