Österreichische Staatsdruckerei

Österreichische Staatsdruckerei GmbH
Logo der Österreichischen Staatsdruckerei GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 1918 (1804 als k.k. Hof- und Staatsdruckerei)
Sitz Wien, Österreich
Leitung Reinhart Gausterer (Generaldirektor) Thomas Zach (Generaldirektor-Stellvertreter)
Mitarbeiter 144 (2010); 151 (2009); 158 (2008); 160 (2007)
Umsatz 2009/10: 41,51 Mio. Euro (davon 3,00 Mio. Euro Ausland);[1] 2008/09: 35,58 Mio. Euro (davon 2,98 Mio. Euro Ausland); 2007/08: 37,23 Mio. Euro (davon 2,61 Mio. Euro Ausland)
Branche Druckerei
Website www.staatsdruckerei.at
Das ehemalige Hauptgebäude der Österreichischen Staatsdruckerei am Rennweg in Wien (2011)

Die Österreichische Staatsdruckerei GmbH (OeSD) ist eine auf Sicherheitsprodukte spezialisierte Druckerei mit Sitz in Wien, Österreich.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Österreichische Staatsdruckerei ist der Nachfolger der 1804 von Kaiser Franz I. gegründeten k.k. Hof- und Staatsdruckerei. Nach 1918 erhielt sie den Namen Österreichische Staatsdruckerei. Von 1938 bis 1945 firmierte sie als Staatsdruckerei Wien. 1997 wurde diese in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und 1999 in Print Media Austria AG umbenannt. Aus dieser wurde wiederum 1999 die Österreichische Staatsdruckerei GmbH (OeSD) zum Zwecke der Privatisierung abgespalten. Im Jahr 2000 erwarb ECP Euro Capital Partners die OeSD.

Alleingesellschafter der Österreichische Staatsdruckerei GmbH ist die Österreichische Staatsdruckerei Holding AG. Aktionäre der Holding sind jeweils zu 50 % die G3 Industrie Privatstiftung von Johannes Strohmayer und die GRT Privatstiftung von Robert Schächter.

Der Aufsichtsrat der Österreichischen Staatsdruckerei Holding AG konstituierte sich im Jahr 2010 mit folgenden Mitgliedern: Johannes Strohmayer (Vorsitzender), dem ehemaligen Vorstand der Volksbanken AG Wilfried Stadler, dem ehemaligen Vorstand der Bank-Austria AG und jetzigen Hauptaktionär der Ithuba Capital AG (vormals Montana Capital Financial Services AG) Willi Hemetsberger, sowie zwei Mitgliedern des Betriebsrates der Österreichischen Staatsdruckerei GmbH.[2]

Die Österreichische Staatsdruckerei GmbH produziert alle Hochsicherheits-Ausweisdokumente der Republik Österreich, wie den Sicherheitspass mit Chip, den Personalausweis, den Scheckkartenführerschein und seit Anfang 2011 den Zulassungsschein im Scheckkartenformat mit Chip (Zulassungskarte). Seit 2006 werden alle österreichischen Sicherheitsdokumente im Hochsicherheitsraum der OeSD mit den Daten der Bürger personalisiert und an die gewünschte Adresse verschickt.

Innenministerin Maria Fekter begründete die seit 2000 erfolgten ausschreibungslosen Vergaben aller Ausweisdokumente an die Österreichische Staatsdruckerei GmbH in der Beantwortung einer Parlamentarischen Anfrage damit, dass dies das – zuletzt 2001 abgeänderte[3] - Staatsdruckereigesetz so vorsieht.[4]

Von 2008 bis zu dessen Auflösung 2010 war Ernst Strasser im Beirat der Österreichischen Staatsdruckerei.[2] Auch Ernst Strassers ehemaliger Kabinettschef Christoph Ulmer war Mitglied des Beirats.[5]

Das Unternehmen mit mehr als 200-jähriger Geschichte hat sich in den letzten Jahren vom reinen Sicherheitsdrucker zum Sicherheitstechnologieunternehmen weiterentwickelt. Neben zahlreichen internationalen Preisen ist die OeSD als „High Security Printer“ zertifiziert und produziert Sicherheitsprodukte (Reisepässe, Briefmarken) für Kunden auf vier Kontinenten. Die früher auch in der Druckerei hergestellte Wiener Zeitung wurde 1998 ausgegliedert.

Im Jahr 2002 folgte die Übersiedlung in den 23. Wiener Gemeindebezirk in die Tenschertstraße 7. Am alten Standort befindet sich seit 2005 ein Hotel. Vom ehemaligen Gebäude der Staatsdruckerei selbst blieb nur die Fassade am Rennweg erhalten.

Literatur

  • Franz Stamprech: 175 Jahre Österreichische Staatsdruckerei. Verlag der Österreichischen Staatsdruckerei, Wien 1979.
  • Ingrid Haslinger: Kunde – Kaiser. Die Geschichte der ehemaligen k. u. k. Hoflieferanten. Schroll, Wien 1996, ISBN 3-85202-129-4.
  • Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien, Band 5, Kremayr & Scheriau, Wien 1997, ISBN 3-218-00547-7, S. 276f.
  • Gerald Gneist: Die Staatsdruckerei zwischen 1938 und 1945. Ungedruckte Dissertation, Universität Wien 2003.

Einzelnachweise

  1. Parlamentarische Materialien
  2. a b Presseaussendung der Österreichischen Staatsdruckerei
  3. Bundesgesetzblatt: BGBl. I Nr. 47/2001, 8. Mai 2001
  4. Anfragebeantwortung: Vergabe von Aufträgen an die privatisierte Staatsdruckerei, 10. November 2009.
  5. Die Presse: Strassers Strippenzieher, 15. Februar 2008.

Weblinks

48.1416.354527777778Koordinaten: 48° 8′ 24″ N, 16° 21′ 16″ O