Adolf Riebe

Adolf Riebe (* 9. Februar 1889 in Wien, Österreich-Ungarn, † 3. Mai 1966 in Wien, Österreich) war ein österreichischer Fußballspieler und Fußballtrainer.

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Spielerkarriere

Über den Beginn von Riebes Fußballlaufbahn im Wien des frühen 20. Jahrhunderts ist wenig bekannt, da der Spieler schon in frühen Jahren nach Deutschland auswanderte. Dort war er für den TSV Jahn München sowie für die FA Bayern im Münchner SC tätig. Im Jahr 1912 wechselte er zur SpVgg Fürth, wo er im damaligen 2-3-5-System die spielbestimmende Rolle des Mittelläufers einnahm. Riebe wurde als hochklassiger Spielmacher und ausgezeichneter Techniker beschrieben, der für den Verein bis 1915 36 Pflichtspielen mit 6 Torerfolgen bestritt. Dabei wurde er 1913 und 1914 Meister in der Ostkreisliga.[1] Der Verein qualifizierte sich dadurch für die Süddeutsche Meisterschaft, die er 1914 im dritten Anlauf gewinnen konnte. Die SpVgg Fürth nahm damit unter dem Trainer William Townley erstmals an der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft teil. Nach Siegen gegen die SpVgg 1899 Leipzig-Lindenau und den Berliner BC erreichte die Mannschaft das Finale. Dort traf sie am 31. Mai 1914 auf den amtierenden Deutschen Meister VfB Leipzig. Vor 6000 Zuschauern auf dem Viktoria-Platz in Magdeburg siegte die SpVgg 3:2 n.V. und gewann zum ersten Mal die Deutsche Meisterschaft.

Im Sommer 1915 verließ Riebe die Fürther und kehrte in seine Heimatstadt zurück, wo er nach mehrmonatiger Spielpause im Dezember für den Erstligisten Wiener Associationfootball-Club auflief. Mit den Hütteldorfern erreichte er in den beiden nächsten Saisonen die Plätze drei und vier, ehe er 1917 zum spielstarken Provinzverein SC Germania Schwechat wechselte. Im Frühjahr 1919 kehrte er nochmals zum WAF zurück, wo er seine aktive Karriere auch beendete.

Trainerkarriere

Im Sommer 1919 wechselte Riebe auf die Trainerbank des WAF, wo er nur knapp den Klassenerhalt in der höchsten Spielstufe schaffte. Anfang 1921 nahm er dann seinen ersten Trainerposten im Ausland an, nämlich beim Duisburger Kreisligisten VvfB Ruhrort. Im April 1922 wurde er Trainer beim italienischen Verein FCB Parma. Im Sommer 1922 übernahm er während eines Heimaturlaubes interimistisch den Trainerposten beim First Vienna FC, kehrte aber nach wenigen Monaten wieder zu Parma zurück. Im Herbst 1923 wechselte Riebe nach Genua zur SG Andrea Doria und erreichte dort einen Mittelfeldplatz in der Gruppe B der Norddivision.

Im Januar 1925 kehrte als Trainer zu seinem alten Verein SpVgg Fürth zurück, wo er bis zum Herbst jenes Jahres tätig war. Dabei legte er einen wesentlichen Grundstein für jene Mannschaft, die zum Saisonende unter der Leitung von Riebes altem Lehrmeister William Townley gegen Hertha BSC die zweite Deutsche Meisterschaft für den Verein gewann. Riebe war zu dieser Zeit jedoch schon längst wieder in Wien zurück, wo er mit dem Wiener Sport-Club die Saison auf dem achten Tabellenplatz abschloss. Vom Sommer 1926 bis zum Oktober 1927 trainierte er den Hamburger SV, mit dem er 1927 Zweiter in der Norddeutschen Meisterschaft und Norddeutscher Pokalsieger wurde.[2] Außerdem erreichte er das Viertelfinale in der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft.

Ab 1930 hatte er zwei Saisonen lang das Traineramt bei französischen Verein Racing Straßburg inne, wo er es jedoch nur zu Mittelfeldplätzen in der elsässischen Liga brachte. Nach einer Trainertätigkeit in Rumänien übernahm er 1934 den polnischen Erstligisten Warta Posen, wo er bis Ende 1937 blieb und die Mannschaft zu zwei dritten Plätzen in der Liga führte.

Neben seiner Tätigkeit als Vereinstrainer erhielt Riebe auch mehrmals die Möglichkeit Auswahlsmannschaften zu betreuen, so beispielsweise das Wiener Städteteam und die Auswahlen des süddeutschen und des norddeutschen Fußballverbandes.

Erfolge

  • Deutscher Meister: 1914
  • Süddeutscher Meister: 1914
  • Norddeutscher Pokalsieger: 1927

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Chronik der SpVgg Greuther Fürth kleeblatt-chronik.de
  2. Adolf Riebe hsv1887.de