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Gymnasium#

Von den Humanisten eingeführte Bezeichnung, ursprünglich für Hochschulen, noch im 16. Jahrhundert für den darauf vorbereitenden Philosophiekurs (Artistenfakultät) und mehrklassige Lateinschulen (Krems, 1579) verwendet. Seit Mitte des 17. Jahrhunderts ziemlich durchgängig für schulische Einrichtungen gebraucht, die auf die Bedürfnisse der Universitäten abgestimmte Lerninhalte (besonders Latein, Griechisch, seit dem 18. Jahrhundert Geschichte und Geographie, Arithmetik) vermittelten und in Städten mit Universität auch mit diesen verbunden waren (Akademisches Gymnasium). Die Gymnasien wurden bis Mitte des 19. Jahrhunderts durchwegs von Orden, vor allem Jesuiten (bis 1773), Piaristen und Benediktinern, eingerichtet und 5- bis 6-klassig geführt; die Bemühungen des Staats, darauf Einfluss zu nehmen, führten erst nach Einsetzung der Studienhofkommission (1760) zu Erfolgen.

1848/49 wurde mit der Übernahme der Aufgaben der beiden philosophischen Jahrgänge (Philosophische Lehranstalt) die Grundlage für das moderne Gymnasium gelegt (8 Klassen, je 4 in Unter- und Oberstufe; Vermittlung von Allgemeinbildung aus dem sprachlich-historischen sowie aus dem mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich; Einsatz von universitätsgeprüften Fachlehrern; Reifeprüfung). Diese organisatorische Struktur blieb bis heute aufrecht; das Curriculum erfuhr seit 1849 in Abständen eine Anpassung an den Wissensfortschritt und die gesellschaftlichen Veränderungen. Als 1963 nur noch 17 % der Schüler der allgemein-bildenden höheren Schulen das Gymnasium wählten, wurden neben dem die Tradition fortsetzenden humanistischen Zweig (mit Griechisch) ein neusprachlicher und ein realistischer Zweig, die realgymnasiale Züge trugen, eingeführt. Die Neuordnung von 1988 beendete diese Entwicklung; durch Einführung von Wahlpflichtfächern in der Oberstufe wurden diese spezifischen Formen abgeschafft.

Literatur#

  • Die Schulreform Maria Theresias 1747-75, 1987