Österreichisches Institut für Internationale Politik

Das Österreichische Institut für internationale Politik - oiip ist eine unabhängige, außeruniversitäre, wissenschaftliche Forschungseinrichtung in Wien. Das oiip ist vorrangig im Bereich der empirischen Forschung über aktuelle Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik tätig. Es wurde 1978 auf Initiative von Bruno Kreisky gegründet. Seit 1979 betreibt das Institut als gemeinnütziger Verein wissenschaftliche Grundlagenforschung, außenpolitische Analyse sowie Politikberatung.

Sitz des Instituts war anfänglich Laxenburg, heute befindet er sich in Wien (Bergasse 7, Wien-Alsergrund). Laut der Universität von Philadelphia zählt das Institut zu den 200 besten „Denkfabriken“ der Welt.[1]

Inhaltsverzeichnis

Leitbild

Das oiip initiiert Kommunikationsprozesse, die das Bewusstsein über wichtige Fragen der internationalen Politik und über internationale politische Systeme erhöht und die Identitätsbildung in Österreich fördert. Es leistet einen Beitrag zur Positionierung Österreichs in der internationalen Staatengemeinschaft. Das oiip entwickelt realistische Lösungsansätze für internationale Probleme und Konflikte. Über ein öffentliches Veranstaltungsprogramm kommuniziert es Ergebnisse seiner Forschungsarbeiten an Personen aus Wissenschaft, Politik, Diplomatie und Wirtschaft, an Studierende und an alle an politischen Prozessen innerhalb der International Relations interessierte Personen.

Finanzierung und Organisationsform

Die Finanzierung erfolgt zum überwiegenden Teil aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur und dem Ministerium für Landesverteidigung. Weitere Auftraggeber, Kooperationspartner und Finanziers sind u.a.: das Bundeskanzleramt, das Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten, die Stadt Wien, die EU-Kommission, die Österreichische Forschungsgemeinschaft und die Oesterreichische Nationalbank. Kooperationspartner auf der inhaltlichen Ebene sind eine große Zahl nationaler und internationaler Institutionen, die in Forschung und Lehre über Internationale Politik tätig sind.

Mitarbeiter

Direktor des Instituts ist Otmar Höll. Der Forschungsschwerpunkt von Otmar Höll liegt in der österreichischen Außenpolitik, internationalen Konfliktbearbeitung sowie europäischen Integration.

Als Senior Fellows am Institut tätig sind John Bunzl, Heinz Gärtner und Paul Luif. Der Preisträger des Bruno-Kreisky-Preises 2009 John Bunzl legt den Fokus seiner Arbeit auf Konflikte im Nahen Osten, jüdische Geschichte und Antisemitismus sowie ethnische und kulturelle Konflikte. Heinz Gärtner beschäftigt sich hauptsächlich mit der US Außen- und Sicherheitspolitik, der europäischen und österreichischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik sowie allgemein mit Sicherheitskonzepten. Die Erweiterung der Europäischen Union und Sicherheit, die Europäische Integration sowie Neutralität zählen zu den Arbeitsgebieten von Paul Luif.

In der Position als Fellow sind Hakan Akbulut, Cengiz Günay, Alexander Klimburg und Jan Pospisil am oiip beschäftigt. Hakan Akbulut beschäftigt sich in seiner Forschungsarbeit mit dem Nahen Osten, der türkischen Außen- und Sicherheitspolitik sowie umfassend mit internationaler Sicherheit. Auch bei Cengiz Günay zählt die Türkei und ihre Beziehung zur EU zum Forschungsschwerpunkt, weiters noch Transformationsprozesse sowie Islamismus und Demokratie im Nahen Osten. Alexander Klimburg forscht hauptsächlich zu Cyber Security, Terrorismus und Konfliktprävention, Jan Pospisil zu fragiler Staatlichkeit und Entwicklungspolitik.

Wissenschaftlicher Berater für Fragen zu Russland und dem postsowjetischen Raum ist Gerhard Mangott, zum Thema Südosteuropa liefert Henriette Riegler Expertise.

Alle Wissenschaftler des oiip lehren an österreichischen Universitäten, Fachhochschulen oder anderen Bildungseinrichtungen und nehmen Gastprofessuren im Ausland wahr.

Publikationen

Das oiip veröffentlicht in unregelmäßigen Abständen Policy Papers sowie Arbeitspapiere zu aktuellen politischen Themen. Diese können auf der Homepage des Instituts eingesehen werden. Zudem publizieren die Wissenschaftler eigene Werke oder sind verantwortlich für die Herausgabe wissenschaftlicher Publikationen. In Tageszeitungen, Zeitschriften und Journals erscheinen regelmäßig Beiträge von und Interviews mit Forscher des oiip. Auch diese finden sich jeweils aktualisiert auf der Homepage. Jährlich erscheint (ebenfalls online) ein Tätigkeitsbericht des Instituts, in welchem die Veranstaltungen, Aktivitäten und Publikationen der Mitarbeiter bzw. des Instituts genau verzeichnet sind.

Einzelnachweise

  1. Matthias Bernold: Die uns die Welt erklären. Das OIIP, Österreichs einziger außenpolitischer Think Tank, wird 30. Ein Gespräch mit dem Chef Otmar Höll. Falter, 25/09, 17. Juni 2009, S. 12 (digitalisiert auf www.oiip.at (PDF)

Weblinks