25-Euro-Bimetallmünze

Die 25-Euro-Bimetallmünzen sind aus Silber und Niob bestehende österreichische Gedenkmünzen. Der Niobkern der Münze ist bei jeder Münze anders gefärbt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

2003 prägte die Münze Österreich erstmals Bimetallmünzen in der Metallkombination Silber und Niob. Interessant als Münzmetall ist Niob vor allem durch die vom Technologiezentrum Plansee der Planseewerke in Reutte in Tirol entwickelte Methode, den aus Niob gefertigten Bestandteil der Münze durch so genanntes anodisches Oxidieren einzufärben. Der jeweils erzielte Farbeffekt hängt von der Dicke der Oxidschicht ab. In Österreich sind diese Sondermünzen gesetzliches Zahlungsmittel. Im restlichen Euro-Ausland gelten sie lediglich als Sammlermünzen.

Münzen

Jede Münze besteht aus einem Ring aus 10 g Silber (90 % Silber und 10 % Kupfer) und einem Kern aus 7,15 g Niob. Seit 2007 wiegt der Kern nur noch 6,5 g. Der Gesamtdurchmesser beträgt 34 Millimeter. Wegen des großen Interesses von Sammlern wurde die Auflage ab der dritten Münze von 50.000 auf 65.000 Stück erhöht.

Erstausgabetag Münze Bild
29. Jänner 2003 [1] 700 Jahre Stadt Hall

Die Aversseite der Münze zeigt einen Erdbeobachtungssatelliten bei der Vermessung der Stadt Hall in Tirol mit einem perspektivisch verzerrten Stadtplan der Stadt. Im silbernen Ring finden sich die beiden Aufschriften „Hall in Tirol 2003“ und „Republik Österreich 25 Euro“. Gestaltet wurde diese Seite von Herbert Wähner. Die Reversseite trägt auf der Niob-Pille das Motiv eines 1486 in Hall geprägten Guldiners, des ersten Talers. Dargestellt ist dieser Guldiner allerdings seitenverkehrt, um den Eindruck eines Prägestempels zu erwecken. Der Silberring trägt die Aufschrift „700 Jahre Stadt Hall in Tirol“. Diese Seite wurde von Helmut Andexlinger gestaltet. Von dieser Münze mit blauem Kern wurden 2003 50.000 Münzen in der Qualität Handgehoben geprägt.

18. Februar 2004 [2] 150 Jahre Semmeringbahn

Die von Thomas Pesendorfer gestaltete Aversseite der Münze zeigt in der oberen Hälfte die so genannte „Taurus“-Lokomotive der Baureihe 1016, die derzeit modernste Hochleistungslokomotive der ÖBB, sowie eine von Wilhelm Freiherr von Engerth konstruierte Dampflokomotive. Unterhalb dieser Stütztenderlokomotive befindet sich das Ausgabejahr „2004“. Der silberne Außenring trägt die Schriftzüge „Republik Österreich“ und „25 Euro“. Die Reversseite wurde von Helmut Andexlinger mit dem Motiv einer auf dem Viadukt über die so genannte „Kalte Rinne“ der Semmeringbahn bergwärts fahrenden Dampflok der Baureihe ÖBB 95. Den Hintergrund bilden das dort befindliche Tunnelportal sowie die Berg- und Waldlandschaft. Der Silberring trägt die Aufschrift „150 Jahre Semmeringbahn“. Von dieser Münze mit grünem Kern wurden 2004 50.000 Münzen in der Qualität Handgehoben geprägt.

9. März 2005 [3] 50 Jahre Fernsehen

Die von Helmut Andexlinger gestaltete Aversseite zeigt auf der Niob-Pille jenes Testbild, das in den ersten Jahren des Fernsehens in Österreich vor Sendebeginn und nach Sendeschluss gesendet wurde, um Schärfeeinstellungen und Kalibrierungen des Fernsehbilds durchführen zu können. Auf dem Silberring ist der Schriftzug „Republik Österreich 25 Euro“ zu lesen. Auf der von Helmut Andexlinger gestalteten Reversseite stellt der Niob-Kern eine Weltkugel dar, vor dem sich eine analoge Fernsehantenne befindet. Auf dem silbernen Außenring befinden sich ein Fernsehgerät aus den 50er-Jahren und eine Fernsehkamera aus den 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts. An die Darstellung eines modernen Schneideraums grenzen drei Satellitenschüsseln, welche die Digitalisierung des Fernsehens symbolisieren. Zu lesen ist der Schriftzug „50 Jahre Fernsehen“. Von dieser Münze mit violettem Kern wurden 2005 65.000 Münzen in der Qualität Handgehoben geprägt.

