Adolf Oberländer (Architekt)

Quellenstraße 138–140, erbaut 1915 von Adolf Oberländer

Adolf Oberländer (* 16. August 1867 in Laa an der Thaya; † 26. April 1923 in Wien) war ein österreichischer Architekt.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Adolf Oberländer war Jude. Er erhielt 1892 eine Konzession als Maurermeister für die Vorstädte Wiens, was damals das Recht einschloss, selbst Häuser zu entwerfen und zu bauen, sofern es sich um keine Monumentalbauten handelte. 1898 heiratete er in Paris Jeanne Marguerite Zechner, mit der er zwei Kinder hatte. Im selben Jahr bildete er mit Rudolf Krausz eine erfolgreiche Architektengemeinschaft bis 1905. Dann trennten sich die Partner und eröffneten jeweils ihr eigenes Atelier. Oberländer bezeichnete sich selbst als Architekt und Maurermeister. 1917 erwarb er die Baumeisterkonzession und trat vereinzelt auch als Bauherr auf. Oberländer starb 55-jährig an den Folgen einer Blutvergiftung.

Leistung

Adolf Oberländer arbeitete sich vom einfachen Maurer aus der Provinz zu einem erfolgreichen Architekten der Großstadt hoch. Gemeinsam mit seinem Partner Rudolf Krausz setzte er den in Österreich damals nicht sehr gebräuchlichen altdeutschen Stil ein. Viele seiner Bauten besitzen eine malerische Wirkung, die durch unterschiedliche und asymmetrische Dekorationselemente entstand. Daraus entwickelte sich die Bevorzugung einer Heimatschutzarchitektur. Je nach Aufgabe und Standort wandelte Oberländer sein Formenvokabular entsprechend ab, damit sich die Neubauten in die bestehende Umgebung einpassen konnten. Er schuf vorwiegend Miethäuser und Villenbauten in Wien.

Werke

  • Miethäuser, Währinger Straße 145–149, Wien 18 (1900), gemeinsam mit Rudolf Krausz
  • Miethaus, Hamburger Straße 2, Wien 5 (1902), gemeinsam mit Rudolf Krausz
  • Mietvilla, Kuppelwiesergasse 14, Wien 13 (1902–1903), gemeinsam mit Rudolf Krausz
  • Wohnhaus, Linzer Straße 55, Wien 14 (1902–1903), gemeinsam mit Rudolf Krausz
  • Wohnhäuser, Sechshauser Straße 122, 124, 126, 128, 130, Wien 15 (1904), gemeinsam mit Rudolf Krausz
  • Doppelvilla, Steckhovengasse 7–9, Wien 13 (1904–1905), gemeinsam mit Rudolf Krausz
  • Wohnhäuser, Gymnasiumstraße 56, 56A, 60, Wien 19 (1905–1906), gemeinsam mit Rudolf Sowa
  • Grand Hotel Royal, Orchard Andrej Kmet 82, Piešťany (1906)
  • Wohnhaus, Hamerlingplatz 10, Wien 8 (1906)
  • Erholungsheim Katharinenheim, Wagnerstraße 5, Hinterbrühl (1908)
  • Wohnhaus, Rudolf-von-Alt-Platz 3, Wien 3 (1909)
  • Miethausgruppe, Marxergasse 2 und 4, Wien 3 (um 1910)
  • Wohn- und Geschäftshäuser, Lange Gasse 68 und 70, Wien 8 (1911)
  • Wohnhaus, Böcklinstraße 53, Wien 2 (1912)
  • Wohnhaus, Kremserstraße 1, Wien 13 (1912)
  • Wohnhaus, Canisiusgasse 16, Wien 9 (1914)
  • Miethausgruppe, Quellenstraße 134–136 und 138–140, Wien 10 (1915)
  • Wohn- und Geschäftshaus, Seitzergasse 2–4, Wien 1 (1922)

Weblinks