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Gluck, Christoph Willibald#

* 2. 7. 1714, Erasbach in der Oberpfalz (Deutschland)

† 15. 11. 1787, Wien

Komponist und Opernreformer


Gluck, Christoph Willibald
Christoph Willibald Gluck. Gemälde von J. S. Duplessis, 1775 (Kunsthistorisches Museum, Wien).
© Copyright Kunsthistorisches Museum, Wien, für AEIOU.

Er nannte sich ab 1756 nach Verleihung des päpstlichen Ordens vom goldenen Sporn "Ritter Gluck".


Studienaufenthalte in Italien (unter anderem bei G. Sammartini in Mailand), 1741 Debüt als Opernkomponist in Mailand, 1745/46 Aufenthalt in London.

Erste Arbeit für den Wiener Kaiserhof 1748 ("Semiramide riconosciuta" zum Geburtstag Maria Theresias und zur Eröffnung des umgebauten Burgtheaters). Beendete seine "Wanderjahre" mit der Niederlassung in Wien 1750.

Anstellung als Kapellmeister beim Prinzen von Sachsen-Hildburghausen (bis 1761) und 1754-64 Kapellmeister der Hoftheater.


In seinen Reformwerken ("Orfeo", den beiden "Iphigenie"-Opern und "Alceste") strebte Gluck eine Überwindung des starren Konzepts der metastasianischen Oper (Rezitativ = Handlung, Arie = Darstellung von Affekten) an und versuchte, die Musik in den Dienst des Textes zu stellen und der Oper einen mehr fließenden Verlauf zu geben.

Der Großteil von Glucks 47 großen Opern ist jedoch dem Schema Metastasios verpflichtet. Aufgrund der frankophilen Theaterpolitik von Fürst Kaunitz und Glucks langem Paris-Aufenthalt (1773-75) sind zahlreiche Werke in französischer Sprache geschrieben, vor allem die Reformopern "Iphigénie en Aulide", "Orphée et Eurydice" und "Alceste" sowie "Armide" und zahlreiche Werke der Opéra comique. Der Kontrast zwischen Glucks französischen Reformopern und der neuen italienischen Richtung, vertreten durch N. Piccini, wurde durch die jeweiligen Anhänger zum so genannten Buffonistenstreit ausgeweitet.

Weiterführendes#

Werke (Auswahl)#

  • 47 dramatische Werke
  • Lieder (7 Klopstocksche Oden)
  • Ballette (Don Juan, Alessandro, genaue Anzahl noch unsicher), 2 Triosonaten, Ouvertüren, De profundis
  • Ausgabe: Sämtliche Werke, im Auftrag des Instituts für Musikforschung, 1951 ff.

Literatur#

  • K. Hortschansky, Parodie und Entlehnung im Schaffen C. W. Glucks, 1973
  • A. Einstein, C. W. Gluck, 1987; N. de Palézieux, C. W. Gluck, 1988
  • G. Buschmeier, Die Entwicklung von Arie und Szene in der französischen Oper von Gluck bis Spontini, 1991
  • P. Howard, Gluck, 1995



Wohnhaus Gluck
Wohnhaus Gluck - Foto: P. Diem
Tafel am Haus von Gluck
Tafel am Wohnhaus - Foto: P. Diem