Österreich Werbung

Österreich Werbung
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Rechtsform Verein
Gründung 1955
Sitz Wien
Leitung Petra Stolba
Branche Tourismusmarketing
Website http://www.austriatourism.com
Urlaub in Österreich: http://www.austria.info

Die Österreich Werbung (kurz ÖW) ist die nationale Tourismusmarketingorganisation Österreichs. Sie existiert seit 1955 in ihrer bestehenden Form und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit und der Wirtschaftskammer Österreich getragen; Vorsitzender des Vereins ist der jeweilige Wirtschaftsminister. Die Österreich Werbung ist eine Werbeorganisation für die touristische Dachmarke Urlaub in Österreich und finanziert sich aus öffentlichen Mitteln (Mitgliedsbeiträgen) und durch eigene Einnahmen.

In allen wichtigen Quellmärkten des österreichischen Tourismus unterhält die ÖW Stützpunkte. Expertenteams betreuen touristische Anbieter aus Österreich. Die ÖW fungiert als Informationsstelle für Medien und Urlauber, die sich über touristische Angebote in Österreich informieren wollen. Herzstück der Gästeinformation sind das ÖW-Hauptbüro in Wien, das Urlaubsservice, Österreichs größtes Tourismus-Callcenter, und das Internetportal www.austria.info, das aktuelle Informationen und Angebote aus ganz Österreich vorstellt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Geschichte des organisierten Tourismus in Österreich begann im 19. Jahrhundert. Erste touristische Angebote fanden sich in Kur- bzw. Badeorten und entlang der ab den 1840er Jahren entstandenen Eisenbahnlinien. Lang konnten sich nur der Adel und das reiche Bürgertum Städte- und Bildungsreisen leisten. Mit der Entwicklung des Alpinismus (der Österreichische Alpenverein wurde 1862 gegründet, der Touristenverein „Die Naturfreunde 1895) wurden die Berge auch für weniger wohlhabende Menschen touristisch erschlossen.

Obwohl der erste Weltkrieg zu einer europaweiten politisch und finanziellen Instabilität führte wurde 1917 in Wien das staatliche Österreichische Verkehrsbüro gegründet, das vorerst als Auskunftsstelle für Reiseinformationen und zum Vertrieb von Eisenbahnfahrkarten diente. Es entwickelte sich später zum Reisebüro bzw. Reiseveranstalter, der nach 1955 hauptsächlich Auslandsreisen anbot und daher nicht mehr als Marketingorganisation für Österreichs Tourismus agieren konnte. Heute ist das Österreichische Verkehrbüro der größte private Reisekonzern Österreichs, der sein Geschäft größtenteils unter dem Markennamen des in ihn eingegliederten ehemaligen Konkurrenten Ruefa mit dem Verkauf von Reisen in alle Welt macht.

Seit dem Beschluss der Bundesverfassung 1920 ist der Fremdenverkehr, da unter den Bundeskompetenzen nicht angeführt, Kompetenz der einzelnen Bundesländer, die Fremdenverkehrsgesetze erlassen konnten und können und deren Vollzug im eigenen Bereich zu organisieren hatten bzw. haben. Überregionale und internationale Aufgaben waren bzw. sind im Rahmen der gesamtstaatlichen Wirtschaftspolitik vom Handels-, später Wirtschaftsministerium wahrzunehmen.

Das Ministerium förderte nach dem Zweiten Weltkrieg die Reaktivierung der Fremdenverkehrswerbung durch die Gründung der Stelle für den Wiederaufbau der Österreichischen Fremdenverkehrswirtschaft. Daraus entstand 1955 der Verein Österreichische Fremdenverkehrswerbung (ÖFVW) mit folgenden Mitgliedern:

  • Bund (vertreten durch das Ministerium)
  • neun Bundesländer (vertreten durch das Amt der jeweiligen Landesregierung)
  • Bundeswirtschaftskammer (vertreten durch die Sektion Fremdenverkehr, jetzt Sparte Tourismus)

Die ersten Außenstellen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg in Budapest, Rom, Hilversum, Paris, Stockholm, Köln, London und New York City errichtet. Später wurden 15 hauptamtliche Außenstellen in Amsterdam, Berlin, Brüssel, Kairo, Frankfurt am Main, Johannesburg, Köln, Kopenhagen, London, Mailand, New York, Paris, Rom, Stockholm und Zürich sowie 31 ehrenamtliche Vertretungen (Außenhandelsstellen der Bundeswirtschaftskammer) eingerichtet.

