Walther von der Vogelweide - Austria-Forum : AEIOU
Walther von der Vogelweide#
Auch die religiösen Sprüche und Lieder (zum Beispiel Palästinalied) beeindrucken durch ihre poetische Gestaltungskraft. Als Minnesänger setzte sich Walther von der Vogelweide zunächst mit der geistig-gesellschaftlichen Bedeutung der Hohen Minne (unerfüllbare Liebe zu einer hoch stehenden Dame) auseinander, in seiner Wiener Zeit stand er in Konkurrenz mit Reinmar dem Alten. In den so genannten Mädchenliedern ("Unter der linden" und "Nemt frowe disen kranz") entwickelte er ein Gegenkonzept der Niederen Minne (erfüllbare bzw. erfüllte gegenseitige Liebe), um schließlich eine Synthese aus ideellem Anspruch und geglücktem Liebeswerben in der so genannten Ebenen Minne zu suchen. Damit öffnete Walther dem Minnesang neue ästhetische Wege. Das eindruckvollste Zeugnis für seine Künstlerpersönlichkeit gibt sein relativ klar abgrenzbares Alterswerk ab, allem voran die so genannte "Elegie" ("Owê war sint verswunden alliu mîniu jâr"), die zu den bedeutendsten Texten der deutschen Literatur zählt. Walther muss den Nachrufen mittelalterlicher Dichterkollegen gemäß um 1230 in Würzburg (Deutschland) gestorben sein, wo er zuletzt ein kleines Lehen innehatte.
Walther von der Vogelweide: Under_der_Linden (Musik-Lexikon)
Historische Bilder zu Walther von der Vogelweide (IMAGNO.at)
Ausgaben:
- Leich, Lieder, Sangsprüche, 14., neu bearbeitete Auflage der Ausgabe K. Lachmanns, herausgegeben von C. Cormeau, 1996 (dieser Ausgabe folgt die Zählung der Gedichte)
- Werke, herausgegeben von J. Schaefer (mit Übersetzung und Kommentar), 1987
- Gedichte, herausgegeben von P. Wapnewski (mit Übersetzung und Kommentar),1988
Literatur:
- K. H. Halbach, Walther von der Vogelweide, 1983
- G. Hahn, Walther von der Vogelweide, 1986
- M. G. Scholz, Walther von der Vogelweide, 1999
