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Jesuitische Erziehungs- und Unterrichtsorganisation#

Von der Eröffnung einer Schule in Wien 1553 bis zur Aufhebung des Jesuitenordens 1773 für das Schulwesen in Österreich bestimmend, zeigte in vielem bereits moderne Züge (Unentgeltlichkeit, Prüfungen, festgelegtes Lehrprogramm, "Schulversuche", Hygiene, Schulbau nach Sicherheits- und didaktischen Kriterien, Ausbildung der Lehrkräfte, Gleichbehandlung usw.). An jedem Kollegium der Jesuiten wurde ein in der Regel 6-jähriger Gymnasialkurs (studia inferiora) geführt, der die Beherrschung von Latein in Schrift und Rede zum Ziel hatte sowie etwas Griechisch und ein wenig Realien vermittelte.

In Innsbruck, Klagenfurt, Linz und Feldkirch wurden außerdem begrenzt Vorlesungen auf Hochschulniveau, studia superiora (bei Vollständigkeit 3-jährig: Logik; Physik, Mathematik, Astronomie, Geographie, Meteorologie; Metaphysik, Ethik, Psychologie), in Wien und Graz neben diesem Philosophiekurs auch das theologische Studium angeboten. Die Monopolstellung der Jesuitischen Erziehungs- und Unterrichtsorganisation brachte zunächst große Fortschritte im Bildungswesen, ließ dieses aber im 18. Jahrhundert weitgehend erstarren, weil auf neue gesellschaftliche Bedürfnisse nicht reagiert wurde. Dadurch war der Staat gezwungen, sich der Bildungspolitik anzunehmen.