Fernsehen Wertseite Fernsehen Bildseite
1. März 2006 [4] Europäische Satellitennavigation

Die Aversseite wurde von Herbert Wähner gestaltet und zeigt auf der Niob-Pille eine Windrose. Überschrieben ist diese mit den Koordinaten der Münze Österreich AG in Wien Am Heumarkt sowie dem Prägejahr. Der silberne Ring trägt den Schriftzug „Republik Österreich 25 Euro“. Die von Thomas Pesendorfer gestaltete Reversseite ist im Niob-Teil als Weltkugel gestaltet, auf der die Laufbahnen von Satelliten eingezeichnet sind. Der Silberring zeigt neben dem Schriftzug „Europäische Satellitennavigation“ ein Flugzeug, ein Containerschiff, einen LKW, ein Einsatzfahrzeug sowie das Triebfahrzeug eines Hochgeschwindigkeitszugs. Anlass für diese Münze ist das europäische Satellitennavigationssystem Galileo. Von dieser Münze mit goldbraunem Kern wurden 2006 65.000 Münzen in der Qualität Handgehoben geprägt.

Satellitennavigation Wertseite Satellitennavigation Bildseite
28. Februar 2007 [5] Österreichische Luftfahrt

Die Aversseite wurde von Herbert Wähner entworfen und zeigt das Innere eines Cockpits eines modernen Passagierflugzeugs. Der Silberring trägt die Schriftzüge „Republik Österreich“, „2007“ und „25 Euro“. Die von Thomas Pesendorfer gestaltete Reversseite zeigt Igo Etrich als Seitenansicht in der Etrich Taube sitzend. Darüber ist die Etrich-Taube in einer Gesamtansicht abgebildet und dazwischen befindet sich eine Ansicht des Motorgleiters Zanonia III, mit dem man 1907 Probeflüge unternahm. Der silberne Außenring trägt die Schriftzüge Luftfahrt in Österreich sowie ein Autogramm von Igo Etrich.

Österreichische Luftfahrt Wertseite Österreichische Luftfahrt Bildseite
12. März 2008 [6] Faszination Licht

Als Motiv der Aversseite wurde ein Laternenanzünder bei seiner Tätigkeit an einer Gaslaterne, wie sie nach 1800 in Wien üblich war, gewählt. Den Hintergrund bildet das neue Rathaus von Wien, das immer strahlend angeleuchtet wird. Der Silberring trägt die Aufschriften „Republik Österreich“ und „25 Euro 2008“. Die Reversseite zeigt links ein angeschnittenes Portrait von Carl Auer von Welsbach. Das Zentrum der Niob-Pille bildet eine stilisierte Sonne, die von verschiedenen Quellen künstlichen Lichts (Gasglühstrumpf, Glühbirnen, Energiesparlampe, Neonlicht, Halogenlicht, LED-Chip und Leuchtdiode) umgeben ist. Von dieser Münze mit grell grünem Kern wurden 2008 65.000 Münzen in der Qualität Handgehoben geprägt.

Die letzte der 65.000 Münzen wurde von Brigitte Ederer, der Vorstandsvorsitzenden der Siemens AG Österreich, geprägt. Mit ihrer Wahl wollte man die Kombination moderner Hochtechnologie und der Faszination des Lichts unterstreichen. Ob man dabei auch die frühere politische Funktion von Brigitte Ederer als Finanzstadträtin von Wien und damit die Verbindung zum Geld im Auge hatte, ist nicht bekannt.

Faszination Licht Wertseite Faszination Licht Bildseite
11. März 2009 [7] Jahr der Astronomie

Auf der Aversseite entspricht die gelbe Niob-Pille der Oberfläche des Mondes, während im silbernen Ring die teilweise vom Mond verdeckte Erde sichtbar wird. Die optische Verbindung zwischen den beiden verschiedenfarbigen Metallen stellt eine Raumsonde dar. Eingegrenzt zwischen der angeschnittenen Erdkugel und der Sonne findet sich auf dem Silberteil der Münze der Schriftzug „republik österreich“ und zwischen Sonne und Raumsonde die Wertbezeichnung „25 euro“. Auf dem Niob-Mond findet sich in Form eines ¾-kreises der Schriftzug „rückseite des mondes“.

Links auf der Reversseite findet sich ein Ausschnitt eines Portraits von Galileo Galilei. Im Niob-Teil findet sich eine Mondzeichnung des Astronomen mit dem Schriftzug „jahr der astronomie“. Auf dem Silberring befinden sich die beiden Jahreszahlen „2009“ und „1609“ sowie Darstellungen verschiedener Teleskope, beginnend bei Galileo Galilei bis zu einem Weltraumteleskop. Am rechten Münzrand ist eine Darstellung der Sternwarte von Stift Kremsmünster in Oberösterreich zu sehen.

Gestaltet wurden beide Seiten der Münze von Herbert Wähner. Geprägt wurden von dieser Münze 65.000 Stück in der Qualität Handgehoben.

