380-kV-Salzburgleitung

Als 380-kV-Salzburgleitung wird eine in Teilen in Betrieb bzw. Planung befindliche Hochspannungsleitung bezeichnet, welche im Endausbau zwischen dem Umspannwerk in St. Peter am Hart in Oberösterreich und dem Umspannwerk Tauern im Bundesland Salzburg mit einer Gesamtlänge von 174 km Länge verläuft. Sie ist ein Teil des 380-kV-Hochspannungsrings in Österreich und wird von der Austrian Power Grid (APG) betrieben.

BW
Leitungsführung

Am 27. Jänner 2011 wurde nach 16 Monaten Bauzeit der erste, 46 km lange Abschnitt zwischen dem Umspannwerk St. Peter und den neu errichteten Umspannwerk Salzach in Elixhausen nahe der Stadt Salzburg in Probebetrieb genommen, im Mai 2011 folgte der reguläre Betrieb.[1] Dieser Leitungsabschnitt dient der elektrischen Energieversorgung des Großraums Stadt Salzburg und ersetzt eine bestehende 220-kV-Freileitung. Der Start der Bauarbeiten am zweiten Leitungsabschnitt zum Umspannwerk Tauern ist für 2015 geplant und eine Inbetriebnahme ist um das Jahr 2018 vorgesehen.[2]

Technisch ist der bestehende erste Leitungsabschnitt als Dreierbündel (Leiterseil Al/St 635/117 mm2) für den Betrieb mit einer Nennspannung von 380 kV ausgelegt, wurde aber im ersten Zwischenbetriebszustand des Probebetriebs mit 220 kV betrieben. Die gesicherte Transportkapazität, unter Einhaltung des (N-1)-Kriteriums, beträgt bei Betrieb mit 220 kV in Summe 1.600 MVA und bei 380 kV in Summe 2.800 MVA. Die thermische Grenzleistung der Leitung beträgt 3.050 MVA. Dies entspricht der Versorgungskapazität für ca. 9 Millionen Privathaushalte, bei einem mittleren Leistungsbedarf von 330 W pro Haushalt.[3]

Kontroversen

Aufgrund der alpinen Verhältnisse und der räumlich engen Strukturen, ähnlich wie bei der 380-kV-Steiermarkleitung, ist die Trasse und Führung als 380-kV-Freileitung im zweiten Bauabschnitt umstritten und das Projekt mit medialer Präsenz verbunden.[4] Die Gegner der Freileitung fordern eine – zumindest teilweise – Ausführung als erdverlegtes Hochspannungskabel, vom Betreiber werden gegen eine Verkabelung technische und ökonomische Gründe angeführt.[5][3] Neben vorgebrachten optischen und landschaftlichen Beeinträchtigungen durch die Freileitungsmasten werden durch die hohe Betriebsspannung in unmittelbarer Nähe zur Freileitung durch Koronaentladungen Störgeräusche verursacht.[6]

Einzelnachweise

  1. Inbetriebnahme erster Teilabschnitt
  2. Hochspannungsleitung: Über 410 Masten in die Dose, Die Presse, 24. Juni 2010
  3. a b Aspekte des Projekts „380 kV-Salzburgleitung“, Darstellung verschiedener Aspekte des Projekts „380 kV-Salzburgleitung“ im Hinblick auf eine Freileitungsvariante bzw. eine Teilverkabelung, Bericht an die Salzburger Landesregierung, Jänner 2007
  4. Salzburg revoltiert gegen eine Starkstromleitung und wird dabei vom Bürgermeister angeführt. Die Zeit, abgefragt am 25. Dezember 2011
  5. 380-kV-Leitung im Bundesland Salzburg, Land Salzburg
  6. Gutachten zur 380-kV-Salzburgleitung, im Auftrag der E-Control von B. R. Oswald, Institut für Energieversorgung und Hochspannungstechnik Universität Hannover, 2007