ÖBB 4061

ÖBB 4061 / ÖBB 1046 / ÖBB 1146
Museumslok 4061.13 in den Originalzustand zurückversetzt in Krems
Museumslok 4061.13 in den Originalzustand zurückversetzt in Krems
Nummerierung: 4061.01–25
1046.01–1046.25
1146.01–02
Anzahl: 25
Hersteller: WLF, ABES
Baujahr(e): 1956
Ausmusterung: 2003
Achsformel: Bo'Bo'
Länge über Puffer: 16.170 mm
Dienstmasse: 67 t
Höchstgeschwindigkeit: 125 km/h
Stundenleistung: 1.600
Anfahrzugkraft: 120 kN
Antrieb: Sécheron-Lamellen

Die Baureihe ÖBB 4061 war eine Elektrolokomotivbaureihe der Österreichischen Bundesbahnen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Lokomotiven dieser Reihe wurden im Laufe der Zeit einige Male markant verändert. Im Jahre 1956 wurde die erste Lokomotive ausgeliefert. Damals wurde sie als 4061 bezeichnet, was ihrem zugedachten Einsatzzweck als Gepäcktriebwagen entsprach: 40er-Nummern sind bei den ÖBB für Elektrotriebwagen vorgesehen. Das Fahrzeug war mit einem Gepäckabteil und einem Zugführerabteil ausgestattet und für den Städteschnellverkehr auf Talstrecken konzipiert. Bei diesem Konzept wollte, beziehungsweise konnte man auf den Gepäckwagen verzichten, da das Triebfahrzeug auf jeder Seite eine große Schiebetüre hatte und eine Beladung möglich war.

Die 4061.01 wurde im Dezember 1956 in Wien-West in Betrieb genommen. Die gesamte Reihe wurde in zwei Bauserien ausgeliefert. Die Fahrzeuge 4061.13 und 14 erhielten 1964 eine Indusieinrichtung (heute PZB), sie waren die ersten Fahrzeuge der ÖBB, die mit dieser Einrichtung ausgestattet waren. So ausgestattet, konnten sie den Schnellzug Mozart von Wien nach München befördern.

Im Mai 1976 wurden die Maschinen von 4061 auf 1046 umgezeichnet. Dies geschah, indem die Metallziffern nur ummontiert wurden. Sie waren schon seit längerem nur als Lokomotiven verwendet worden und so war diese Umzeichnung ein naheliegender Schritt.

1146.001 auf dem Nordbahnhof (1987)
1146 in Doppeltraktion im Budapester Südbahnhof (1990)
1046 001-2 (Umbauversion) mit einem Regionalzug im Bhf. Sigmundsherberg (1992)

1981 wurde der Firma ELIN die 1046.25 als Versuchsträger für eine künftige Zweifrequenz-Drehstromlok zur Verfügung gestellt. Da aufgrund des Gepäckraumes ausreichend Platz für den Einbau der technischen Einrichtungen vorhanden war, war sie für diese Versuche besonders geeignet.

Als Ergebnis dieser Versuche entstand 1986 die Unterbaureihe 1146.001-002. Zu diesem Zweck wurden die zwei Maschinen 1046.03 und 17 umgebaut. Die alten Lokkästen wurden durch neue ersetzt. Die Rahmen, Laufwerke und Antriebe wurden beibehalten. Die Drehstromtechnik brachte eine Leistungssteigerung um 25 % gegenüber der 1046 und die Möglichkeit, unter den Frequenzen 15 kV/16 2/3 Hz sowie 25 kV/50 Hz zu fahren. Auch konnte die Höchstgeschwindigkeit auf 140 km/h gesteigert werden. Weiters haben diese Fahrzeuge als erste ÖBB-Lokomotiven eine Doppeltraktionssteuerung auf Basis der Zeitmultiplextechnik erhalten. Mit dieser Baureihe war ein Grundstein für die ÖBB-Reihe 1014/1114 gelegt, und die Erkenntnisse konnten auf diese Nachfolgebaureihe umgelegt werden.

Mit der Zweifrequenztechnik waren das erste Mal Loklangläufe nach Ungarn möglich. Die zwei 1146er waren meistens auf der Nordbahn beziehungsweise Ostbahn anzutreffen. Sie führten auf der Nordbahn die Züge EC 8/9 Antonín Dvořák und EC 172/173 Vindobona bis ins tschechische Břeclav. Auf der Ostbahn zogen sie die Züge EC 24/25 Franz Liszt und EC 41/42 Lehár nach Budapest.

Bei den restlichen Maschinen der Reihe 1046 wurde der Erhaltungszustand immer schlechter, und so wurde 1987 mit einer groß angelegten Umbauaktion begonnen. Der Lokkasten wurde komplett neu aufgebaut, das Gepäckabteil entfiel und der damit gewonnene Platz konnte jetzt besser für die maschinentechnischen Anlagen verwendet werden. Auch wurden die Führerstände verlängert. Man verwendete Bauteile neuerer Lokgenerationen, um eine geringe Ersatzteilhaltung zu haben und um den Umbau wirtschaftlicher zu gestalten. 1994 endete das Umbauprogramm nach 13 umgebauten Maschinen. Dies waren die 1046.001, 005–009, 012, 016, 019, 021–024.

1993 wurden sieben verbliebenen Lokomotiven mit Altbaukasten abgestellt. Dies waren die 1046.002, 004, 013–015, 018, 020. Die 1046.013 blieb als Lok für Nostalgiezüge erhalten. Sie wurde in der ÖBB-Hauptwerkstätte Floridsdorf restauriert, grün lackiert und als Gepäcktriebwagen unter der originalen Betriebsnummer 4061.13 vor Nostalgiezügen eingesetzt. Sie steht nach Verkauf durch die ÖBB an den Verein „Club 1018“ dort für Sonderfahrten im Einsatz, die zur Finanzierung der Aufarbeitung der dem Verein namensgebenden ÖBB-Maschine 1018.05 veranstaltet werden.

1998 wurden die beiden Zweisystemloks 1146 ausgemustert. 1146 002-9 wurde an die GySEV verkauft, die sie im Bahnhof Wulkaprodersdorf als stationäre Vorheizanlage aufstellte.

2003 wurden die letzten Exemplare der Baureihe 1046 ausgemustert.

Die 1046 001-2 wurde an die Österreichische Gesellschaft für Eisenbahngeschichte abgegeben und ist in Passau bei den Passauer Eisenbahnfreunden einsatzfähig untergestellt.

Die Reihe 4061 bzw.1046 wurde als Modell im Maßstab 1:87 (Nenngröße H0) von Klein Modellbahn hergestellt.

Einsatzgebiete

Literatur

  • Klaus-J. Vetter: Das große Handbuch der Elektrolokomotiven. Sconto, München 2003, ISBN 3-7654-4066-3.
  • Markus Inderst: Bildatlas der ÖBB-Lokomotiven. Alle Triebfahrzeuge der Österreichischen Bundesbahnen. GeraMond, München 2010, ISBN 978-3-7654-7084-4.

Weblinks