Achenseebahn

Jenbach–Seespitz am Achensee
Bahnhof Seespitz am Achensee
Bahnhof Seespitz am Achensee
Kursbuchstrecke (ÖBB): 311
Streckenlänge: 6,80 km
Spurweite: 1000 mm (Meterspur)
Maximale Neigung: Adhäsion 25 
Zahnstange 160 
Minimaler Radius: Adhäsion 100 m
Zahnstange 120 m
Zahnstangensystem: Riggenbach
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von Innsbruck (ÖBB)
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0,0 Jenbach 530 m
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0,2 Beginn der Zahnstange
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nach Mayrhofen (Zillertalbahn)
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nach Kufstein (ÖBB)
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1,4 Burgeck 624 m
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3,5 Ende der Zahnstange
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3,6 Eben 970 m
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4,8 Maurach 956 m
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5,3 Maurach-Mitte 959 m
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6,7 Seespitz am Achensee 931 m

47.388994811.7793317Koordinaten: 47° 23′ 20″ N, 11° 46′ 46″ O

Die Achenseebahn ist eine Schmalspur-Zahnradbahn in Österreich mit einer Spurweite von 1000 mm. Sie führt von Jenbach zum Seespitz am Achensee und wurde 1889 eröffnet. Die Strecke ist nicht elektrifiziert und wird fahrplanmäßig ausschließlich mit Dampflokomotiven befahren. Eigentümer und Betreiber ist die Achenseebahn AG, deren Kapital sich zu 70 % in den Händen der Anliegergemeinden befindet.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

1886 beantragte Konsul Theodor Friedrich Freiherr von Dreifuss aus Grüneck beim Dorf Kreuth in Oberbayern die Konzession für eine Zahnradbahn- und Eisenbahnverbindung von Jenbach im Inntal bis zur Südspitze des Achensees. Trotz Bedenken der Seeanrainer gegenüber dieser damals neumodischen Zahnradbahn erteilte Kaiser Franz Josef der Erste nach Befürwortung durch das Kloster Fiecht, das den Achensee besaß und darauf Dampfschifffahrt betrieb, am 1. August 1888 die Konzession zum Bau und Betrieb einer schmalspurigen Lokomotiv-Eisenbahn mit gemischtem Adhäsion- und Zahnschienen-Betrieb auf 90 Jahre. Die zum Teil in Gold handschriftlich geschriebene Urkunde mit kaiserlichem Siegel ist noch unversehrt im Besitz der Achenseebahn.

Am 8. Juni 1889 wurde die 6,36 km lange Strecke feierlich eröffnet und bestand bis 1916. Die österreichische Militärverwaltung ließ die Originalgleise durch Gleise bis zur Dampferanlegestelle ersetzen. 1926 wurde die eigenmächtige Verlängerung auf 6,76 km auch eisenbahnrechtlich bewilligt. An der neuen Endstation Seespitz/Achensee existieren seitdem ein neues Stationsgebäude und ein neuer Dampfersteg. Nach Umbau von 1971 zur Anpassung an aktuelle Bedürfnisse besteht diese Anlage bis heute.

1950 hielt die TIWAG (Tiroler Wasserkraftwerke) die Mehrheit der Aktien. 1979 übernahmen die umliegenden Gemeinden diese. Nun wurde die Flachstrecke mit Hilfe von Bund und Land saniert. Die Gemeinden Eben, Jenbach und Achenkirch sind seit 1991 Hauptaktionäre.[1]

2012 wurde der Haltepunkt Maurach-Mitte in Betrieb genommen.[2]

Streckenbeschreibung

Die knapp 7 km lange Strecke beginnt in Jenbach, dem einzigen österreichischen Bahnhof mit drei unterschiedlichen Spurweiten. Hier treffen sich die Normalspurige ÖBB, die 760-mm-Schmalspur der Zillertalbahn und die Meterspur der Achenseebahn. Die Steilstrecke von Jenbach hinauf nach Eben ist mit einer Leiterzahnstange nach dem System Riggenbach ausgestattet, da hier eine maximale Steigung von 160 ‰ überwunden werden muss. Von dort geht es wieder ohne Zahnrad in leichtem Gefälle zum Seespitz am Ufer des Achensee, wo Anschluss zu den Schiffen der Achensee-Schifffahrt besteht.

Betriebsmittel

Lokomotiven

Hauptartikel: Achenseebahn 1 bis 4

Zur Eröffnung der Achenseebahn wurden 1889 vier Zahnrad-Dampflokomotiven mit der Achsfolge Bzt-n2 beschafft. Sie erhielten die Nummern 1 bis 4 und die Namen Theodor, Hermann, Georg und Carl. Lok 4 wurde in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg als Ersatzteilspender herangezogen und in Folge verschrottet. Der Betrieb wurde bis 2005 ausschließlich mit den verbliebenen drei Maschinen geführt, die als die ältesten Zahnradbahnlokomotiven Österreichs gelten. Im Jahr 2005 wurde eine neue Lok 4 erstmals wieder angeheizt, die aus aufgearbeiteten Altbestandteilen der anderen Maschinen und einigen Ersatzteilen aufgebaut wurde. Sie wurde allerdings noch nicht planmäßig eingesetzt. Nachdem die Lok 1 am 16. Mai 2008 bei einem Brand im Heizhaus in Jenbach schwer beschädigt wurde.[3], wurde die Lok 4 innerhalb dreier Monate dann auch einsatzfähig hergerichtet, so dass vorerst weiterhin drei Lokomotiven zur Verfügung standen. Bis Ende 2009 wurde die beschädigte Lok 1 dann wieder neu aufgebaut, sie ist seitdem wieder betriebsfähig.

Wagen

An Wagen stehen mehrere zweiachsige Personenwagen zur Verfügung, welche 1889 von der Wagen- und Waggonfabrik, Eisen- und Metallgießerei Joh. Weitzer aus Graz gebaut wurden. Ein Zug besteht im Normalfall aus einem geschlossenen Wagen und einem offenen Sommerwagen, die bis Eben bergwärts geschoben und ab dort zum Seespitz gezogen werden. Weiters stehen für innerbetriebliche Transporte einige Güterwagen zur Verfügung, einen regulären Güterverkehr gibt es jedoch auf der Achenseebahn nicht mehr.

Einzelnachweise

  1. http://www.achenseebahn.at/geschichte/geschichte0.html
  2. http://www.tt.com/%C3%9Cberblick/5013270-42/modernisierung-der-alten-achenseebahn-geht-weiter.csp
  3. orf.at

Literatur

  • Duschek, W., Pramstaller W. u. a.: Local- und Straßenbahnen im alten Tirol, Eigenverlag Tiroler MuseumsBahnen, Innsbruck 2008, 48 S.
  • Karl Armbruster, Hans Peter Pawlik: Jenbach–Achensee, Die Tiroler Zahnradbahn, Verlag Slezak, Wien 1993, ISBN 3-85416-149-2
  • Arthur Meyer, Josef Pospichal: Zahnradbahnlokomotiven aus Floridsdorf, Verlag bahnmedien.at, Wien 2012, ISBN 978-3-9503304-0-3

Weblinks

 Commons: Achenseebahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien