Adolf Odkolek von Újezd

Adolf Freiherr Odkolek von Újezd (bzw., eingedeutscht, Adolf Freiherr Odkolek von Augezd) (* 1. Dezember 1854 in Prag; † 2. Jänner 1917 in Stockerau) war ein böhmisch-österreichischer Waffentechniker und k.u.k. Offizier.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Er Trat 1873 als Einjährig-Freiwilliger beim Ulanenregiment 6 ein und wurde 1874 aktiver Kadett. 1880 avancierte er zum Oberleutnant, war ab 1882 beinahe ständig gegen Karenz der Gebühren oder mit Wartegebühr beurlaubt, trat 1896 als Rittmeister II. Klasse beim Ulanenregiment 11 in den Ruhestand.[1]

Er erfand, noch vor Eintritt in die Pension, den Gasdrucklader, ein Gewehr, eine Kanone oder eine Pistole, welche sich durch den Gasdruck eines abgefeuerten Schusses lädt. Hierbei wird über eine Bohrung im Lauf ein Teil des Gasdrucks beim Schuss abgezweigt, um eine neue Patrone oder Ähnliches nachzuladen und den Verschluss zu spannen. Odkolek von Újezd’s Erfindungen gingen u. a. in die Konstruktion von Maschinengewehren, Maschinenpistolen und Maschinenkanonen ein: Alle durch Gasdruck betätigten Maschinengewehre mit angebohrtem Lauf und Gaskolben beruhen auf Odkoleks Erfindung; außerdem zeigten bereits die Konstruktionszeichnungen zur Patentschrift den Lauf des Schnellfeuergeschütz mit Rippen für die Luftkühlung, eine Entwicklung, die schließlich alle wassergekühlten Systeme ablösen würde.[1]

Auch hat sich Odkolek von Újezd um die Vervollkommnung der Flugtechnik, namentlich um jene des Fallschirmes, große Verdienste erworben. Er hat sich in dieser Hinsicht auf dem Flugfelde in Aspern und auch in Baden betätigt, wo er vor Ausbruch des Krieges einen interessanten Versuch mit einer Puppe und einem Fallschirme auf der Ruine Rauhenstein anstellte.[2]

Bei Kriegsbeginn 1914 wurde Odkolek, selbst einen Fronteinsatz suchend,[3] als Instruktor in der Kavallerie-Reserveoffiziers-Schule in Holitsch (Mähren) reaktiviert, um 1915/1916 beim Techn. Militär-Komitee an der Erprobung des von ihm konstruierten – und in der Folge als kriegsunbrauchbar erkannten – Minenwerfers mitzuwirken; 1916 erfolgte, bei weiterer Verwendung als Instruktor, die Ernennung zum Major der Reserve.[1]

Am 5. Oktober 1917 wurde Adolf Freiherr Odkolek von Újezd in Anwesenheit seiner Schwestern Frieda Heinrich Edle von O’Morovicza, Ottilie und Felizie Freiinnen Odkolek von Augezd sowie Bohumilla Czapeck in der Familiengruft [Anmerkung 1] des Friedhofs St. Helena, Baden bei Wien, beigesetzt.[2]

Literatur

Einzelnachweise

  1. a b c Österreichisches Biographisches Lexikon (ÖBL) 1815-1950, Bd. 7 (Lfg. 33), S. 205
  2. a b Lokal-Nachrichten. Major Adolf Odkolek Freiherr v. Augezd †.. In: Badener Zeitung, 6. Jänner 1917, S. 2 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/bzt
  3. Major Freiherr v. Okdolek.. In: Neue Freie Presse, 9. Jänner 1917, S. 10 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/nfp

Anmerkungen

  1. Odkolek's Mutter, Grußgrundbesitzerswitwe Ernestine Odkolek Freiin von Augezd geb. Strobl von Mansee, war am 18. März 1911 selben Ortes beerdigt worden. — Siehe: Lokal-Nachrichten. Ernestine Freiin v. Odkolek.. In: Badener Zeitung, 18. März 1911, S. 5 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/bzt