Österreichische Bibelgesellschaft

Die Österreichische Bibelgesellschaft vertreibt in Österreich alle deutschsprachigen Bibeln sowie Bibelausgaben in etwa 80 Sprachen, berät in Fragen zur Bibel und unterstützt Bibelprojekte im Ausland.

Inhaltsverzeichnis

Ziele und Aufgaben

Hauptanliegen der überkonfessionell arbeitenden Bibelgesellschaft ist es, in jeweils zeitgemäßer Form in Zusammenarbeit mit den christlichen Kirchen aber auch darüber hinaus Menschen Zugänge zur Bibel zu eröffnen. Dies erfolgt im Rahmen von verschiedenen bibelmissionarischen Projekten, Vorträgen, Veranstaltungen, Ausstellungen und seit 2005 besonders im neu eröffneten „Bibelzentrum beim Museumsquartier“ in Wien. Das Bibelzentrum ist ein lebendiger Ort zur Begegnung mit der Bibel, für den Dialog von Bibel, Kunst und Gesellschaft. Die Bibelgesellschaft ist für Schulen, Bildungseinrichtungen und Pfarrgemeinden ein gefragter Ansprechpartner.

Seit einigen Jahren ist die Bereitstellung von kostenlosen Bibeln für Flüchtlinge und Gefangene ein wichtiger Arbeitsbereich der Bibelgesellschaft in Österreich. Als Mitglied im Weltbund der Bibelgesellschaften mit seinen 135 nationalen Bibelgesellschaften weiß sich die Österreichische Bibelgesellschaft auch der Begleitung und finanziellen Unterstützung von Bibelübersetzungs- und Bibelverbreitungsprojekten im Ausland verbunden.

Geschichte

Seit 1850 arbeitet die „Britische und Ausländische Bibelgesellschaft“ offiziell in Österreich, geleitet vom Baptisten Edward Millard, der 1887 Wien verließ. Eine besonders kritische Zeit war die nationalsozialistische Zeit. Von 1936 bis 1971 leitete Karl Uhl (1907-98) das Büro; während des Zweiten Weltkrieges bekam er noch zusätzlich die Verantwortung für Mitteleuropa. Er setzte sich für gefährdete Bestände an litauischen und polnischen Bibeln ein. Als das umfangreiche Berliner Depot (etwa 35 Tonnen Bibelausgaben!) von der Gestapo eingestampft werden sollte, reiste Uhl nach Berlin und konnte das durch eine Vorsprache bei der Presseabteilung der Gestapo im Mai 1941 verhindern; die Bibeln wurden nach Wien gebracht und nach Kriegsende eingesetzt.[1]

1947 wurde das „Österreichische Bibelkomitee“ gegründet, und am 23. September 1970 die Österreichische Bibelgesellschaft. Vom Wiener Bibelhaus aus wurden zahlreiche Bibeln in die Staaten des Ostblocks gebracht.

Mitgliedskirchen

Getragen wird die Arbeit der Bibelgesellschaft von zwölf Mitgliedskirchen: Hier ist vor allem die Evangelische Kirche Augsburgischen Bekenntnisses (lutherisch) zu nennen, ferner die Evangelische Kirche Helvetischen Bekenntnisses (reformiert) und die Evangelisch-methodistische Kirche sowie die Altkatholische Kirche, die Armenisch-Apostolische Kirche, die Griechisch-orthodoxe Kirche, die Rumänisch-Orthodoxe Kirche, die Syrisch-Orthodoxe Kirche, die Anglikanische Kirche, der Bund der Baptistengemeinden, die Freien Christengemeinden und die Heilsarmee. Begleitet wird die Arbeit der Bibelgesellschaft auch von der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien.

Literatur

Weblink

Österreichische Bibelgesellschaft

Einzelbelege

  1. Siehe dazu (von seinem Sohn) Harald Uhl: Ein Gestapo-Dokument zur Geschichte der Bibelverbreitung in Österreich während der NS-Zeit. In: JbGPrÖ 120 (2004) S. 277-282.

Siehe auch