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Die Graphemik#

Die Graphemik ist gemäß Hirt's Wörterbuch der Linguistischen Grundbegriffe die Lehre der Schriftzeichen. Dabei tritt vor allem der Aspekt der distinktiven Merkmale und die Stellung im System (Alphabet) in den Vordergrund. Gegenstand der Graphemik sind Grapheme, also Buchstaben. Grapheme lassen sich als Klasse aller Schriftzeichen mit gleicher distinktiver Funktion zusammenfassen. Zu beachten gilt, dass nicht automatisch jedes Graphem als visuelle Entsprechung zu Phonemen, sprich Lauten, fungiert.

Anmerkung von © Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, 2006:#

Graphematik, Wissenschaft vom Aufbau der Schriftsysteme aus den Graphemen (als kleinsten bedeutungsunterscheidenden Einheiten). Ausgehend von Methoden der Phonologie, zielt sie auf die Analyse der distinktiven Merkmale, ihrer Kombinierbarkeit sowie ihrer Stellung innerhalb des Graphemsystems. Die Graphemik kann als Grundlage für die Rekonstruktion des phonologischen Systems älterer Sprachstufen dienen (da diese nur in Form geschriebener Sprache überliefert sind); darüber hinaus kann sie - im Rahmen einer Analyse der Beziehungen zwischen dem phonologischen und dem graphematischen System der Gegenwartssprache - eine wissenschaftliche Grundlegung orthografischer Normen und darüber hinaus auch der Fragen typografischer Gestaltung ermöglichen.

Literatur#

  • H. Günther: Schriftliche Sprache. Strukturen geschriebener Wörter und ihre Verarbeitung beim Lesen (1988)