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vom 14.03.2022, aktuelle Version,

A1 Telekom Austria

A1 Telekom Austria AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 2007 (Aus der Verschmelzung von Telekom Austria TA AG und mobilkom austria AG)
Sitz Wien, Österreich
Leitung
  • Marcus Grausam (CTO und CEO[1])
  • Sonja Wallner (CFO)
Mitarbeiterzahl 7.600 (2020)[2]
Umsatz 2,62 Mrd. EUR (2020)[2]
Branche Telekommunikation, Informationstechnik, Mobilfunk
Website www.A1.net

A1 Telekom Austria (Markenauftritt: A1) ist mit mehr als 5,4 Millionen Mobilfunk- und 2,3 Millionen Festnetz-Kunden der führende Kommunikationsanbieter in Österreich und betreibt eigene Netze für mobile sowie standortgebundene Telefonie. Das Unternehmen ist eine 100 %-Tochter der Telekom Austria, die in insgesamt acht Ländern Zentral- und Osteuropas aktiv ist. Es beschäftigt in Österreich 8.352 Mitarbeiter.[2]

A1 Telekom Austria bietet konvergente Kommunikationslösungen. Das Produktportfolio umfasst Sprachtelefonie, Internetzugang, digitales Kabelfernsehen, Daten- und IT-Lösungen, Mehrwertdienste, Wholesale-Services und mobile Business- und Payment-Lösungen. Am Markt operiert die A1 Telekom Austria unter den Marken A1 (gesamtes Basisangebot), bob (No-Frills-Mobilfunk) Yesss! (Mobilfunk), Red Bull MOBILE (Kooperation mit Red Bull) und educom (Angebot für Studenten) und XoXo (ebenfalls für Studenten)

Die A1 Telekom Austria Group hat derzeit mehr als 24 Millionen Benutzer in acht Ländern. Sie erwirtschaftet über 4 Milliarden Euro Umsatz und hat mehr als 17.500 Mitarbeiter. Die Gruppe ist die europäische Einheit von América Móvil, dem drittgrößten Mobilfunkanbieter der Welt. Die A1 Telekom Austria Group ist in den folgenden Märkten vertreten:

  • Österreich
  • Bulgarien
  • Weißrussland
  • Kroatien
  • Serbien
  • Nordmazedonien
  • Slowenien[3]

Geschichte

Die heutige A1 Telekom Austria AG stammt ursprünglich aus der 1887 gegründeten Post- und Telegraphenverwaltung, die 1996 durch die gegründete Post und Telekom Austria AG (PTA) ersetzt wurde.[4] Ab 1998 firmierte diese unter dem Namen Telekom Austria AG.[5] Die Telekom Austria AG wurde im Juni 2006 in die strategische Holding Telekom Austria Group und die Telekom Austria fixnet AG aufgeteilt.[6] Die Telekom Austria fixnet AG wurde kurze Zeit später ohne in die Telekom Austria TA AG umbenannt.[7]

Am 8. Juli 2010 wurde die mobilkom austria AG in die Telekom Austria TA AG verschmolzen und diese anschließend in A1 Telekom Austria umfirmiert.[8] Die bis dahin ausländischen Tochterunternehmen der mobilkom austria AG wurden im Zuge der Verschmelzung direkt der Telekom Austria unterstellt. Somit ist A1 Telekom Austria auch im Mobilbereich ausschließlich für den österreichischen Markt der Holding zuständig. Mit dieser organisatorischen Zusammenziehung ihrer Festnetz- und Mobilfunkbereiche folgte die Telekom Austria einem weltweiten Trend der 2000er/2010er Jahre, die in den 1990ern erfolgte Trennung von Festnetz und Mobilfunk wieder rückgängig zu machen.

Zum 14. Juni 2011 wurde mit der überarbeiteten ehemaligen Mobilfunk-Marke A1 ein gemeinsamer Markenauftritt für alle Produktbereiche der A1 Telekom Austria geschaffen.[9] Zuvor hatten die Produktbereiche Festnetz-Sprachtelefonie (Telekom Austria), Festnetz-Internet (aon), digitales Fernsehen (aonTV) und Mobilfunk (A1) jeweils einen eigenen Markenauftritt. Neben dieser gemeinsamen Marke operiert die A1 Telekom Austria weiterhin unter den Marken bob, yesss! und Red Bull MOBILE.