Das Zweigstellennetz veränderte sich im Lauf der Jahrzehnte immer wieder. In der Zeit vor Internet und E-Mail waren in Westdeutschland die Zweigstellen Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt und München, später auch Stuttgart tätig. Die erwünschte Internationalisierung des Gästezustroms führte zur Einrichtung von Vertretungen in Barcelona, Madrid, Mailand, Los Angeles, New Delhi, Dubai, Peking, Tokio und Sydney. Nach der Beseitigung des Eisernen Vorhangs wurden auch in Warschau, Prag, Budapest, Bukarest, Moskau und Agram Büros eingerichtet oder vergrößert.

In den siebziger Jahren entschied sich der Verein, die den Bundesländern und den einzelnen Urlaubsorten obliegende Inlandswerbung durch Dachkampagnen für den Urlaub in Österreich zu verstärken. Als prominentester Plakatslogan der siebziger und achtziger Jahre erwies sich In der Wiese liegen und mit der Seele baumeln, ein leicht verändertes Zitat aus Kurt Tucholskys Roman Schloss Gripsholm. 1989 wurde die ÖFVW auf Beschluss ihrer Generalversammlung zur Österreich Werbung (ÖW, Austrian National Tourist Office). Anfang der neunziger Jahre trennten sich auch viele andere österreichische Tourismusorganisationen vom Begriff Fremdenverkehr, da man aus werblichen Gründen (potentielle) Gäste nicht als Fremde bezeichnet wissen wollte.

Ende der neunziger Jahre wollten zwei Bundesländer die ÖW nicht mehr mitfinanzieren. Die Bundesregierung Schüssel I mit Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (ÖW-Vereinsobmann) bewirkte daraufhin durch eine Statutenänderung das Ausscheiden aller Bundesländer als ÖW-Mitglieder; sie sollten mit der ÖW künftig als Partner und Kunden zusammenarbeiten. Seither sind nur der Bund, vertreten durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit, mit 75 % und die Wirtschaftskammer Österreich mit 25 % der Mitgliedsbeiträge die Finanziers der ÖW.

Geschäftsführer

  • Paul Bernecker (1952-1965)[1]
  • Harald Langer-Hansel (1965-1974)

1974–1999 waren im Sinne der Sozialpartnerschaft bzw. der ab 1987 regierenden Großen Koalition jeweils zwei Geschäftsführer bestellt:

  • Helmut Zolles und Frank Kübler (1974-1987)
  • Klaus Lukas und Frank Kübler (1987-1996)
  • Michael Höferer (1996-2001) und Frank Kübler (1996-1999)
  • Arthur Oberascher (2001-2006)[2]
  • Petra Stolba (seit 2006)

Ziele und Strategie

Ziele der Österreich Werbung sind, die Dachmarke Urlaub in Österreich zu positionieren und durch innovative, nachhaltige Entwicklung die Wertschöpfung des Tourismus in Österreich zu steigern. Diese ist von hoher gesamtwirtschaftlicher Bedeutung: Sie hat etwa 10 % Anteil am Bruttoinlandsprodukt, und etwa 10 % der Österreicher sind im Tourismus beschäftigt.

Die ÖW sieht sich als Impuls gebende, beratende Serviceagentur der österreichischen Tourismus- und Freizeitwirtschaft. Die ÖW versteht sich als Wissensagentur mit Kompetenzen in den Kernbereichen:

  • Fachwissen über die Destination Österreich
  • Marktwissen über Herkunftsmärkte

Damit will die ÖW zwischen Marktteilnehmern der Anbieterseite und der Nachfrageseite vermitteln.

Wissensmanagement findet auf Basis von Marktforschung sowie Informations- und Kommunikationssystemen statt. Ergebnisse der Länder-, Themen- und Zielgruppenanalysen (Sinus-Milieus) werden regelmäßig in Länderstudien und durch die Gästebefragung Tourismus Monitor Austria (T-MonA) zur Verfügung gestellt. Die Österreich Werbung versucht Trends in der Tourismusbranche frühzeitig zu erkennen, entsprechende Maßnahmen zu setzen und Handlungsempfehlungen an Gastgeber zu richten.

