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Globocnik, Odilo#

* 24. 4. 1904, Triest (Italien)

† 31. 5. 1945, Paternion (Kärnten; Selbstmord)


nationalsozialistischer Politiker und SS-Führer


Globocnik, Odilio
Odilo Globocnik. Foto, 1939.
© Öst. Inst. f. Zeitgeschichte, Wien - Bildarchiv, für AEIOU

Odilo Globocnik wurde am 21. April 1904 in Triest als Sohn eines Postbeamten kroatischer Herkunft geboren. Er wuchs in Kärnten auf, absolvierte ein technisches Studium und arbeitete als Bauleiter.

1922 trat er in Kärnten der NSDAP bei und wurde Gaupropagandaleiter, 1932 wurde er Mitglied der SS und 1933 stellvertretender Gauleiter der NSDAP in Kärnten.
1936 wurde Globocnik Stabsleiter der österreichischen NS-Landesleitung, am 24. Mai 1938 Gauleiter von Wien und zählte zu den Organisatoren des "Anschlusses".

Am 30. Januar 1939 wurde Odilo Globocnik wegen Devisenschiebung amtsenthoben und durch Josef Bürckel ersetzt. Auf Veranlassung seines Förderers Heinrich Himmler wurde er als "SS- und Polizeiführer" nach Lublin (Polen) versetzt.

Dort war er Hauptprotagonist einer national-rassistischen Bevölkerungspolitik; von November 1942 bis März 1943 siedelte er allein 110.000 Polen zwangsweise um. Unter der Tarnbezeichnung "Aktion Reinhardt" ließ er 1942/43 in den Vernichtungslagern von Bełżec, Sobibór Majdanek und Treblinka mindestens 1,5 Mio. polnische Juden berauben und ermorden. Nach seinem Schlussbericht an Himmler belief sich der Gesamtwert des zwischen dem 1. April und 15. Dezember 1943 dem Reich zugefallenen Bargeldes und anderer Wertobjekte auf 178,7 Millionen Reichsmark.

Da Globocnik und seine Schergen sich selbst dabei zu großzügig bedient hatten, wurden er und sein SS-Kommando nach Triest versetzt, er selbst im Herbst 1943 zum 'Höheren SS- und Polizeiführer für das Adriatische Küstenland' ernannt.

Zu seinen Aufgaben gehörte die Bekämpfung der slowenischen, kroatischen und italienischen Partisanen im Bereich der "Operationszone" und die Deportation der Triester Juden. Auch hier ließ er ein KZ einrichten und mehrere tausend Menschen umbringen.

Am Ende des Krieges gelang es Globocnik, sich nach Kärnten durchzuschlagen, hier wurde er bei Weißensee von einer britischen Patrouille aufgespürt und festgenommen. Er beging kurz nach seiner Festnahme Selbstmord (Zyankali) und entzog sich so der Gefangenschaft.

Quellen#

Literatur#

  • S. J. Pucher, "... in der Bewegung führend tätig". O. Globocnik - Kämpfer für den "Anschluß", Vollstrecker des Holocaust, 1997
  • B. Rieger, Creator of Nazi Death Camps. The life of Odilo Globocnik, 2007

Weiterführendes#



Redaktion: P. Diem, I. Schinnerl