Leitung

Von Mai 2016 bis Oktober 2017 war Margarete Schramböck Chief Executive Officer (CEO), davor war dies Alejandro Plater, der interimistisch auf Hannes Ametsreiter folgte. Im Oktober 2017 übernahm CTO Marcus Grausam zusätzlich zunächst interimistisch die Aufgaben von Schramböck.[10] Im September 2018 wurde Marcus Grausam als CEO bestätigt.[1]

Mit 15. Mai 2019 wurde Thomas Arnoldner Aufsichtsratsvorsitzender der A1 Telekom Austria.[11]

Produktbereiche

Das Unternehmen stellt herkömmliche Festnetzanschlüsse (POTS), ISDN, xDSL und Asynchronous Transfer Mode zur Verfügung. Außerdem wird das Datex-P Netz betrieben, an das die Lotto/Toto-Terminals, Bankomaten und Bankomatkassen angebunden sind. Das Unternehmen ist in Österreich auch für den Betrieb der öffentlichen Telefonzellen zuständig, von denen im Jahre 2003 1.000 Telefonzellen technisch zu sogenannten Multimedia Stations (MMS) aufgerüstet wurden, welche nun neben Telefonie auch Zugang zum Internet sowie den Versand von SMS-Nachrichten und Bildern ermöglichen.

Weiters werden Festnetz-Internetprodukte angeboten. Diese umfassen Glasfaserdienste, Dial-In, ADSL und VDSL.

Seit März 2006[12] wird mit A1 TV (früher aonTV) digitales Fernsehen (IPTV) übertragen. Mittels Mediabox können mehr als 150 Fernseh- sowie über 300 Radiosender empfangen werden, zusätzlich stehen Video-on-Demand, die Verknüpfung von Fernsehgerät und PC sowie weitere Dienste wie eine Online-Festplatte zur Verfügung. 2020 wurde das bisherige A1 TV in A1 Xplore TV, welches TV- und Streamingdienste vereinen soll, umbenannt.[13]

Im Mobilfunk-Segment tritt das Unternehmen mit den Marken A1, bob und Red Bull MOBILE am österreichischen Markt auf. Nach der Übernahme von Orange durch Hutchison Drei Austria übernahm A1 im Jänner 2013 die Orange Tochtergesellschaft yesss!.[14]

Netzinfrastruktur

Im Bereich Mobilfunk bietet das Unternehmen mit GSM, EDGE, UMTS, HSDPA, HSPA+ HSUPA und LTE-Technologien unterschiedlicher Generationen an. Je nach Standort stehen eine oder mehrere Technologien zur Verfügung.[15] Mit der 4. Mobilfunkgeneration LTE (Cat-6) werden derzeit Geschwindigkeiten von bis zu 300 Mbit/s im A1-Netz erreicht. Laut einem Test des Fachmagazins Connect im Jahr 2014 verfügt das Unternehmen über das beste Mobilfunk-Netz Österreichs und belegt in acht von neun Kategorien den ersten Platz.[16] Am 25. Jänner 2020 plant A1, mit 350 Senderstandorten in 129 Gemeinden, den Betrieb des 5G-Netzes aufzunehmen.[17]

Im Festnetz-Bereich können derzeit 97 % der österreichischen Bevölkerung mit ADSL erreicht werden.[18] Überall dort, wo der Glasfaserausbau der kupferbasierten „letzten Meile“ – also der Strecke von der Vermittlungsstelle zum Endkunden – vorerst nicht sinnvoll ist, werden Breitbandzugänge mittels fiber to the ... (FTTX)[19] umgesetzt. Aufgrund des exponentiell steigenden Datenvolumens wächst der Bedarf an belastbaren Verbindungen. Daher werden die bestehenden Kupferleitungen sukzessive durch Glasfaserleitungen ersetzt. 2014 waren über 3 Millionen Haushalte und Gewerbebetriebe mit dem A1 Glasfasernetz erreichbar, das sind rund 70 %.[20] A1 betreibt sein Netz zu 100 % CO2 neutral und erreicht dies durch CO2 Vermeidung, Effizienzsteigerung, den Einsatz erneuerbarer Energie und Kompensation.

Regulierung

Die frühere Tochter der Telekom Austria war ursprünglich das einzige Unternehmen im Festnetzsektor und übernahm das größte Leitungsnetz in Österreich sowie die nicht unerheblichen Schulden. Durch die Liberalisierung des Telekom-Marktes in Österreich wuchs die Anzahl der Anbieter von Telekommunikations-Produkten und Telekommunikations-Dienstleistungen. Die Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) reguliert seither den österreichischen Markt. Ihre primäre Aufgabe ist es, einen funktionsfähigen Wettbewerb zu sichern und in Streitfällen einzugreifen.

Marktanteil

Der Marktanteil bei Telefonie (Festnetz und Mobilfunk) betrug Ende 2016 45,1 %. Der Breitband – Marktanteil lag bei 45,4 %.[21] Die Vorgängerin der A1 Telekom Austria im Mobilfunkbereich, die mobilkom austria AG, war seit ihrem Bestehen Marktführer in Bezug auf die Anzahl der Endkunden in Österreich.

