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Glossy, Karl#

* 7. 3. 1848, Wien

† 9. 9. 1937, Wien

Theater- und Literaturhistoriker


Vater von Blanka Glossy.
Sohn eines Vergolders, brannte mit 15 Jahren durch und zog ein Jahr lang mit einer Schauspielertruppe durch Ungarn. Er schloss später in Krems bei den Piaristen das Gymnasium ab und studierte an der Universität Wien Jus. Nach seiner Promotion zum Dr. jur. trat er 1874 als Konzeptspraktikant beim Wiener Magistrat ein.

Gemeinsam mit August Sauer brachte er 1881 nach Originalmanuskripten "Ferdinand Raimunds sämtliche Werke" heraus. 1881 kam er als Kustos an die Wiener Stadtbibliothek und wurde 1890 Direktor der Bibliothek und des Museums der Stadt Wien, wo er bedeutende Ausstellungen organisierte.

Bereits mit anerkannten Publikationen hervorgetreten, nahm seine schriftstellerische Tätigkeit nach seiner Pensionierung 1904 weiter zu. Wesentlich ist, dass er erstmals die Archivforschung in den Dienst der Theater- und Literaturwissenschaft stellte.

Werke (Auswahl)#

  • J. Schreyvogel, 1903
  • Zur Geschichte der Theater Wiens, 2 Bände, 1915/20
  • Das Burgtheater unter seinem Gründer Joseph II., 1926
  • 40 Jahre Deutsches Volkstheater, 1929.
  • Hg.: F. Raimund, Sämtliche Werke, 3 Bände, 1881
  • Tagebücher K. L. Costenobles, 1888
  • Jahrbuch der Grillparzer-Gesellschaft, 1890f.
  • Grillparzers Briefe und Tagebücher, 2 Bände, 1903
  • J. Schreyvogels Tagebücher, 1903
  • Briefe F. Dingelstedts, 1925
  • Österreichische Rundschau (54 Bände, 1905ff., mit A. Freiherr von Berger)

Literatur#

  • Das große Buch der Österreicher – 4500 Personendarstellungen in Wort und Bild (1987), ed. W. Kleindel & H. Veigl, Verlag Kremayr & Scheriau, Wien, 615 S.