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Großdeutsche, Gruppe von Abgeordneten#

Vorwiegend aus Österreich und Süddeutschland stammenden Abgeordneten der Frankfurter Nationalversammlung 1848, die für einen Deutschen Bund unter der Führung Österreichs eintrat (Gegensatz zu Kleindeutschen, die einen Bund ohne Österreich unter der Führung Preußens forderten). Die Bewegung gewann Anfang der 60er Jahre des 19. Jahrhunderts neuen Auftrieb (J. von Ficker, C. Frantz, A. F. Gföhrer, O. Klopp; deutscher Fürstentag 1863).

Der Krieg von 1866 führte zum Sieg der kleindeutschen Lösung. In Österreich vertrat später die deutschnationale Bewegung großdeutsche Ideen. 1918/19 fand der großdeutsche Gedanke in die Weimarer Verfassung in Deutschland Aufnahme und wurde auch von vielen österreichischen Politikern vertreten (Anschluss). In nationalistischer Ausprägung wurde die großdeutsche Idee von den Nationalsozialisten vertreten; das nationalsozialistische Deutsche Reich mit den gewaltsam einverleibten österreichischen, tschechischen, polnischen, jugoslawischen und anderen Gebieten nannte sich 1938-45 "Großdeutsches Reich".

Literatur#

  • H. von Srbik, Deutsche Einheit, 4 Bände, 1935-42