Adalbert-Stifter-Verein

Der Adalbert Stifter Verein e.V. mit Sitz im Sudetendeutschen Haus in München ist ein vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien institutionell gefördertes Kulturinstitut, das den kulturellen Austausch zwischen Deutschland und Tschechien fördert.

Geschichte und Tätigkeit

Der Verein wurde 1947 von sudetendeutschen Künstlern und Schriftstellern gegründet — ursprünglich, um die Vertriebenen aus dem Sudetenland kulturell zu fördern und zu betreuen. 1952 begann die staatliche Finanzierung als kulturelle Institution durch die Bundesrepublik Deutschland auf Basis von § 96 BVFG Bundesvertriebenen- und Flüchtlingsgesetzes. Von da an entwickelte sich die Arbeit des Vereines im Sinne eines Kulturinstitutes in Form von kulturgeschichtlichen Ausstellungen, literaturwissenschaftlicher und literaturgeschichtlicher Forschung und der gezielten Förderung von Künstlern. Seit der Öffnung des Eisernen Vorhanges 1989 erweiterten sich die Tätigkeiten des Adalbert Stifter Vereins im unmittelbaren deutsch-tschechischen Kulturaustausch. Der Name des Vereins wurde nicht gewählt, um sich gezielt mit dem Leben und Werk von Adalbert Stifter zu befassen, sondern weil der Dichter exemplarisch für die kulturelle Verbundenheit zwischen Böhmen, Deutschland und Österreich steht.

Die Mitgliedschaft steht grundsätzlich jedem offen; derzeit zählt der Verein knapp 200 Mitglieder. Vorsitzender ist seit 2006 der Sprachwissenschaftler und Historiker Prof. i. R. Dr. Ernst Erich Metzner.

Seit 2002 ist im Adalbert Stifter Verein der Kulturreferent für die böhmischen Länder angesiedelt, der ebenfalls institutionell vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert wird. Die breitenwirksame Vermittlung der Kultur und Geschichte der Deutschen aus den böhmischen Ländern (seit dem 20. Jhd. auch Sudetendeutsche genannt) im Geiste der Völkerverständigung und in Kooperation mit tschechischen Partnern ist das zentrale Anliegen seiner Tätigkeit. Ziel ist es dabei u. a. auch, Menschen außerhalb des Vertriebenenmilieus für dieses Kulturerbe zu interessieren. Fester Bestandteil des Veranstaltungsangebots des Kulturreferenten sind z. B. Exkursionen in Kulturregionen Böhmens, Mährens und Schlesiens, Autorenlesungen, Filmvorführungen, Vorträge zur deutschböhmischen Kultur, Zeitzeugengespräche zum Thema Flucht und Vertreibung, Konzerte mit böhmischen Komponisten, Ausstellungen etc. Außerdem können bei ihm Zuschüsse für Maßnahmen der kulturellen Breitenarbeit auf Basis von § 96 (BVFG) beantragt werden. Ähnliche Kulturreferenten-Stellen wurden von der Bundesregierung für Ostpreußen, Westpreußen, Südosteuropa, Pommern und Schlesien eingerichtet.

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