Ende Dezember 2016 hatte A1 Telekom Austria einen Marktanteil von 39,1 % der österreichischen Mobilfunkanschlüsse.[22]

Kritik

Bei den Big Brother Awards Austria 2008 (Negativpreis) hat die A1 Telekom Austria für ihren Umgang mit Kundendaten gegenüber der Pornoindustrie den Publikumspreis gewonnen.[23]

Mitte November 2017 wurde dem Mobilfunk-Marktführer vorgeworfen, das Datenvolumen ausgewählter Streaming-Dienste nicht zu verrechnen. Die Regulierungsbehörde nahm daraufhin Ermittlungen wegen möglicher Verletzung der Netzneutralität auf.[24]

Eingestellte Produkte

  • abroadband war ein Produkt für weltweites mobiles Internet.[25] Es wurde im Februar 2011 vorgestellt und mit 1. April 2014 eingestellt. Abroadband-Produkte können nicht mehr erworben oder genutzt werden.[26]

Einzelnachweise

  1. 1 2 Marcus Grausam als A1-CEO bestätigt. Artikel vom 4. September 2018, abgerufen am 4. September 2018.
  2. 1 2 3 A1 Unternehmenspräsentation 2017. (PDF; 2,3 MB) Abgerufen am 25. Juli 2017.
  3. chello: Lastništvo | Predstavitev. Abgerufen am 20. April 2021 (sl-SI).
  4. RIS - Poststrukturgesetz - Bundesrecht konsolidiert, Fassung vom 04.06.2021. Abgerufen am 3. Juni 2021.
  5. Geschichte | A1 Telekom Austria Group. 1. Dezember 2020, abgerufen am 4. Juni 2021.
  6. Telekom Austria AG: Antrag_TA_und_TA-Fixnet_AG.pdf. In: RUNDFUNK UND TELEKOM REGULIERUNGS-GMBH Website. RUNDFUNK UND TELEKOM REGULIERUNGS-GMBH, abgerufen am 4. Juni 2021.
  7. Telekom Austria Group: neue Konzernstruktur rechtlich umgesetzt | A1 Telekom Austria Group. Abgerufen am 4. Juni 2021.
  8. http://www.telekomaustria.com/dateien/Verschmelzungsvertrag.pdf (Link nicht abrufbar)
  9. A1 Telekom Austria bekommt einheitliche Marke. In: Der Standard/APA-OTS. Abgerufen am 28. April 2011.
  10. Kurier: A1-Chefin Margarete Schramböck verlässt die Telekom Austria. Artikel vom 17. Oktober 2017.
  11. Das Management-Team von A1. Abgerufen am 28. August 2019.
  12. aonDigital TV von Telekom Austria. In: Presseaussendung. Telekom Austria, abgerufen am 27. Juni 2011.
  13. Aus A1 TV wird A1 Xplore TV. In: elektro.at. 2. März 2020, abgerufen am 6. April 2021.
  14. http://kurier.at/wirtschaft/marktplatz/yesss-kunden-wandern-im-sommer-ins-a1-netz/2.560.788 Kurier: Yesss!-Kunden wandern im Sommer ins A1-Netz
  15. FRQ Spectrum. Rundfunk- und Telekomregulierungs GmbH, abgerufen am 7. Juni 2011.
  16. Österreichs Handy-Netze im Test. In: connect. Abgerufen am 30. April 2015.
  17. A1 startet 5G-Netz mit 350 Sendern. Artikel vom 20. Januar 2020, abgerufen am 20. Januar 2020.
  18. Infrastruktur. A1 Telekom Austria, abgerufen am 7. Juni 2011.
  19. Definition FTTE (Memento vom 7. Oktober 2008 im Internet Archive)
  20. A1 Unternehmenspräsentation (PDF; 1,9 MB)
  21. A1 Unternehmenspräsentation. Abgerufen am 2. November 2017.
  22. http://www.rtr.at/de/inf/TK_Monitor_Q3_2016/RTR_Telekom_Monitor_Q3_2016.pdf/2015 (Link nicht abrufbar)
  23. Telekom Austria für Pornodaten-Weitergabe ausgezeichnet. In: Der Standard. 28. Oktober 2008, abgerufen am 23. Februar 2016.
  24. Netzneutralität: Ermittlungen gegen A1 Telekom Austria. In: heise.de. 15. November 2017, abgerufen am 30. November 2017.
  25. Was ist abroadband? – mobiles Internet rund um die Welt. Abgerufen am 24. Juni 2011.
  26. Homepage. Abgerufen am 5. September 2014.