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Ein Jahr "Österreich-Wikipedia" im Internet#

Gratislexikon "Austria-Forum" bietet derzeit 150.000 Beiträge, hat aber noch Defizite im kirchlich-religiösen Bereich 22.10.2010

Wien, 22.10.2010 (KAP) Seit einem Jahr ist das "Austria-Forum", eine breit angelegte Wissenssammlung zum Thema Österreich, unter der Adresse http://austria-forum.org im Internet abrufbar. Es gebe Ähnlichkeiten zum Online-Lexikon "Wikipedia", aber "Austria-Forum" biete wesentlich mehr, so die Betreiber am Freitag in einer Pressekonferenz in Wien: 30.000 deutschsprachigen Wikipedia-Beiträgen zum Thema Österreich stünden 150.000 im "Austria-Forum" gegenüber. Dazu kämen eine große Anzahl von Fotos und Videos sowie technische Innovationen, die u.a. bei der Suche behilflich sein sollen. Besonderer Wert werde auf die Qualität der Beiträge gelegt. Diese erfolgten nicht anonym, im Endausbau sollen alle Beiträge eine Quellenangabe besitzen.

Das "Austria-Forum" wurde von Mitarbeitern der TU Graz und ehrenamtlichen Redakteuren erstellt. Hauptherausgeber sind Prof. Hermann Maurer, Trautl Brandstaller, Peter Diem und Helga Maria Wolf. Zu den rund 50 Kooperationspartnern zählen u. a. Bundesministerien, Gemeinden, Medien wie ORF, APA oder auch "Die Furche", Verlage und große Archive.

Derzeit nutzen täglich rund 2.500 Benutzer die gratis abrufbaren Dokumente, Bilder, Tonsamples und Videos. Das "Austria-Forum" beruht auf dem seit langem im Internet abrufbaren AEIOU-Lexikon, dazu kamen im Vorjahr weitere Online-Wissenssammlungen wie das biografische Lexikon oder Symbole Österreichs. Neuerungen wie Panoramabilder, ORF-Filme, Beständen der Mediathek usw. ergänzen das Angebot. Der Community-Bereich gibt einzelnen Benutzern und Gruppen wie z.B. Schulklassen die Möglichkeit, sich im Sinne des Web 2.0 einzubringen.

Das Lexikon ist auch für kirchlich-religiös Interessierte gut nutzbar, es finden sich eine Reihe von Texteinträgen, Bildern und Tondokumenten zu diesem Themenbereich. Viele davon sind allerdings äußerst knapp bzw. nicht auf dem letzten Stand (so die Biografien der Bischöfe Erwin Kräutler und Egon Kapellari oder die Angaben zum Islam in Österreich). Allzu "aktuell" mutet dagegen an, dass dem Thema "Halloween" deutlich mehr Raum gegeben wird als dem christlichen Allerheiligen-Fest. Auch in der Kategorie "Essays" kommt Religion mit elf Aufsätzen auf nicht einmal ein Drittel jener zum Bereich Technik, zudem erscheint die Auswahl das Reformen einfordernde "Lager" innerhalb der Kirche deutlich zu bevorzugen.

Die Betreiber setzen allerdings auf die Bereitschaft der Benützer, Eintragungen beizusteuern, die dabei helfen, "unseren Wissensbestand über Österreich auszubauen bzw. zu verbessern". Hilfestellungen dabei werden erteilt unter http://www.austria-lexikon.at .


Schön, dass Kath.-Press im Gegensatz zum ORF, der seinen Bildungsauftrag wieder einmal sträflich vernachlässigt, so ausführlich berichtet. Die Kritik ist für mich nicht nachvollziehbar: Es liegt in der Natur der Sache, dass Religion in einem Universal- Lexicon Cluster nur in einem bestimmten Umfang vertreten sein kann. Das Forum ist nicht das Lexikon für Theologie und Kirche und sollte diesem auch nicht Konkurrenz machen, aber natürlich - wo es sinnvoll ist - auf dessen Beiträge verlinken. Dass das Forum - nach all den unerträglichen Skandalen in St. Pölten aber auch bei den Schulbrüdern in Wien und anderswo - etwa mit den excellenten Beiträgen von Prof. Dr. Wolf den Reformern auch genügend Raum gibt, scheint mir ein Frage der Basisintelligenz zu sein, denn so kann oder zumindest soll es ja nicht weiter gehen. Ein Austria-Forum als Plattform der Vertuscher und Verniedlicher wäre für mich unlesbar. Das Forum ist im Gegenstand mit der Mitherausgeberin und theologischen Fachfrau Prof. Wolf bestens bedient.

Gerade der Fall Holl zeigt, dass noch viel Handlungsbedarf in christlicher Nächstenliebe besteht. Kennt die Amtskirche die Schrift nicht oder will sie dem Versöhnungspostulat einfach nicht Rechnung tragen ? Wozu dann :"Der Friede sei mit Dir" in jeder Messe ? Gilt das für Holl nicht ?("Der wirklich schon historische Konflikt sei immer mit Dir ?)

Da gerade der im Besitz der Diözese St. Pölten befindliche Residenz-Verlag Holl wie keinen anderen Autor fördert, wäre es nur logisch, den Konflikt endlich zu beenden. Gerade die Diözese St. Pölten würde einen Holl dringend brauchen. Er ist natürlich ein Intellektueller und starker Denker und kein papageienartiger Gebetsmühlendreher, kurz in vieler Hinsicht ein Desiderat. Pastorale Praxis hat er auch, wie es seinen ehemaligen Kollegen wirklich geht weiss er auch.

--Glaubauf Karl, Sonntag, 24. Oktober 2010, 12:39