Abkehr (Wiener Wasserversorgung)

Als Abkehr wird die kurzzeitige periodische Stilllegung einer der Hochquellenwasserleitungen der Wiener Wasserversorgung bezeichnet.

Ursprünglich handelt es sich dabei um einen Fachausdruck des Wassermühlenbetriebes. Gemeint war damit eigentlich das Ableiten des oberströmigen Wassers und wurde von den Wiener Wasserwerken für die Außerbetriebnahme der beiden Hauptleitungen übernommen.

Sowohl an der I. als auch an der II. Wiener Hochquellenwasserleitung finden planmäßig jährlich vier Abkehren statt, die wegen der Versorgungssicherheit der Stadt Wien maximal jeweils etwa 70 Stunden dauern dürfen. Zwischen den Abkehren liegen jeweils zwei Wochen Zeitabstand.

Um die kurze zur Verfügung stehende Zeit effektiv nutzen zu können, werden die jeweiligen Arbeiten generalstabsmäßig nach Material-, Personal-, Zeit- und Gerätebedarf geplant. Während der Abkehr wird der Leitungskanal händisch oder maschinell von Ablagerungen gesäubert und auf Beschädigungen überprüft, früher festgestellte Schäden werden entsprechend der Planung saniert. Die bei der Kontrolle aufgefundenen Beschädigungen werden je nach Dringlichkeit bei der Erstellung des nächsten Sanierungsplanes berücksichtigt.

In den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in den Wiener Zeitungen noch zumindest über den Zeitpunkt der jeweiligen Abkehren berichtet, heute finden sich solche Meldungen kaum noch. Im Juli 2007 sendete Spiegel TV im Rahmen eines Themenabends eine Dokumentation über die Abkehr.[1]

Literatur, Links

Fußnoten

  1. http://www.spiegel.de/sptv/themenabend/0,1518,305522,00.html