Die österreichischen Tourismusmarketingorganisationen müssen ebenso wie die anbietenden Tourismusunternehmen auf die enormen Marktveränderungen eingehen, die sich durch das Internet vor allem in den Jahren seit 2000 ergeben haben und weiterhin ergeben werden: Immer mehr Menschen buchen im Internet oder stehen den Anbietern auf Grund ihrer Internetnutzung als bestens informierte Kunden gegenüber. Der kritische Urlauber findet immer mehr Möglichkeiten, die Meinungen anderer Konsumenten zu erfahren, die ein Angebot schon gebucht haben. Eigene Internetportale rufen Reisende dazu auf, Destinationen und Tourismusunternehmen zu bewerten.

Die Marke Urlaub in Österreich

Die ÖW will Österreich als Tourismusdestination im internationalen Werbeumfeld abgrenzen und positionieren. Die Marke Urlaub in Österreich definiert überregional und interessensübergreifend die wegweisende Marktstrategie und gibt Impulse für die Zukunft des österreichischen Tourismus. Um den stetig sich verändernden wirtschaftlichen Erfordernissen der Tourismuswirtschaft gerecht zu werden, ist es nötig die Marke zeitgemäß zu modifizieren.

Demnach soll nach den neuen Markendefinitionen der ÖW Urlaub in Österreich anregend, inspirierend, niveauvoll und spektakulär sein. Besonders hervorgehoben wird bei der neuen Werbelinie (seit Februar 2008) die Kombination unterschiedlicher Aspekte und Kontraste, die Österreich als Urlaubsland in ungewöhnlichem Kontext positionieren (Entdeckungsreise, Geheimtipp Österreich). Der Hauptslogan der ÖW lautete damals „Das muss Österreich sein“[3], und in den vergangenen Saisonen "ankommen und aufleben".

Organisation

Der Geschäftsführerin der ÖW, seit Herbst 2006 Petra Stolba, unterstehen fünf Bereiche:

  • Kundenmanagement (Betreuung der wichtigsten Kunden und Partner)
  • International Market Management (Marketing in den Quellmärkten)
  • Brand Management (Markenentwicklung)
  • Support Bereiche (Informationstechnologie, Accounting, Controlling und Human Resources)
  • Stabsstellen: Strategie und Unternehmensentwicklung, Unternehmenskommunikation

Internationales Marketing

Heute bearbeitet die Österreich Werbung drei geographische Räume:

  • Westeuropa
  • CEE (Zentral- und Osteuropa)
  • Übersee

Diese Übergruppen inkludieren Standorte in den USA, Niederlande, Großbritannien, Belgien, Frankreich, Spanien, Italien, Schweiz, Ungarn, Rumänien, Russland, Polen, Tschechische Republik, Schweden, Dänemark, Deutschland, Arabische Länder, Indien, China und Japan.

Landestourismusorganisationen

Verfassungsmäßig ist Tourismus in Österreich Kompetenz der neun Bundesländer. Diese waren von 1955 bis 2001 Mitglieder des Vereins Österreich Werbung. In den Landestourismusgesetzen ist die jeweilige Rechtsform der Landestourismusorganisation festgelegt: War dies ursprünglich meist eine Abteilung des Amtes der Landesregierung, so sind heute vor allem GmbHs (z. B. Tirol Werbung GmbH), Vereine und öffentlich-rechtliche Körperschaften (z. B. WienTourismus, Oberösterreich Tourismus) tätig. Meist ist auch gesetzlich fixiert, wie die regionale Marketingstruktur innerhalb eines Bundeslandes organisiert und finanziert wird.

Die neun Landestourismusorganisationen sind seit 2001 in sehr unterschiedlichem Ausmaß Marketingpartner bzw. -kunden der ÖW. Einer der wichtigsten Kunden ist der WienTourismus, da er, meist gestützt auf das Außenstellennetz der ÖW, Marketing in mehr als 20 Quellmärkten betreibt. Andere wichtige ÖW-Partner sind die Tirol Werbung GmbH und die Salzburger Land Tourismus GmbH, die ebenfalls Marketing in einer größeren Anzahl von Quellmärkten durchführen.

Weblinks

Quellen

  1. [1]
  2. European Travel Commission
  3. http://www.austria.info