Astronomie Wertseite Astronomie Bildseite
10. März 2010 [8] Erneuerbare Energie

Die Vorderseite der Münze zeigt einen Baum als Symbol für den Kreislauf der Natur und ihrer Energiequellen. Eine Spirale, die sich vom fest in der Erde wurzelten und für ein funktionierendes Ökosystem stehenden Baum wegwindet, stellt die vier Elemente Luft, Wasser, Feuer und Erde dar. Die Sonnenstrahlen bringen die Wärme, die Baum fallenden Blätter liefern gemeinsam mit dem Wasser die Nährstoffe. Die obere Hälfte des silbernen Münzringes trägt den Schriftzug „Republik Österreich 25 Euro“, während der Baum als Hauptmotiv den blauen Niob-Kern sowie die untere Hälfte des Silberrings in Anspruch nimmt.

Die Rückseite der Münze zeigt eine stilisierte Weltkugel, vor der sich eine Pelton-Turbine befindet. Mit Pfeilen wird die Gewinnung von Erdwärme angedeutet und der angeschnittene Rotor einer Windkraftanlage steht für die Windkraft. Die Solarenergie wird durch Sonnenstrahlen und Solarzellen dargestellt. Die untere Hälfte des Silberrings trägt den Schriftzug „Erneuerbare Energie“.

Beide Münzseiten wurden von Helmut Andexlinger entworfen. Die Auflage betrug 65.000 Stück in der Qualität Handgehoben.

Erneuerbare Energie Wertseite Erneuerbare Energie Bildseite
16. März 2011 [9] Robotik

Die Wertseite ist Leonardo da Vincis vitruvianischem Menschen nachempfunden. Dessen Platz nimmt hier allerdings ein Roboter ein, der im roten Niobkern das Ideal der Körperproportionen versinnbildlicht. Seine Arme und Beine grenzen an den Übergang zum Silberring. In der unteren Hälfte der Münze sind links ein Binärcode zur digitalen Codierung von Informationen und rechts drei Zahnräder abgebildet. Gemeinsam symbolisieren diese Illustrationen das Zusammenspiel von Elektronik und Mechanik, das für den Betrieb eines Roboters entscheidend ist.

Auf der Rückseite sieht man eine Marslandschaft. Ein Marsroboter – ausgestattet mit sechs Rädern, Kollektoren zur Erzeugung von Solarstrom, einer Kamera und einem Bohrsystem – nimmt gerade eine Tiefenbohrung vor. Der Silberring ist als Sternenhimmel gestaltet, am rechten Rand sieht man die Erdkugel. Ebenfalls rechts werden Niobkern und Silberring von einem Koordinationssystem überlagert.

Die Wertseite wurde von Helmut Andexlinger entworfen, die Reversseite von Thomas Pesendorfer. Die Auflage beträgt 65.000 Stück ausschließlich in der Sonderqualität Handgehoben.

Robotik Wertseite Robotik Bildseite
22. Februar 2012 [10] Bionik

Die Vorderseite der Münze zeigt eine Nautilusschnecke im Querschnitt sowie ein Adler mit ausgebreiteten Schwingen. Im silbernen Rand ist ein Haifisch, ein Lotusblume und ein Flugzeug abgebildet. Die Jahreszahl 2012 ist mit der Wertbezeichnung „25 Euro“ im Niob Kern geprägt, im silbernen Rand befindet sich „Republik Österreich“.

Die Rückseite der Münze zeigt eine Abbildung der Radiolaria sowie Details von Anwendungen der Bionik in der Architektur. Die obere Hälfte des Silberrings trägt den Schriftzug „Bionik“.

Die Münze wurde von Thomas Pesendorfer und Herbert Wähner entworfen. Die Auflage beträgt maximal 65.000 Stück in der Qualität Handgehoben.

Bionik Wertseite Bionik Bildseite

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. https://www.muenzeoesterreich.at/Produkte/700-Jahre-Stadt-Hall-in-Tirol
  2. https://www.muenzeoesterreich.at/Produkte/150-Jahre-Semmeringbahn
  3. https://www.muenzeoesterreich.at/Produkte/50-Jahre-Fernsehen
  4. https://www.muenzeoesterreich.at/Produkte/Europaeische-Satellitennavigation
  5. https://www.muenzeoesterreich.at/Produkte/Oesterreichische-Luftfahrt
  6. https://www.muenzeoesterreich.at/Produkte/Faszination-Licht
  7. https://www.muenzeoesterreich.at/Produkte/Jahr-der-Astronomie
  8. https://www.muenzeoesterreich.at/Produkte/Erneuerbare-Energie
  9. https://www.muenzeoesterreich.at/Produkte/Robotik
  10. https://www.muenzeoesterreich.at/Produkte/Bionik